Börse Dax wenig bewegt vor Fed-Protokoll, Dow legt zu

Der Dax hält sich über der Marke von 14.400 Punkten. Dow Jones und Nasdaq setzen ihre Erholung fort. Am Abend wird das Fed-Protokoll veröffentlicht.
Dax auf Erholungskurs: Freundliche Gesichter an der Frankfurter Börse

Dax auf Erholungskurs: Freundliche Gesichter an der Frankfurter Börse

Foto: Frank Rumpenhorst / picture-alliance/ dpa

Der Dax  hat sich am Mittwoch auf hohem Niveau wenig von der Stelle bewegt. Zum Börsenschluss notierte er 0,04 Prozent im Plus bei 14.428 Punkten, nachdem er vortags den höchsten Stand seit Juni erreicht hatte. Eine Fülle von Konjunkturdaten von dies- wie jenseits des Atlantiks hatte unter dem Strich kaum Einfluss auf den deutschen Leitindex. Laut Analyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets könnte das noch am Abend anstehendes Protokoll zur jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed "die Börse aus ihrer Lethargie befreien".

Vom vor fast zwei Monaten markierten Jahrestief hat sich der deutsche Leitindex inzwischen um mehr als ein Fünftel erholt. Seit knapp zwei Wochen hängt er nun in einer engen Handelsspanne zwischen 14 100 und 14 500 Punkten fest. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann zur Wochenmitte letztendlich 0,06 Prozent auf 25.636 Zähler, der EuroStoxx 50  notierte ebenfalls kaum verändert bei 3929 Zählern.

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Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Autowerte. Die Aktien von VW, Mercedes und BMW gaben am Mittwoch zwischen 1,8 und 3 Prozent nach.

Angesichts des Thanksgiving-Feiertags am Donnerstag in den USA ist der Datenkalender zur Wochenmitte besonders gut gefüllt. Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland überraschten am Morgen positiv. So werde sich die Europäische Zentralbank vor dem Hintergrund der Rekordinflation wohl nicht in dem Plan beirren lassen, im Dezember ein weiteres Mal an der Zinsschraube zu drehen, schrieben die Helaba-Ökonomen.

Aktien von Uniper schwanken weiter stark

Die Papiere des angeschlagenen Versorgers Uniper schwankten abermals stark, zuletzt verloren sie um die sechs Prozent. Sie hatten sich am Vortag in nur vier Handelstagen zeitweise fast verdoppelt.

Auch die Aktien des Sportwagenherstellers Porsche AG gaben nach ihrer jüngsten Kursrallye ebenfalls nach. Die noch junge Börsen-Story der Volkswagen-Tochter ist bislang ein großer Erfolg. Mit dem Vortages-Kursplus stieg die Marktkapitalisierung auf über 100 Milliarden Euro. Der Dax-Aufstieg steht bevor. In einer aktuellen Studie monierte nun aber Analyst Daniel Roeska von Bernstein Research die inzwischen hohe Bewertung. 2023 könnte zyklischer Gegenwind die Gewinne belasten.

Dow Jones und Nasdaq legen weiter zu

Der gute Lauf an den US-Börsen vom Vortag hat sich am Mittwoch fortgesetzt. Vor dem Thanksgiving-Feiertag am Donnerstag und dem verkürzten Handelstag am Freitag sind allerdings erneut deutlich weniger Anleger am Start als sonst. Viele Börsianer bleiben daher eher vorsichtig, wie nachhaltig die fortgesetzte Erholungsbewegung ist, zumal im späteren Tagesverlauf das Protokoll der jüngsten Notenbanksitzung veröffentlicht wird.

Der Dow Jones Industrial legte unterdessen um 0,21 Prozent auf 34.170 Punkte zu. Der überwiegend mit Technologieaktien bestückte Nasdaq 100 rückte um 0,75 Prozent auf 11.812 Punkte vor.

US-Verbrauchervertrauen hellt sich auf

Aktuelle Wirtschaftsdaten fielen gemischt aus, wobei insbesondere die Stimmung der Einkaufsmanager (PMI) in der US-Industrie im Blick stand. Sie war im November schwächer als erwartet und signalisiert zudem eine rückläufige Produktion. Darüber hinaus fiel der PMI für den Dienstleistungssektor noch etwas schwächer als prognostiziert aus, was zusammenfassend so manchen hoffen lassen dürfte, dass die US-Notenbank Fed bei ihren künftigen Zinsanhebungen vorsichtiger vorgehen könnte. Auf Verbraucherseite allerdings hellte sich die Stimmung im November deutlicher auf als gedacht, wie das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima in einer zweiten Schätzung verdeutlichte.

Am Vortag hatte der Dow erstmals seit drei Monaten die Hürde von 34.000 Punkten überwunden. Anleger setzten bei dieser Rally um etwa 19 Prozent seit Mitte Oktober darauf, dass die Fed ihr hohes Straffungstempo auf der nächsten Zinssitzung Mitte Dezember etwas verringern könnte.

Bitcoin steigt wieder über Marke von 16.000 US-Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin erholt sich. Am Abend notierte der Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp  bei 16,483 US-Dollar und damit rund 5 Prozent höher im Vergleich zum Stand vor 24 Stunden. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise stabil

Die Ölpreise haben sich am Mittwoch kaum von der Stelle bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  kostete 88,37 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg geringfügig auf 81,04 Dollar.

Entscheidend für die Preisentwicklung am Ölmarkt ist derzeit vor allem der Umgang Chinas mit der aktuellen Corona-Welle. Nach steigenden Infektionszahlen und neuen Todesfällen hat die politische Führung ihre ohnehin strenge Gangart in einigen Metropolen verschärft. Chinas Herangehensweise gilt im internationalen Vergleich als äußerst strikt. Für die Wirtschaft und die Ölnachfrage folgt daraus eine ständige Belastung.

Als Gegenpol fungiert die Angebotspolitik des Ölverbunds Opec+. Der von Saudi-Arabien und Russland angeführt Zusammenschluss von rund 20 Förderländern hat seine Produktion aufgrund der globalen Konjunkturschwäche zuletzt deutlich verringert. Ein Medienbericht, wonach dieser Kurs revidiert und die Produktion wieder ausgeweitet werden könnte, wurde von Saudi-Arabien und Kuwait zurückgewiesen.

Mit Nachrichtenagenturen
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