US-Wahlen und Börse Wäre ein US-Präsident Trump gut für die Börse?

Donald Trump hat als Investor nicht immer glücklich agiert. Für die Börse muss ein US-Präsident Trump nicht per se schlecht sein. Sicher scheint, das bestimmte Branchen wohl profitieren dürften. Doch Anleger sollten nichts überstürzen.
Agierte als Investor nicht immer mit glücklicher Hand: Donald Trump will US-Präsident werden

Agierte als Investor nicht immer mit glücklicher Hand: Donald Trump will US-Präsident werden

Foto: CARLO ALLEGRI/ REUTERS
Zur Person

Georg Thilenius ist geschäftsführender Gesellschafter der bankunabhängigen Vermögensverwal-tungsgesellschaft Dr. Thilenius Management GmbH in Stuttgart. Das Unternehmen unterliegt der Kontrolle der BaFin.

Im Jahr 1995 ging die Trump Holding & Casino Ressorts im Spielerparadies Atlantic City in New Jersey an die Börse. Anders als erwartet und anders als viele Konkurrenzunternehmen, hat die Gesellschaft jedoch 647 Millionen Dollar Verlust gemacht. Im Jahr 2004 wurde dann das Konkursverfahren eröffnet. Wer bei der Neuemission 100 Dollar investiert hatte, behielt nach Abschluss des Konkursverfahren 10 Cent. Im Ganzen hat Donald Trump für verschiedene Gesellschaften insgesamt vier mal Konkurs angemeldet.

Nun möchte Donald Trump nächster Präsident der Vereinigten Staaten werden. Sollte er sein Ziel tatsächlich erreichen, was kommt dann auf die Wertpapiermärkte zu, fragen sich viele Anleger. Aus der früheren Berufserfahrung eines Kandidaten müssen jedenfalls nicht unbedingt negative Schlüsse gezogen werden.

Als Ronald Reagan sich zu Wahl stellte, waren viele negative Kommentare zu hören: Er sei nur ein zweitklassiger Filmschauspieler und beherrsche nicht den öffentlichen Auftritt, waren nur einige der milderen Vorurteile. Als Präsident aber befreite Reagan das Land aus der Lethargie der 70er Jahre. Die von ihm angestoßenen Reformen führten immerhin zu einem Börsenaufschwung, der vom August 1982 an 18 Jahre lang bis zum Sommer des Jahres 2000 reichte.

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Aus den verschiedenen Unternehmungen Trumps wissen wir, dass er intensiv Möglichkeiten zur Kreditaufnahme genutzt hat. Gleichzeitig kennt er sich im Bau- und Immobiliengeschäft aus. Es ist daher anzunehmen, dass Trump als Präsident kreditfinanzierte Ausgabenprogramme zur Verbesserung der bekanntermaßen dringend verbesserungswürdigen Infrastruktur und natürlich auch zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit starten wird.

Dies dürfte die Staatsverschuldung der USA, die jetzt bereits in der Nähe von 100 Prozent des Bruttosozialproduktes liegt, weiter erhöhen. Wie wir aus leidvoller Erfahrung in Europa wissen, sind die Beschäftigungs- und Wachstumseffekte derartiger Programme nach wenigen Jahren verpufft, die Schulden aber bleiben. Von derartigen Programmen dürfte die Bauwirtschaft profitieren.

Die bisherigen Auftritte im Wahlkampf lassen erwarten, dass ein US-Präsident Trump auch viel Geld in die Verteidigung stecken dürfte. In früheren Phasen der Aufrüstung gehörte die Stahlindustrie zu den großen Profiteuren, weil viele Panzer und Schiffe gebaut wurden. Diese Zeiten sind im wesentlichen vorbei. Heute ist es die Luftfahrtindustrie und die Elektronikindustrie.

Interessante und schon in der Vergangenheit bestens bewährte Aktien in diesem Sektor sind Lockheed Martin  und Northop Grumman, die nach unserer Meinung für den langfristigen Investor kaufenswert sind. Er sollte allerdings Klarheit über den Wahlausgang abwarten.