Börse Dax steigt - US-Firmen schaffen 850.000 neue Jobs

Der Dax hat angesichts der Rekordjagd in den USA seine Erholung zum Wochenende fortgesetzt. US-Firmen haben im Juni 850.000 neue Jobs geschaffen. Da der Jobmotor brummt, steigen auch die Inflationssorgen.
Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt: Der Dax notiert nahe Rekordniveau

Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt: Der Dax notiert nahe Rekordniveau

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Kursgewinne zum Wochenschluss: Der Dax  hat am Freitag an die Erholung vom Vortag angeknüpft. Der Dax notierte zuletzt 0,3 Prozent im Plus bei 15.650 Zählern und notiert damit nahe Rekordhoch. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Plus von 0,27 Prozent. Für den EuroStoxx 50  als Leitindex der Eurozone ging es ebenfalls leicht bergauf (+0,1 Prozent). Auch der MDax  der mittelgroßen Börsenwerte notierte etwas fester (+0,6 Prozent).

Für Schub sorgten frische Konjunkturdaten aus den USA. Die Lage am US-Arbeitsmarkt hat sich im Juni stärker aufgehellt als erwartet. Es entstanden 850.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft, wie die Regierung in Washington am Freitag mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit 700.000 gerechnet - nach einem Jobaufbau von 583.000 im Mai. Die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote stieg allerdings überraschend um einen Tick auf 5,9 Prozent. Damit dürfte das Billiggeld der Fed weiter die Aktienmärkte antreiben.

Der Euro hat am Freitag an seine schwache Entwicklung der vergangenen Tage angeknüpft. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1823 (Donnerstag: 1,1884) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8458 (0,8415) Euro. Zur Euro-Schwäche dürfte beigetragen haben, dass sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde (65) in einem Zeitungsinterview zurückhaltend zur weiteren konjunkturellen Entwicklung äußerte.

Dax

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Grenke nach Zahlen gefragt, Mister Spex mit verhaltenem Börsendebüt

Am deutschen Aktienmarkt zählte Grenke mit einem Kursplus von gut drei Prozent zu den Favoriten. Anleger reagierten erleichtert, dass die wegen angeblicher Bilanz-Tricksereien in die Schlagzeilen geratene Leasingfirma das Neugeschäft stabil halten konnte.

Gefragt waren auch die Papiere von Mister Spex. Sie stiegen bei ihrem Börsendebüt zunächst über ihren Ausgabepreis von 25 Euro. Später lagen die Papiere mit 24,82 Euro leicht unter dem Ausgabepreis. Die Emission des Online-Optikers war 375 Millionen Euro schwer.

Bitcoin erneut mit Verlusten

Die Kryptowährung Bitcoin bleibt unter Druck und fiel am Freitag zeitweise wieder unter die Marke von 33.000 Dollar. Mitte der Woche hatte sie sich nach dem Kursrutsch vom Wochenende bei 35.000 Dollar stabilisiert. Im April hatte die Cyberdevise noch bei rund 65.000 US-Dollar notiert.

Bitcoin

Die Meldung, dass die Deutsche Börse ihr Geschäft mit Kryptowährungen ausbaut, konnte die Währung nicht nachhaltig stützen. Der Börsenbetreiber hat die Mehrheit an dem Schweizer Kryptobroker und Vermögensverwalter Crypto Finance AG  übernommen. Auch die Nachricht, dass die deutsche Finanzaufsicht Bafin der deutschen Tochter der US-Krypto-Handelsplattform Coinbase jetzt die Lizenz für die Verwahrung und den Handel mit digitalen Währungen erlaubt, ließ Anleger zugreifen.

Rekordjagd an den US-Börsen

Nach einem stark ausgefallenen Arbeitsmarktbericht winken den US-Börsen am Freitag Kursgewinne und erneute Rekorde. Der Broker IG taxierte den Leitindex Dow Jones Industrial eine Dreiviertelstunde vor Handelsbeginn 0,20 Prozent höher bei 34 702 Punkten und den technologielastigen Nasdaq 100 0,52 Prozent im Plus bei 14 635 Zählern. Letzterer würde damit nach dem Mittwoch erneut ein Rekordhoch markieren. Der markbreite S&P 500 hatte am Donnerstag eine Bestmarke erreicht - lediglich dem Dow fehlt aktuell noch ein kleines Stück zu erneuten Rekorden.

Die US-Wirtschaft hat im Juni mehr Jobs geschaffen als von Analysten erwartet. Zu Beginn der Corona-Krise war die Beschäftigung im Frühjahr 2020 mit Rekordtempo eingebrochen. Seitdem erholt sich der Arbeitsmarkt. Allerdings sind immer noch viele Millionen Amerikaner ohne Job.

Virgin Galactic mit Kurssprung - Richard Branson will vor Jeff Bezos ins All

Unter den Einzelwerten stach am Freitag vorbörslich Virgin Galactic mit einem Kurssprung von fast 23 Prozent hervor. Für Euphorie sorgte die Ankündigung des britischen Milliardärs Richard Branson, mithilfe seiner Raumfahrtfirma schon am 11. Juli ins Weltall fliegen zu wollen - bleibt es dabei, würde er Amazon-Gründer Jeff Bezos neun Tage zuvorkommen. Blue Origin, die Raumfahrtfirma des reichsten Manns der Welt, hatte bereits im Mai einen bemannten Flug mit der Rakete "New Shepard" für den 20. Juli angekündigt.

Bei Johnson & Johnson reichte es nur für ein mickriges Plus von 0,4 Prozent, obwohl der Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns laut eigenen Angaben auch eine "starke und anhaltende" Immunantwort gegen die besonders ansteckende Delta-Variante (B.1.617.2) anregt. Das gehe aus Labor-Untersuchungen mit Blut von Geimpften hervor, hieß es. Eine weitere Untersuchung habe gezeigt, dass die Immunantwort mindestens acht Monate anhalte. Beim Mittel von Johnson & Johnson ist nur eine Spritze für den vollen Impfschutz nötig. Allerdings haben die Aktien sich schon zuletzt etwas von einer Kursdelle erholt - zum Ende Januar erreichten Rekordhoch bei 173,65 Dollar fehlen ihnen auf Basis des gestrigen Schlusskurses nur knapp viereinhalb Prozent.

Die Anteilsscheine von Curevac drohen nach dem gestrigen Kurrückschlag weitere Verluste von nahezu drei Prozent. Damit dürften sie auch vor dem Wochenende unter den enttäuschenden endgültigen Daten zur Wirksamkeit des eigenen Corona-Impfstoffs leiden.

Nasdaq

Ölpreise vor OPEC+ - Treffen kaum verändert

Die Ölpreise sind am Freitag etwas gesunken. Kurz vor dem Wochenende zeigte sich eine leichte Gegenreaktion, nachdem die Notierungen im Verlauf der Woche kräftig gestiegen waren und mehrjährige Höchststände erreicht hatten. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 75,70 US-Dollar und damit 14 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls geringfügig um sieben Cent auf 75,16 Dollar.

Brent

Auch am Rohölmarkt war Warten angesagt, nachdem die Ländergruppe Opec+, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, ein für Donnerstag geplantes Ministertreffen auf diesen Freitag verschoben hatte. Da sich die Staaten nicht auf eine Lockerung der Förderbremse einigen konnten, gelte die aktuelle Beschränkung weiter, konstatierten die Anlagestrategen der ING Bank. "Dies bedeutet, dass sich der Angebotsengpass verschärft." Wegen der Erholung der Weltwirtschaft von den Folgen der Coronavirus-Pandemie steigt der Energiebedarf. Selbst die diskutierte Anhebung der Produktionsquoten um 400.000 Barrel pro Tag wäre zu gering, um den Nachfrageüberhang zu verringern, kritisierte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Ein Preis von 80 Dollar oder mehr könnte die noch gute Stimmung am deutschen Aktienmarkt spürbar belasten." Am Freitag notierte die Ölsorte Brent aus der Nordsee kaum verändert bei 75,71 Dollar je Barrel (159 Liter).

mit Nachrichtenagenturen
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