Börse Juni-Gewitter lässt Dax-Gewinne schrumpfen

Mehr als 12 Prozent hatte der Dax von Jahresstart bis zu seinem Mitte Mai erreichten Rekordhoch zugelegt - dann kam der Kursrutsch. Zum Ende des ersten Halbjahres steht nur noch ein Plus von 4,5 Prozent zu Buche. Am letzten Handelstag im Juni rutschte der Dax wieder unter die 8000-Punkte-Marke.
Frankfurter Börse: Dax scheitert an der 8000-Punkte-Marke

Frankfurter Börse: Dax scheitert an der 8000-Punkte-Marke

Foto: REUTERS

New York / Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienindex Dax  ist am letzten Handelstag des ersten Halbjahrs wieder unter die Marke von 8000 Zählern gerutscht . Zeitweise baute der deutsche Leitindex seine Verluste auf 0,9 Prozent aus und fiel auf 7921 Zähler. Im späten Handel verringerte der Dax (Kurswerte anzeigen) seine Verluste jedoch wieder auf 0,4 Prozent und ging schließlich bei 7959 Zählern aus dem Handel.

Auf Wochensicht bedeutete dies noch einen Gewinn von 2,1 Prozent für den Dax (Kurswerte anzeigen) . Die Halbjahresbilanz weist ein Plus von 4,5 Prozent für den deutschen Leitindex aus - auf dem Jahreshoch im Mai hatte der Aufschlag allerdings noch mehr als 12 Prozent betragen.

Der MDax  sank am Freitag um 0,7 Prozent auf 13.706 Punkte. Für den TecDax  ging es um 0,7 Prozent auf 946, Punkte nach unten.

Wall Street startet mit Verlusten

Auch die Wall Street stabilisierte sich nach schwachem Start. Besonders belasteten kurz nach Börsenstart die schwachen Einkaufsmanager-Daten aus der Region Chicago sowie einige mit Enttäuschung aufgenommene Quartalsberichte. Im frühen Handel büßte der Dow Jones  daraufhin 0,8 Prozent auf 14.900 Punkte ein, konnte seine Verluste bis zum Handelsschluss in Deutschland jedoch auf 0,2 Prozent begrenzen.

Im Juni hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Region Chicago stärker als erwartet eingetrübt. Der entsprechende Index war auf 51,6 Zähler gefallen. Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 55,0 Punkte gerechnet. Damit bleibt dieser Frühindikator aber weiter über die wichtige Marke von 50 Punkten und signalisiert eine wirtschaftliche Belebung.

Hierzulande sorgten Spekulationen um ThyssenKrupp , der gesenkte Ausblick der SGL Group  und die Erstnotierung von Kion  für Gesprächsstoff.

Gerüchte beflügeln ThyssenKrupp

Die Aktien von ThyssenKrupp  haben am Freitag von erneuten Spekulationen über einen möglichen Einstieg der RAG-Stiftung profitiert. Die Titel des Industrie- und Stahlkonzerns schlossen an der Dax-Spitze mit einem Plus von 3,21 Prozent bei 15,095 Euro.

"Wenn wir von ThyssenKrupp oder von der Politik zu diesem Schritt gebeten werden, denken wir darüber nach", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) einen Insider aus dem Umfeld von RAG-Chef Werner Müller. Der Essener Traditionskonzern steckt wegen milliardenschwerer Fehlinvestitionen in Übersee in Geldnot. Vorstandschef Heinrich Hiesinger kann daher eine Kapitalerhöhung nicht mehr ausschließen - eigentlich ein Tabuthema für ThyssenKrupp. Denn aller Voraussicht nach könnte dabei der Hauptaktionär, die Krupp-Stiftung, nicht mitziehen und damit ihre Sperrminorität von gut 25 Prozent als Schutz vor Übernahmen verlieren.

Holpriger Börsenstart für Kion

Bei der Börsenpremiere von Kion  sind die Aktien knapp über ihrem Ausgabepreis gestartet. Der erste Kurs am Freitag lag bei 24,19 Euro. Der Ausgabepreis hatte 24 Euro betragen. Europas größter Gabelstapler-Konzern hatte seine Aktien damit nur am unteren Ende der Preisspanne platzieren können. Im Handelsverlauf fiel der Kurs der Kion-Aktie jedoch unter den Ausgabepreis.

Gewinnwarnung von SGL Carbon

SGL Carbon (Kurswerte anzeigen) ging auf Talfahrt, nachdem das Unternehmen seine Prognose für dieses Jahr erneut gesenkt hatte. Das Unternehmen erwartet nun beim Ebitda einen Rückgang von 50 bis 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, bisher war ein Minus von 20 bis 25 Prozent erwartet worden. Die Aktien fielen um bis zu 8,8 Prozent auf 25,02 Euro, den tiefsten Stand seit Februar 2011.

Euro erholt sich

Der Referenzkurs des Euro  ist am Freitag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3080 (Donnerstag: 1,3032) Dollar fest. Der Dollar  kostete damit 0,7645 (0,7673) Euro.

Ölpreise legen zu

Die Ölpreise haben am Freitag die kräftigen Gewinne aus dem Wochenverlauf halten können. Händler nannte zuletzt gute Konjunkturdaten aus den USA und Hinweise auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum in Japan als Gründe. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Auslieferung im August stieg auf 102,88 US-Dollar. Das waren sechs Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte um 28 Cent auf 97,33 Dollar.

krk/dpa/rtr