Montag, 17. Februar 2020

Börse Draghi hebt Dax auf Dreimonatshoch

Frankfurter Börse: Aussicht auf eine behutsame US-Zinswende und auf mehr billiges Geld im Euro-Raum belasten den Euro - und schieben trotz der jüngsten Terrorwelle die europäischen Aktienmärkte an

Der Dax hält sich zum Wochschluss klar über der Marke von 11.000 Punkten. EZB-Chef Mario Draghi deutet weitere mögliche Geldspritzen an. Auch an der Wall Street legen die Indizes zu.

Frankfurt / New York - Die Hoffnung auf weiteren Rückenwind durch die Geldpolitik hat dem Dax Börsen-Chart zeigen am Freitag den höchsten Stand seit über drei Monaten beschert. Am Nachmittag bröckelten die Gewinne beim deutschen Leitindex zwar etwas ab - doch zum Schluss behauptete er immerhin ein Plus von 0,3 Prozent auf 11.119 Punkte. Auf Wochensicht gewann das Börsenbarometer damit knapp 4 Prozent an Wert.

Der US-Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen Jones Industrial stand zum europäischen Börsenschluss 0,6 Prozent im Plus.

Mario Draghi hatte auf einem Bankenkongress in Frankfurt erneut die Bereitschaft der Notenbank angedeutet, ihre bereits extrem expansive Geldpolitik weiter zu lockern. "Wir werden alles Notwendige tun, um die Inflation so schnell wie möglich wieder zu erhöhen", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

Zinswende: Anleger rechnen mit kleiner Zinserhöhung in USA im Dezember

Zudem rechnen Marktexperten damit, dass die US-Notenbank Fed zwar im Dezember die lang erwartete Zinswende einleiten, in der Folge aber nur sehr behutsam an der Zinsschraube drehen wird. Durch steigende Zinsen verlieren Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren an Attraktivität. Andererseits würde eine Straffung der Geldpolitik die Zuversicht der amerikanischen Währungshüter in die heimische Wirtschaft unterstreichen.

Volkswagen setzt Erholung fort

Unter den Einzelwerten zogen die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) wieder einmal Aufmerksamkeit auf sich. Erneut waren sie Spitzenwert im Dax und bauten ihre Vortagesgewinne von mehr als 4 Prozent um weitere 2,46 Prozent aus. Allerdings haben sie seit Bekanntwerden des Abgas-Skandals rund ein Drittel an Wert eingebüßt. Wie Vorstandschef Matthias Müller nach der Aufsichtsratssitzung mitteilte, sollen die Sachinvestitionen im neuen Jahr auf maximal 12 Milliarden reduziert werden - das sind eine Milliarde Euro weniger als im Schnitt der vergangenen Jahre. Die Stammbelegschaft soll gehalten werden.

Vonovia gefragt

Der fortgesetzte Wohnungsbau-Boom in Deutschland stützte die Aktien der Immobilienunternehmen: So gewannen die Vonovia-Titel als drittstärkster Wert im Leitindex 1,02 Prozent, während Deutsche Wohnen im MDax um 1,47 Prozent stiegen und LEG Immobilien um 1,01 Prozent. Von Januar bis September 2015 war bundesweit der Bau von 222 800 Wohnungen genehmigt worden, was mit Blick auf das Vorjahr eine Steigerung von 4,8 Prozent bedeutet.

Euro fällt weiter

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 140,30 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,03 Prozent auf 158,03 Punkte. Der Eurokurs sank auf 1,0659 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,0688 (Donnerstag: 1,0687) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,9356 (0,9357) Euro.

Realtime-Kurse: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit

ts/Reuters/dpa-afx

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