Börse Siemens mit Kurssprung im Dax

Der Dax tendiert kaum verändert. Die Quartalszahlen von Siemens beflügeln die Aktie des Dax-Schwergewichts. Bitcoin gibt leicht nach.
Börse in Frankfurt: Aktien von Siemens sind am Donnerstag stark gefragt

Börse in Frankfurt: Aktien von Siemens sind am Donnerstag stark gefragt

Foto: Fredrik von Erichsen / picture-alliance/ dpa

Der Dax  folgt den anderen europäischen Börsen und gibt seine Gewinne ab. Er notiert am Mittag 0,2 Prozent im Minus bei 14.203 Punkten. Andere europäische Indizes hatten schon am Vormittag Kursverluste verbucht. Der Dax hatte sich gestützt auf Kursgewinne des Index-Schwergewichts Siemens noch dagegen gestemmt.

Starke Geschäftszahlen von Siemens haben am Donnerstag dem Dax Rückenwind beschert. Börsianer schließen jedoch zumindest kurzfristig eine Verschnaufpause nicht aus nach der Kursrallye der vergangenen Wochen. Nach dem imposanten Kursanstieg des Dax um mehr als 20 Prozent seit dem Jahrestief Ende September wäre eine Konsolidierung "absolut normal und auch gesund", schrieb Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Der MDax  gab um 0,5 Prozent nach auf 25.476 Zähler zu. Der EuroStoxx 50  verlor von 0,4 Prozent auf 3867 Punkte.

Siemens-Aktien erstmals seit März über 130 Euro

Mit plus 8,7 Prozent setzten sich Siemens mit großem Abstand an die Spitze des Dax. Erstmals seit März überwanden die Aktien die Marke von 130 Euro. Analyst Gael de-Bray von der Deutschen Bank sprach von einem "sehr ermutigenden Ausblick" des Industriekonzerns auf das Geschäftsjahr 2022/23. Im Schlussquartal 2021/22 liege der Auftragseingang um 10 Prozent über der Markterwartung. Auch die Barmittel und die Profitabilität seien besser als erwartet.

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Am deutschen Markt steht am Donnerstag das Schwergewicht Siemens als Nachzügler der Berichtssaison mit Quartalszahlen im Blick. Händler werteten das Zahlenwerk und den Ausblick des Industriekonzerns positiv. Zuletzt zogen die Aktien von Siemens um fast 8 Prozent an und notierten damit erstmals seit März wieder über der Marke von 130 Euro.

In der zweiten Reihe im MDax legten Thyssenkrupp um 0,6 Prozent zu. Hier lobten Analysten vor allem die im vierten Geschäftsquartal erwirtschafteten Barmittel des Industriekonzerns. Den Experten zufolge gab es bei den Resultaten und dem Ausblick aber Licht und Schatten.

Rallye an der Wall Street stockt

Nach Wochen mit Gewinnen gerät die Rally an den US-Börsen weiter ins Stocken. Auch am Donnerstag steuern die wichtigsten Indizes an der Wall Street auf Verluste zu. Der Dow Jones Industrial fiel kurz nach Handelsbeginn 0,7 Prozent auf 33.329 Punkte. Für den S&P 500 ging es 1 Prozent abwärts auf 3919 Zähler. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 gab von 1,5 Prozent nach auf 11.009 Punkte.

Bereits seit Dienstag halten sich die Anleger zurück und nehmen Gewinne mit. Zuvor war der Dow Jones noch angesichts eines nachlassenden Preisauftriebs in den USA binnen gut eines Monats um fast ein Fünftel gestiegen. Doch nährten zuletzt Aussagen von Fed-Mitgliedern Zweifel, dass die US-Währungshüter tatsächlich das Tempo ihrer Zinserhöhungen drosseln, wie es der Markt erhofft. Entwarnung brachten neue Konjunkturdaten am Donnerstag nicht: So fielen die Daten vom Arbeits- und Häusermarkt gemischt aus. Zudem zeigte die Umfrage der Notenbank in Philadelphia unter Herstellern zum Geschäftsklima ein unerwartet deutlich verschlechtertes Stimmungsbild.

Mit einem vorbörslichen Kurssprung von mehr als 3 Prozent reagierte auch die Cisco-Aktie auf Nachrichten des Netzwerkausrüsters: Der Konzern hat sich im jüngsten Geschäftsquartal dank nachlassender weltweiter Lieferkettenprobleme überraschend gut geschlagen und eine zuversichtliche Umsatzprognose abgegeben. Die Investmentbank JPMorgan sprach von einem "starken Jahresviertel".

Schwerer taten sich die Anleger offenbar beim Chipkonzern Nvidia- nach zunächst vorbörslichen Gewinnen stand das Papier zuletzt im Minus. Der Konzern hatte im vergangenen Quartal einen kräftigen Umsatzrückgang verbucht, allerdings fiele das Minus weniger deutlich aus als befürchtet. Ein starkes Wachstum bei Technik für Rechenzentren half, die Einbußen im angestammten Geschäft mit Grafikkarten auszugleichen. Ein Blick lohnt wegen der Zahlen auch auf die Rivalen Intel etwa und Advanced Micro Devices (AMD).

Hiobsbotschaft von Einzelhändler Target

Target verloren 13,2 Prozent, nachdem der Konzern vor einem überraschenden Umsatzrückgang im Weihnachtsquartal gewarnt hatte. Der Einzelhändler machte die steigende Inflation und "dramatische Veränderungen" bei den Verbraucherausgaben für einen Rückgang der Nachfrage nach Spielwaren und Elektronikprodukten verantwortlich. Die Prognose erschütterte den Einzelhandelssektor: Macy's, und Best Buy rutschten jeweils rund acht Prozent ab.

Bitcoin deutlich unter 17.000 US-Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin hat ihren Sturzflug der vergangenen Tage leicht fortgesetzt und notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  am Donnerstag rund 1,5 Prozent niedriger bei 16.593 US-Dollar. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck. Zuletzt hatte die Pleite der Handelsplattform FTX für heftige Turbulenzen am Kryptomarkt gesorgt. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise sacken ab

Die Ölpreise sind am Mittwoch nach einem schwankenden Handelsverlauf deutlich unter Druck geraten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  kostete zuletzt 91,90 US-Dollar. Das waren 1,96 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 2,42 Dollar auf 84,50 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von einer nervösen Stimmung unter den Ölinvestoren nach einem Raketeneinschlag in Polen. Mittlerweile gehen Experten aber davon aus, dass es sich um eine Flugabwehrrakete aus der Ukraine handelt. Demnach soll sie nicht aus Russland abgeschossen worden sein, wie zuerst befürchtet wurde. Am Ölmarkt sind die geopolitischen Risiken zuletzt stärker in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.

Den jüngsten Kursrutsch begründeten Händler mit Berichten, wonach ein Abschnitt der Druschba-Ölpipeline, der größten Rohölleitung Europas, nach einer Unterbrechung der Stromversorgung wieder in Betrieb genommen worden sein soll. Die Aussicht auf ein wieder höheres Angebot an Rohöl setzte die Preise entsprechend unter Druck.

Etwas abgefedert wurde der Kursrutsch durch aktuelle Daten zu den Lagerbeständen der USA an Rohöl. Diese sind in der vergangenen Woche deutlich gefallen, was eher für ein knapperes Öl-Angebot spricht.

Mit Nachrichtenagenturen
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