Börse Dax und Dow stehen satt im Plus

Der Rückgang der US-Inflationsrate lässt Investoren aufatmen: Sowohl der Dax als auch die Aktienindizes an der Wall Street ziehen deutlich an. Anleger spekulieren darauf, dass die US-Notenbank die Zinsen im September dann "nur" noch um 0,50 Prozent anheben wird.
Börsianer in Frankfurt: Am Mittwoch blicken Investoren auf Inflationsdaten aus den USA

Börsianer in Frankfurt: Am Mittwoch blicken Investoren auf Inflationsdaten aus den USA

Foto: Arne Dedert / dpa

Aufatmen unter den Anlegern am deutschen Aktienmarkt und den internationalen Börsen: Die Inflation in den USA schwächte sich im Juli ab. Der Dax zog nach den Daten an und baute seine Zugewinne bis 17 deutlich auf plus 1,24 Prozent auf 13.702 Punkte aus, nachdem er am Vormittag noch richtungslos zwischen kleineren Gewinnen und Verlusten gependelt ist. Der MDax  stieg deutlich stärker um zuletzt 1,77 Prozent. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  gewann 0,9 Prozent.

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"Es gibt gute Chancen, dass der Inflationsgipfel überschritten ist", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners und sieht eine mögliche "Zeitenwende". Zwar bleibe die Inflation mit 8,5 Prozent hoch, "aber erstmals seit mehr als zwei Jahren legen die Preise im Monatsvergleich nicht zu", und dies sei das entscheidende Signal. Gleichwohl blieb die Kerninflationsrate im Juli (ohne Energie und Lebensmittel) mit knapp 6 Prozent stabil. Letzteres und die Tatsache, dass ein angespannter Arbeitsmarkt die Löhne weiter steigen lässt, dürfte nach Einschätzung von Volkswirten dazu führen, dass die Fed das Tempo bei den Zinserhöhungen hochhält. Manche Experten erwarten, dass die Fed im September die Leitzinsen um weitere 0,75 Prozent, andere gehen von 0,50 Prozent aus.

Auch in den USA reagierten die Anleger erleichtert auf die gesunkene US-Inflationsrate. Der Leitindex Dow Jones verbesserte sich zuletzt 1,68 Prozent auf 33.325 Punkte. Der marktbreite S&P 500  gewann 1,95 Prozent. Noch stärker kletterte die US-Technologiebörse: Der Nasdaq 100 rückte um 2,37 Prozent vor.

Der frühere Opel-Chef Michael Lohscheller steigt bereits nach wenigen Monaten an die Spitze des US-Truckbauers Nikola auf. Der bisherige Chef der Motor-Sparte soll zum Jahreswechsel die Konzernleitung von seinem Vorgänger Mark Russell übernehmen. Der 53 Jahre alte Lohscheller hatte erst im Februar bei den US-Amerikanern angeheuert, die im großen Stil Lastwagen mit Elektro-Antrieb auf den Markt bringen wollen. Die Nikola-Aktien gaben ihre Auftaktgewinne rasch ab und notierten zuletzt mit minus 0,2 Prozent.

Die auf Hochtouren laufende Berichtssaison ging hierzulande derweil in die nächste Runde. Aus dem Dax legten der Energiekonzern Eon und der Chemikalienhändler Brenntag ihre Zahlenwerke vor. Beide Aktien schwankten im Handelsverlauf zwischen Gewinnen und Verlusten. Brenntag legten am Nachmittag dann um 0,7 Prozent zu und profitierten einem Händler zufolge vor allem von dem noch etwas optimistischer gewordenen Ausblick. Eon büßten zugleich 1,2 Prozent ein, während die Papiere des Energiekonzerns RWE um 0,9 Prozent stiegen. Zahlreiche Anleger sehen in dieser Aktie die größeren Chancen, da RWE sich auf die gesamte Palette der Stromerzeugung konzentriert und Eon auf Netze und Vertrieb.

Im Index der mittelgroßen Werte sackten die zuletzt stark gelaufenen Aktien des Autovermieters Sixt um knapp 6 Prozent ab. Erste Reaktionen auf die Quartalsergebnisse und den Ausblick fielen zwar positiv aus, doch die Anleger könnten sich daran stören, dass Sixt sich nicht höhere Ziele für das Jahresvorsteuerergebnis gesteckt hat. Hier will das Unternehmen zwar nun das obere Ende der bekräftigten Spanne von 380 bis 480 Millionen Euro erreichen, doch davon geht der Markt längst aus.

Bitcoin stabil auf niedrigem Niveau

Der Kurs der bekanntesten Kryptowährung Bitcoin hat am Dienstag die deutlichen Gewinne vom Wochenauftakt gehalten. Auf Bitstamp, einer Börse für Kryptowährungen, wurde der Bitcoin am Vormittag zu 23.887 US-Dollar gehandelt. Am Montag hatte die Kryptowährung noch mehr als 2 Prozent an Wert gewonnen und war zeitweise über 24.200 Dollar gehandelt worden.

Bitcoin

Zuletzt hat der Kursanstieg des Bitcoin an Schwung verloren, kommentierte Analyst Craig Erlam vom Handelshaus Oanda die jüngste Bewegung. Nach einem massiven Kurseinbruch im Frühjahr und dem Fall bis auf knapp 17 600 Dollar im Juni, hat sich der Kurs seitdem tendenziell erholt.

Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise sind am Mittwoch leicht gesunken. Der Stopp von russischen Öllieferungen über die Pipeline Druschba (Freundschaft) nach Ungarn trieb die Ölpreise nur zeitweise etwas nach oben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete am Morgen 96,15 US-Dollar. Das waren 16 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur September-Lieferung fiel um 23 Cent auf 90,27 Dollar.

Mit Nachrichtenagenturen
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