Ukraine-Krise belastet Börse Nasdaq und Bitcoin knicken erneut ein

Russische Truppen setze ihren Aufmarsch an der Grenze zur Ukraine fort. Dow Jones, Nasdaq und Bitcoin tauchen am Abend erneut ab. Im Dax legen dagegen die Aktien von Continental-Aktien zu – eine Aufspaltung wird diskutiert.
Schwankungen an der Börse: Dax und Dow haben am Donnerstag einen Rückschlag erlitten

Schwankungen an der Börse: Dax und Dow haben am Donnerstag einen Rückschlag erlitten

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

Kursverluste an der Börse: Der Dax hat am Donnerstag unter wieder aufgeflammten Sorgen wegen einer Eskalation des Ukraine-Konflikts gelitten. Der Deutsche Aktienindex schloss nach einem zunächst verhaltenen Handelsstart 0,7 Prozent tiefer bei 15.268 Punkten und knüpfte damit an seine Vortagesverluste an. Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 0,43 Prozent auf 33.389 Punkte nach und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,6 Prozent auf 4113 Punkte.

Die Nervosität am Markt hatte am Nachmittag spürbar zugenommen. US-Präsident Joe Biden sagte, die Gefahr einer Invasion in der Ukraine sei "sehr hoch". Nach seiner Einschätzung kann es "in den nächsten paar Tagen" dazu kommen. Unter der Nervosität am Markt litten vor allem spekulative Assets: Die Kryptowährung Bitcoin baute ihre Verluste am Abend auf mehr als 7 Prozent aus und stürzte Richtung 40.000 US-Dollar. Die Kryptowährung Ether verlor mehr als 8 Prozent an Wert. An der Nasdaq gaben Technologiewerte deutlich nach, der Index verlor im späten Handel mehr als 2 Prozent an Wert.

Dax

Continental Aktie legt zu – Plan für Aufspaltung steht

An der Dax-Spitze legte die Aktie von Continental um 4,5 Prozent auf 91,60 Euro zu. Der Autozulieferer hat sich für eine weitgehende Aufspaltung des Konzerns bereit gemacht, wie manager magazin exklusiv berichtet . Das Unternehmen habe sich so umstrukturiert, dass diverse große Einheiten jederzeit abgetrennt und verkauft oder an die Börse gebracht werden könnten. Der Plan für die Aufspaltung stehe, es müsse nur der Startknopf gedrückt werden, sagen Beteiligte. Ziel sei es, den Wert von Continental mindestens zu verdoppeln.

Leicht im Minus lagen dagegen die Papiere von BMW nach dem Bekanntwerden der China-Pläne des Konzernchefs .

Zinswende bleibt Thema

Auch die Mitschriften der vergangenen US-Notenbanksitzung konnten nicht nachhaltig für Beruhigung an den Börsen sorgen. Wie daraus hervorging, sind sich die US-Währungshüter einig, dass es bald angebracht sein wird, die Zinsen zu erhöhen. Doch dabei wollen sie von Sitzung zu Sitzung über den angemessenen Kurs entscheiden und somit quasi auf Sicht fahren. Sichere Anlagehäfen waren gefragt. Der Goldpreis schwang sich auf ein Acht-Monats-Hoch von 1890 Dollar je Feinunze. Auch die Kurse von Staatsanleihen zogen an, im Gegenzug fiel die Rendite der US-Treasuries um mehr als zwei Basispunkte.

Commerzbank erzielt wieder Gewinn

Die Geschäftszahlen und den Ausblick der Commerzbank nannte ein Händler besser als erwartet. Die Aktien gewannen deutlich. Laut den Analysten von JPMorgan liegt die Bank mit ihrer Restrukturierung auf Kurs. Der Ausblick sei besser als erwartet ausgefallen, sagte ein Händler. Für 2022 werden ein Konzernergebnis von mehr als einer Milliarde Euro und eine Dividendenzahlung angestrebt.

Nach Jahreszahlen und starkem Handelsauftakt erwies sich für Airbus das Zwischenhoch von Anfang Januar als zu hohe Hürde. Der Kurs drehte ins Minus mit zuletzt 1,1 Prozent. Dem Flugzeugbauer gelang im zweiten Coronajahr 2021 der höchste Gewinn seiner Geschichte.

Alle Indizes, Fonds und Aktien auf einen Blick:
Hier geht es zu unserer Börsenseite 

US-Börsen im Minus

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag im Verlauf 1,1 Prozent tiefer bei 34.541 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab ebenfalls 1,1 Prozent auf 4426 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor zuletzt mehr als 2 Prozent. Schwergewichte wie Nvidia und Tesla tauchten im späten Handel ab.

Nasdaq

Nasdaq

Alle Indizes, Fonds und Aktien auf einen Blick:
Hier geht es zu unserer Börsenseite 

Bitcoin sinkt deutlich

Andere riskante Anlagen wie Kryptowährungen notierten am Donnerstag Abend ebenfalls deutlich im Minus. Bitcoin stand zuletzt auf der Handelsplattform Bitstamp  bei rund 41.300 US-Dollar. Das ist ein Minus von mehr als 7 Prozent gegenüber dem Vortag. Andere Kryptowährungen zeigten sich ebenfalls deutlich schwächer.

Bitcoin

Ölpreise kaum verändert

Die Preisschwankungen auf dem Rohölmarkt setzen sich am Donnerstag fort. Nach kräftigen Aufschlägen am Vortag gaben die Ölpreise spürbar nach. Die Nordseesorte Brent  verbilligte sich um zwei Prozent auf 92,95 Dollar je Fass (159 Liter) je Fass. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 1,42 Dollar auf 92,24 Dollar.

Zwar befürchteten Rohstoff-Anleger, dass ein Krieg zu Sanktionen gegen russisches Öl führen und die weltweite Versorgung mit dem Rohstoff einschränken würde. Allerdings weckten positive Signale von den Verhandlungen über das Atomabkommen mit dem Iran die Hoffnung auf die Rückkehr iranischen Öls auf den Weltmarkt.

Brent

Rohstoff-Anleger befürchteten, dass ein Krieg zu Sanktionen gegen russisches Öl führen und die weltweite Versorgung mit dem Rohstoff einschränken würde, sagte Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets. "Das könnte zu einem weiteren Anstieg der Ölpreise führen und die Verbraucher dort treffen, wo sie es am meisten spüren – bei den Energiekosten und damit im Portemonnaie." Positive Signale von den Verhandlungen über das Atomabkommen mit dem Iran schürten indes die Spekulationen auf ein bald wieder höheres Angebot an den Ölmärkten.

Mit Nachrichtenagenturen