Börse Dax rutscht ins Minus, Dow fällt auf Zwei-Jahres-Tief

Nachdem der Dax sich jüngst erholt hat, rutscht er wieder ins Minus. Infineon und Zalando können im Dax am stärksten punkten. Der Dow fällt auf ein neues Tief. Der Bitcoin springt unter die 19.000-Dollar-Marke.
Tendenziell: Börse in Frankfurt am Main

Tendenziell: Börse in Frankfurt am Main

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Nach dem holprigen Wochenstart am deutschen Aktienmarkt ist auch am Dienstag ein Erholungsversuch gescheitert. Die Nervosität der Anleger bleibt hoch, wie die erneuten Kursschwankungen zeigen. Als Belastungsfaktor im späten Handel nannten Börsianer die Angst vor weiter steigenden Gaspreisen, nachdem der russische Staatskonzern Gazprom vor Risiken beim Gastransport über die Ukraine gewarnt hatte.

Der Dax drehte im Handelsverlauf deutlich von einem deutlichen Plus in die Minuszone und schloss mit einem Verlust von 0,72 Prozent bei 12.139 Punkten – dem niedrigsten Stand seit November 2020. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Dienstag um 0,48 Prozent auf 22.342 Punkte nach unten.

Auch die anderen europäischen Leitbörsen standen unter Verkaufsdruck. Der EuroStoxx 50 verlor 0,42 Prozent auf 3329 Zähler.

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Infineon in der Dax-Spitze

Die Aktie des Online-Textilhändlers Zalando führte den Dax mit einem Plus von mehr als 4 Prozent an. Die Papiere des Halbleiterkonzerns Infineon stiegen in der Spitze um mehr als vier Prozent, zuletzt betrug das Plus noch etwas mehr als 2 Prozent. Für die Anteilsscheine des Halbleiterindustrie-Ausrüsters Aixtron ging es um 3,3 Prozent nach oben. Die Aktien des Softwareanbieters Teamviewer legten als MDax-Spitzenreiter um rund 6 Prozent zu.

Tags zuvor hatten die Tech-Werte unter anderem auch von einer optimistischeren Branchenstudie der US-Bank JPMorgan profitiert, die bei Wachstumswerten einen taktischen Einstiegszeitpunkt gekommen sieht. In den vergangenen anderthalb Monaten hätten Anleger Substanzwerte bevorzugt und vor allem die wachstumsstarken Technologiewerte überwiegend verkauft. "Jetzt, wo die Kurse hier nach unten gehandelt wurden, könnte sich eine Gelegenheit für einen neuen taktischen Aufschwung ergeben", schrieb JPMorgan-Analyst Mislav Matejka. Weil die Technologiebranche stark kreditfinanziert und deshalb von steigenden Zinsen betroffen ist, war sie zuletzt deutlich unter Verkaufsdruck geraten.

Wall Street fällt auf Zwei-Jahres-Tief

Die Aussicht auf weitere drastische Zinserhöhungen der Notenbank Fed verdirbt US-Anlegern die Laune. Der US-Standardwerteindex Dow Jones und der breit gefasste S&P 500 fallen am Dienstag nach anfänglichen Gewinnen um jeweils 0,8 Prozent. Mit 29.020 und 3626 Punkten notierten sie zeitweise so niedrig wie zuletzt vor etwa zwei Jahren. Der technologielastige Nasdaq büßt 0,3 Prozent ein.

Führende US-Notenbanker macht sich für eine weitere Straffung der Geldpolitik stark und bringt eine Anhebung um mindestens einen weiteren Prozentpunkt bis zum Jahresende ins Gespräch. Die Fed hatte den Schlüsselsatz zuletzt drei Mal in Folge um jeweils 0,75 Prozentpunkte angehoben.

Damit folgten sie der Linie von Fed-Chef Jerome Powell, sagte Brandon Pizzurro, Manager beim Vermögensverwalter CuideStone. "Sie wollen Märkte, Investoren und die Welt wissen lassen, dass sie die Zinsen weiter anheben werden und die Inflation noch nicht Griff ist."

Nasdaq 100

Bitcoin wieder unter 19.000 US-Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin notierte auf der Handelsplattform Coinbase  zuletzt bei 18.955 US-Dollar mit 5,5 Prozent. Im November vergangenen Jahres erreichte die Kryptowährung noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise steigen wieder

Die Ölpreise haben sich am Dienstag von ihren starken Abschlägen der vergangenen Handelstage ein Stück weit erholt. Gegen Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  85,46 US-Dollar. Das waren 1,40 Dollar mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg um 1,08 Dollar auf 77,79 Dollar.

Am Montag waren die Preise der beiden wichtigen Sorten auf den tiefsten Stand seit Januar gefallen. Hintergrund sind die trüben Konjunkturaussichten und steigende Leitzinsen. Beides lastet auf der Nachfrage nach Erdöl und Ölprodukten wie Benzin oder Diesel.

Entlastung kam am Dienstag vom Dollar, der zu vielen Währungen etwas weniger stark tendierte. Der Dollar spielt auf den Ölmärkten eine große Rolle, weil sein Kurs den Preis für Interessenten aus anderen Währungsräumen mitbestimmt. Rohstoffe und Öl werden überwiegend in der US-Währung gehandelt. Steigt der Dollarkurs, hebt das den rechnerischen Preis für viele Nachfrager und senkt deren Nachfrage - und umgekehrt.

Mit Nachrichtenagenturen
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