Börse Rekordjagd an der Wall Street treibt Dax auf neuen Höchststand

Beflügelt von der Rekordjagd an der Wall Street greifen die Anleger kurz vor Börsenschluss noch einmal zu. In den USA bricht die Aktie von Virgin Galactic ein.
Die Rekordjagd geht weiter: Händlerin an der Frankfurter Börse

Die Rekordjagd geht weiter: Händlerin an der Frankfurter Börse

Foto: Frank Rumpenhorst / picture alliance / dpa

Der deutsche Aktienmarkt hat seinen Höhenflug vom Freitag zu Beginn der neuen Woche fortgesetzt und neue Rekorde verbucht. Unterstützung erhielten die Indizes Börsianern zufolge von einigen unerwartet gut ausgefallenen vorläufigen Unternehmenszahlen zum abgelaufenen Quartal. Am Nachmittag sorgten moderate Kursgewinne an der Wall Street für zusätzlich positive Impulse.

Der Dax  kletterte kurz vor Ende des Xetra-Handels auf ein Rekordhoch bei 15.806 Punkten und schloss mit einem Plus von 0,65 Prozent bei 15.790 Zählern. Auch der MDax  erreichte im Handelsverlauf einen Höchststand und gewann letztlich 0,52 Prozent auf 34.957 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  gewann 0,62 Prozent auf 4093 Punkte.

Dax

Gespannt blicken die Anleger auf die EZB. Laut ihrer Präsidentin Christine Lagarde wird die Zentralbank auf der kommenden Juli-Zinssitzung ihren geldpolitischen Ausblick im Lichte der geänderten Strategie anpassen. "Es wird eine Prüfung der Forward Guidance geben", sagte Lagarde Bloomberg TV in einem in der Nacht zum Montag gesendeten Interview. Unter "Forward Guidance" wird der geldpolitische Ausblick einer Notenbank verstanden. Bei der EZB enthält er unter anderem Aussagen zum voraussichtlichen Ende der billionenschweren Notfall-Anleihenkäufe und Angaben dazu, unter welchen Bedingungen die Leitzinsen künftig wieder steigen werden. Die nächste Zinssitzung ist am 22. Juli.

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

VW-Aktien erholen sich

Auf einem guten Weg waren die Volkswagen-Vorzugsaktien, die sich mit plus 2,7 Prozent weiter von ihrem Tief seit Mitte März erholten. Am Freitag waren sie dank starker Eckdaten schon um rund 6 Prozent gestiegen. Nach Börsenschluss war dann noch bekannt geworden, dass Konzernchef Herbert Diess einen neuen Vertrag bis Herbst 2025 erhält. Laut einem Börsianer weicht damit etwas Unsicherheit um die Unternehmensführung.

Volkswagen-Aktie

Energieaktien gefragt

Gut gefragt waren auch die Energiewerte. So rückten die Papiere von RWE um 2,4 Prozent vor. Die Analysten von Goldman Sachs sehen bei "grünen" europäischen Versorgeraktien wie RWE Aufholbedarf. Die Anteile des Energietechnik-Spezialisten Siemens Energy gewannen 1,2 Prozent, nachdem die britische Bank HSBC das Kursziel auf 38 Euro erhöht hatte. Dieses Ziel impliziert ein Kurspotenzial von fast der Hälfte des aktuellen Kurses.

Bayer-Tochter Covestro hebt Prognose an

Auf Unternehmensseite gab es Nachrichten zu Bayer, von denen die Aktien des Chemie- und Pharmakonzerns aber nicht profitieren konnten. Sie fielen um 0,3 Prozent, obwohl das Medikament Finerenon eine US-Zulassung erhalten hat, mit der aber bereits gerechnet wurde. Von der früheren Bayer-Tochter Covestro gab es derweil einen angehobenen Jahresausblick, was aber ebenfalls nicht groß überraschte. Die Aktie des Kunststoffkonzerns gewann 0,6 Prozent.

Wall Street mit neuen Rekorden, Kursrutsch bei Virgin Galactic

Nach einem leicht schwächeren Start ist der bekannteste US-Index Dow Jones Industrial am Montag ins Plus gedreht. Er testete kurz die Marke von 35.000 Punkten und legte zuletzt um 0,31 Prozent auf 34.976 Punkte zu. Damit ist das Börsenbarometer erneut unterwegs in Richtung seines Rekordhochs aus dem Monat Mai bei etwas unter 35.100 Punkten.

Die technologielastigen Nasdaq-Indizes machten es vor, denn sie erreichten gleich zum Handelsauftakt neue Bestmarken. Der S&P 500 folgte rasch und gewann zuletzt 0,22 Prozent auf 4379 Punkte. Der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100, der zunächst bis knapp unter 14.900 Punkte geklettert war, legte im frühen Handel um 0,15 Prozent auf 14.847 Zähler zu.

Nasdaq

Eine geplante Kapitalerhöhung bei Virgin Galactic dämpft die Freude über den erfolgreichen Testflug vom Wochenende. Die Aktien der Weltraumfirma fallen um 12 Prozent auf 43,35 Dollar. Das Unternehmen will neue Anteilsscheine im Volumen von 500 Millionen Dollar ausgeben. Vorbörslich waren sie vor Bekanntgabe der Pläne noch auf knapp 54 Dollar gestiegen.

Bitcoin stabil bei 33.000 US-Dollar

Die Kryptowährung Bitcoin fällt um knapp ein Prozent auf 33.560 US-Dollar. In den vergangenen Tagen hatte die Cyberdevise zwischen 32.000 und 34.000 US-Dollar geschwankt. Die Furcht vor einer verschärften Regulierung und Umweltdebatten im Zusammenhang mit dem energieintensiven Schürfen der digitalen Währungen lasteten weiterhin auf dem Markt, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. "Dass sämtliche vermeintliche Befreiungsschläge bislang im Keim erstickt sind, spricht für eine anhaltenden negativen Trend." Ein Rutsch unter die Marke von 30.000 Dollar bleibe weiterhin möglich.

Bitcoin

Ölpreise mit Verlusten

Die Ölpreise sind am Montag etwas gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 75,11 US-Dollar. Das war 43 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 61 Cent auf 73,96 Dollar. Belastet wurden die Ölpreise durch den zu vielen Währungen gestiegenen Dollarkurs. Dieser macht Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen teurer. Dies dämpft tendenziell die Nachfrage.

Brent

Nach Abschlägen in der vergangenen Woche notieren die Erdölpreise etwa drei Dollar unter ihren Anfang Juli erreichten mehrjährigen Höchstständen. Der Rohölmarkt war zuletzt sehr schwankungsanfällig. Für Verunsicherung hatte vor allem der Streit über die künftige Förderpolitik des mächtigen Ölverbunds Opec+ gesorgt.

Bis Anfang Juli waren die Ölpreise hingegen über Wochen teils deutlich gestiegen. Die Zuwächse waren Folge größerer Zuversicht an den Märkten angesichts fortschreitender Corona-Impfungen und anziehender Konjunktur. Das Rohölkartell Opec rechnet immer noch mit einem deutlichen Nachfrageschub im zweiten Halbjahr.

mit Nachrichtenagenturen
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