Montag, 9. Dezember 2019

Dax-Anleger auf Rückzug Schuldenstreit hält Anleger in Schach

Griechenland und Europa - eine unzertrennliche Verbindung? Die Börsianer warten erst einmal ab

Eine Lösung im griechischen Schuldenstreit zeichnete am Montag nicht ab. So strichen Dax-Anleger erst einmal einen Teil der jüngsten Gewinne ein. Papiere der Lufthansa und der Deutschen Bank waren gefragt.

Frankfurt am Main - Angesichts der nächsten Verhandlungsrunde in der griechischen Schuldenkrise haben sich die Anleger am Frankfurter Aktienmarkt am Montag zurückgehalten. Der Dax Börsen-Chart zeigen unterbrach seine Rekordjagd und gab zum Handelsschluss um 0,37 Prozent auf 10.923 Punkte nach. Nachbörslich rutschte der Index weiter ab. Impulse aus den USA waren wegen der feiertagsbedingt geschlossenen US-Börsen Fehlanzeige. Noch am Freitag war dem deutschen Leitindex erstmals in seiner Geschichte der Sprung über die Marke von 11 000 Punkten gelungen.

Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen ging am Montag mit minus 0,03 Prozent auf 19 282,96 Punkte so gut wie unverändert über die Ziellinie. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen gewann 0,37 Prozent auf 1523,01 Punkte.

Keine Anzeichen für Einigung mit Athen

Am Nachmittag nahmen die Euro-Finanzminister in Brüssel ihre Beratungen über ein verändertes Rettungsprogramm für Griechenland auf. Zunächst gab es keine Anzeichen für eine bevorstehende Einigung mit Athen. "Die griechische Regierung hat sich offenbar gar nicht bewegt", kommentierte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Ende Februar laufen die bisher vereinbarten Hilfen für Athen aus. Griechenlands Finanzmärkte standen zum Wochenauftakt sichtbar unter Druck: Während die Renditen für Staatsanleihen stiegen, ging es für den Leitindex Athex Composite um 3,83 Prozent bergab. "Sollten die Schlichtungs-Gespräche scheitern, dürfte dies wohl Gewinnmitnahmen auslösen", so Analystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Aktien der Deutschen Bank an der Spitze

Lufthansa Börsen-Chart zeigen legten nach dem Streikende bei der Tochter Germanwings um 1,56 Prozent zu. Auch die Bankentitel waren gut unterwegs: So setzten die Papiere der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen mit einem Plus von 1,64 Prozent an der Dax-Spitze ihren Höhenflug fort. Dagegen knüpften die Aktien der Deutschen Börse Börsen-Chart zeigenmit minus 1,16 Prozent an die Korrekturbewegung vom Freitag an.

Ansonsten kamen kursbewegende Unternehmensnachrichten eher aus den hinteren Reihen: Die Aktien von Deutsche Wohnen Börsen-Chart zeigen verloren im MDax 0,94 Prozent, nachdem der Immobilienkonzern angekündigt hatte, er wolle den österreichischen Rivalen Conwert für rund 1,2 Milliarden Euro übernehmen.

Grammer rutschten trotz guter Zahlen deutlich ab

Im SDax Börsen-Chart zeigen der geringer kapitalisierten Unternehmen dominierten Meldungen von Autozulieferern. Aktien von Grammer Börsen-Chart zeigen sackten trotz des vierten Umsatzrekords in Folge am SDax-Ende um 8,20 Prozent ab. Börsianer monierten, dass der Hersteller von Fahrzeugsitzen mit seinem Geschäftsausblick unter den Erwartungen geblieben sei. Die Aktionäre von Stabilus durften sich nach Geschäftszahlen zunächst über deutliche Kursgewinne freuen - am Handelsende stand jedoch ein kräftiges Minus von 2,54 Prozent auf der Kurstafel.

Der EuroStoxx 50 verlor 0,41 Prozent auf 3433 Punkte. Moderat nach unten ging es auch für den Cac-40-Index in Paris und den FTSE-100-Index in London.

Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere stieg auf 0,27 (Freitag: 0,26) Prozent. Der Rentenindex Rex gewann 0,06 Prozent auf 140,31 Punkte. Für den Bund-Future ging es um 0,15 Prozent auf 159,06 Punkte hoch. Der Euro gab zuletzt nach und fiel unter den von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesetzten Referenzkurs von 1,1408 (Freitag: 1,1381) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8766 (0,8787) Euro.

.

rei/dpa/rtr

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung