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Die britische Wahl: David oder Ed? David!

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Börse Dax stürzt ab - und schließt dann fester

Nach einem Sturz bis unter 11.200 Punkte hat sich der Dax noch aufgerappelt: Positive Daten vom US-Arbeitsmarkt und eine feste Wall Street verhalfen dem deutschen Leitindex zu einem festen Schluss.
Von mm-newsdesk

Der Dax  hat am Donnerstag seine Verluste eingedämmt, nachdem er zeitweise unter die Marke von 11.200 Punkte gefallen war. Der deutsche Leitindex ging 0,5 Prozent fester bei 11.408 Punkten aus dem Handel. Für den MDax  ging es um 0,3 Prozent hoch auf 20.061 Punkte, und der TecDax  verbesserte sich um 1,5 Prozent auf 1614,81 Punkte.

Binnen vier Wochen hat der Dax mehr als 6 Prozent nachgegeben. Anfang April hatte der Index noch gut 1000 Punkte höher notiert. "Mit dem Euro und dem Bund-Future steht und fällt der Dax", fasste ein Händler zusammen. Der Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe war am Vormittag in der Spitze um 249 Ticks auf ein Fünf-Monats-Tief von 151,44 Punkten eingebrochen. Das war einer der größten Kursstürze seiner Geschichte. Das hatte auch den Dax zunächst um bis zu 1,6 ins Minus gedrückt. Schon vorige Woche hatten Händler von einem "Blitzcrash" am Rentenmarkt gesprochen. Durch die Anleihekäufe der EZB - die Notenbank kauft zur Ankurbelung der Konjunktur monatlich Bonds für 60 Milliarden Euro - sei der Markt ausgetrocknet, was die Schwankungen erheblich erhöhe, erklärte Analyst Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM.

Dazu komme Unsicherheit wegen der Unterhauswahlen in Großbritannien. Vom Ausgang hängt ab, ob das Königreich auf einen Ausstieg aus der Europäischen Union - den sogenannten "Brexit" - zusteuert. Umfragen zufolge liegen die regierenden Konservativen und die oppositionelle Labour Party fast gleichauf.

Positive Signale vom US-Arbeitsmarkt

Der Euro verteuerte sich parallel zu den steigenden Renditen bis auf 1,1391 Dollar und stand damit zeitweise so hoch wie zuletzt Mitte Februar. Mit den fallenden Renditen bröckelte er ab und notierte am Nachmittag mit 1,1290 Dollar gut einen halben US-Cent niedriger als am Vorabend in New York.

Gute Nachrichten kamen indes vom US-Arbeitsmarkt. Dort hatten in der vergangenen Woche weniger Menschen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt als erwartet. Dies stimmt hoffnungsvoll für den an diesem Freitag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht für April.

Der Dow Jones  rückte um 0,4 Prozent auf 17.920 Punkte vor, nachdem er zur Wochenmitte noch weiter unter enttäuschenden Konjunkturnachrichten gelitten hatte. Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es um 0,4 Prozent auf 2088 Punkte nach oben. Der Nasdaq Composite  gewann ebenfalls 0,4 Prozent auf 4399 Punkte.

HeidelbergCement an der Dax-Spitze

Aktien von HeidelbergCement  führten den Dax mit plus 3,7 Prozent an. Eine weiterhin gute Nachfrage in den USA und Großbritannien haben beim Baustoffkonzern die Geschäfte im Auftaktquartal angekurbelt. Zudem sorgten der schwächere Euro und niedrigere Energiepreise für Rückenwind. Das Ebitda legte in den ersten drei Monaten um 46 Prozent zu. Damit schnitt HeidelbergCement besser ab als Experten erwartet hatten. Der Umsatz kletterte um 12 Prozent.

Eon verdient mehr

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Die britische Wahl: David oder Ed? David!

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Der größte deutsche Versorger Eon musste Federn lassen. Wegen der niedrigen Öl- und Strompreise verdiente der Konzern, der sich in zwei Unternehmen für erneuerbare und für fossile Energien aufspaltet, im laufenden Geschäft 2,83 Milliarden Euro (minus 9 Prozent). Unterm Strich gelang Eon zwar ein Plus von 39 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro - Grund dafür waren aber unter anderem einmalige Buchgewinne. Anleger griffen dennoch zu und hievten Eon  2 Prozent ins Plus.

Beiersdorf wächst in Amerika

Der Nivea-Produzent Beiersdorf verbuchte unterm Strich 181 Millionen Euro Gewinn, nach 166 Millionen Euro Anfang 2014. Die Erlöse kletterten um 6,9 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Hauptursachen: Der schwache Euro und Zuwächse in Amerika. Titel von Beiersdorf  rangierten 1,7 Prozent im Plus.

Lanxess mit geringeren Kosten

Ebenfalls profitieren konnte der Spezialchemie-Anbieter Lanxess , dessen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 11,7 Prozent auf fast 230 Millionen Euro zulegte. Zur hohen Nachfrage im Ausland kamen geringere Rohstoffkosten und der Umbau mit Stellenabbau. Lanxess hatte 2014 angekündigt, 1000 Jobs einzusparen - Sonderkosten hierfür drückten jedoch den Nettogewinn um 12 Prozent. Lanxess -Aktien legten 0,8 Prozent zu.

Henkel fährt höchsten Quartalsumsatz ein

Der Konsumgüter-Riese Henkel konnte den starken Dollar - als Spiegelbild der Euro-Schwäche - für sich nutzen. Zusammen mit Zukäufen und dank des eigenen Wachstums fuhr der Konzern mit 4,4 Milliarden Euro (plus 12,7 Prozent) den höchsten Quartalsumsatz seiner Geschichte ein. Das bereinigte Betriebsergebnis des Persil- und Pattex-Herstellers stieg um 14,1 Prozent auf 707 Millionen Euro. Aktien von Henkel verloren dennoch 0,4 Prozent.

Gewinneinbruch bei Munich Re

Orkan "Niklas", ein Großbrand und die niedrigen Zinsen haben beim weltgrößten Rückversicherer Munich Re zum Jahresstart für einen Gewinneinbruch gesorgt. Im ersten Quartal blieb unter dem Strich deutlich weniger übrig als im Vorjahreszeitraum. Für 2015 hat Vorstandschef Nikolaus von Bomhard die Aktionäre bereits auf sinkende Profite vorbereitet. Finanzchef Jörg Schneider sieht den Konzern aber auf Kurs zum angepeilten Jahresgewinn von 2,5 bis 3,0 Milliarden Euro, wie er am Donnerstag in München sagte. Die Aktien von Munich Re  gewannen 0,1 Prozent.

Siemens kürzt noch einmal drastisch

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Geld für Aktionäre: Die besten Dividendenwerte im Dax

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Ein Arbeitsplatz-Abbau soll auch bei Siemens die Zahlen aufpolieren. Der von der IG Metall kritisierte Radikalumbau des Elektrokonzerns trifft nach jüngsten Angaben des Managements 13.100 Stellen in aller Welt, davon 5100 in Deutschland. Die Kürzungen von Konzernchef Joe Kaeser fallen noch einmal größer aus als zunächst bekanntgegeben. Probleme der Energiesparte, etwa die Nachfrageflaute bei Gasturbinen, ließen den betrieblichen Gewinn von Siemens im Industriebereich um 5 Prozent auf rund 1,66 Milliarden Euro sinken. Aus eigener Kraft - also ohne den Einfluss von Zukäufen - stagnierte der Umsatz, insgesamt konnte er um 8 Prozent auf 18 Milliarden Euro zulegen. Siemens -Aktien verloren 1,4 Prozent.

Allianz-Aktien ex Dividende

Mit minus 3,1 Prozent am Dax-Ende lagen Allianz -Aktien , die tags zuvor den deutschen Leitindex nach eigenen Geschäftszahlen noch angeführt hatten. Der Versicherer schüttet 6,85 Euro je Anteilsschein aus. Zudem strichen die Experten von S&P Capital ihre Kaufempfehlung. Neue Kapitalanforderungen und das Niedrigzinsumfeld sorgten jedoch für Gegenwind, hieß es.

Metro rutschen ab nach Haniel-Anteilsverkauf

Im MDax  rutschten die Papiere von Metro  um fast 5 Prozent ab. Großaktionär Haniel hat seine Abhängigkeit von dem Düsseldorfer Handelsriesen weiter verringert. Die Beteiligung wurde um 16,25 Millionen Aktien auf rund 25 Prozent gesenkt. Die Aktie näherte sich nun dem Platzierungspreis von 30,37 Euro, den institutionelle Anleger im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens bezahlt hatten.

la/rei/ts/dpa/reuters
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