Börse Dax schließt im Plus, Nasdaq bricht ein

Der Dax hält sich im Plus, während die US-Börsen deutlich nachgeben. Die Aktie von Amazon bricht um 13 Prozent ein. Im Dax überrascht Henkel mit einer Gewinnwarnung.
Händler an der New Yorker Börse: Am Freitag tauchen die Aktienindizes an der wichtigsten Börse zu deutlich ins Minus

Händler an der New Yorker Börse: Am Freitag tauchen die Aktienindizes an der wichtigsten Börse zu deutlich ins Minus

Foto: BRENDAN MCDERMID / REUTERS

Der Dax  hat sich am Freitag weiter erholt. Zwar bremsten ihn am Nachmittag einmal mehr die schwachen US-Börsen etwas aus. Zum Handelsende behauptete der deutsche Leitindex aber ein Plus von 0,84 Prozent auf 14.097 Punkten. Auf Wochensicht verbuchte das Börsenbarometer angesichts der Verluste zu Beginn ein knappes Minus von 0,3 Prozent, der Verlust für den Monat April fiel mit 2,2 Prozent deutlicher aus. Der MDax legte am Freitag letztlich um 0,05 Prozent auf 30.093 Punkte zu. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es am Ende um 0,68 Prozent auf 3802,86 Zähler bergauf.

Dax

Dax

Die US-Aktienmärkte in New York bauten nach Handelsschluss in Europa ihre Verluste weiter aus: Der Dow Jones sank 18.40 Uhr (MEZ) zuletzt um 1,4 auf 33.441 Punkte. Der marktbreite S&P 500  verlor mehr als 2 Prozent auf 4200 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel um rund 2,7 Prozent auf 13.095 Punkte ab.

Nasdaq 100

Nasdaq

Die Aktien von Amazon  fielen zuletzt um mehr als 12 Prozent und steuerten auf den größten Tagesverlust seit acht Jahren zu. Der Online-Händler hatte ein Quartalsergebnis unter Markterwartungen und einen verhaltenen Ausblick veröffentlicht. "Der Anstieg des Quartalsumsatzes liegt mit sieben Prozent unterhalb der Inflationsrate", monierte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Außerdem wachse die Cloud-Sparte AWS langsamer als die von Microsoft und der Google-Mutter Alphabet.

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Bei Apple überschattete ein zurückhaltender Ausblick die überraschend starken Quartalsergebnisse. Der Elektronik-Konzern warnt wegen des Ukraine-Kriegs und der Corona-Lockdowns in China vor Beeinträchtigungen der Nachfrage und der Produktion. Er glaube aber nicht, dass Apple im kommenden Quartal die Markterwartungen deutlich verfehlen werde, kommentierte Analyst Kyle McNealy. Schließlich habe sich der iPhone-Umsatz im abgelaufenen Quartal trotz der bereits bestehenden Lieferketten-Probleme besser entwickelt als gedacht. Die Apple-Aktie  fiel dennoch um 1,3 Prozent.

Bitcoin fällt unter 39.000 Dollar

Bitcoin

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin verlor und notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt bei 38.499 US-Dollar. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Henkel-Aktie rutscht nach Gewinnwarnung ab

Am deutschen Markt sorgte Henkel mit einer Gewinnwarnung für Aufsehen. Die Aktien des Konsumgüterherstellers büßten als einer der größten Dax-Verlierer fast drei Prozent ein, zeitweise waren sie auf den tiefsten Stand seit fast zehn Jahren abgesackt. Wegen höherer Rohstoff- und Logistikkosten und der Folgen des Krieges in der Ukraine droht das Ergebnis je Aktie in diesem Jahr um bis zu 35 Prozent einzubrechen.

Dagegen setzte sich beim Triebwerkshersteller MTU die Erholung von der Corona-Pandemie im ersten Quartal fort. Dennoch stand am Ende ein Kursverlust von knapp einem halben Prozent zu Buche.

Aktien der Deutschen Bank verabschiedeten sich kaum verändert ins Wochenende. Ermittler haben Räumlichkeiten des Instituts durchsucht. Dem Geldhaus zufolge handelt es sich um eine Ermittlungsmaßnahme «im Zusammenhang mit Geldwäscheverdachtsmeldungen, die die Bank abgegeben hat».

An der MDax-Spitze stiegen Aixtron-Titel um 7,4 Prozent. Experten verwiesen auf einen überaus optimistischen Kommentar der US-Bank Jefferies, die der Aktie des Anlagenbauers für die Chip-Branche gut 50 Prozent Aufwärtspotenzial zusprach. Dagegen wurde der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub wegen des Ukraine-Krieges und hoher Rohstoffpreise beim Gewinn etwas pessimistischer, was die Titel um gut zweieinhalb Prozent sinken ließ.

Der Euro stabilisierte sich nach den zuletzt herben Verlusten ein Stück weit und kostete zuletzt 1,0537 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0540 Dollar festgesetzt.

Ölpreise steigen

Die Ölpreise sind am Freitag weiter gestiegen. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseeölsorte Brent  109,33 Dollar. Das waren 1,74 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg um 1,14 Cent auf 106,50 Dollar.

Brent

Am Ölmarkt wirken seit einiger Zeit gegensätzliche Kräfte. Einerseits sorgen der Ukraine-Krieg und scharfe Sanktionen des Westens für ein knappes Angebot an Rohöl. Andererseits bestehen Nachfragesorgen wegen der strikten Corona-Politik Chinas, wo regionale Virusausbrüche mit drastischen Ausgangssperren bekämpft werden. Während Russland einer der größten Erdölanbieter ist, gehört China zu den größten Nachfrageländern.

Mit Nachrichtenagenturen
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