Dax auf 6-Wochen-Hoch Amazon und Apple beflügeln Dow und Dax

Der Dax notiert auf dem höchsten Niveau seit Mitte Juni. Amazon und Apple sorgen für eine Kursrallye im Tech-Sektor. Die US-Verbraucher bleiben trotz hoher Inflation überraschend kauffreudig.
Börse Frankfurt: Zum Wochenschluss zeigen die Kurse nach oben

Börse Frankfurt: Zum Wochenschluss zeigen die Kurse nach oben

Foto: Arne Dedert / dpa

Erfreuliche Firmenbilanzen aus Europa und den USA haben den europäischen Aktienmärkten zum Wochenschluss Rückenwind verliehen. Auch Spekulationen auf behutsamere US-Zinserhöhungen in den kommenden Monaten stützten die Börsen. Dax  und EuroStoxx 50  stiegen am Freitag jewiels um 1,5 Prozent auf 13.484 beziehungsweise 3708 Punkte. Vor allem die Quartalszahlen von Amazon und Apple sorgten für gute Laune.

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Auf die Quartalsberichte von Amazon und Apple hatten deren Aktien im nachbörslichen US-Geschäft mit hohen Kursaufschlägen reagiert. "Gerade bei den Big-Techs waren große Einbrüche durch die steigenden Zinsen befürchtet worden", sagte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Dass die Big-Techs jetzt solide berichten, nimmt viel Druck und auch viel Angst aus dem Markt."

Zalando-Kurssprung, Sartorius mit 50 Prozent Kursplus binnen 6 Wochen

Die Papiere des Online-Modehändlers Zalando wurden von der guten Stimmung im Internet- beziehungsweise Techsektor mit nach oben gezogen, sie gewannen an der Dax-Spitze zuletzt rund 7 Prozent.

Auch die Aktie von Sartorius legte am Freitag wieder deutlich zu und notierte zuletzt bei 433 Euro. Seit ihrem Tief Mitte Juni bei 300 Euro hat die Aktie wieder fast 50 Prozent an Wert gewonnen. Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für Sartorius von 410 auf 470 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die in der Vorwoche veröffentlichten Quartalszahlen hätten das Wachstumsargument des Biopharmazulieferers und Laborausrüsters sehr deutlich unterstrichen, hieß es in der Studie.

FMC setzt Kursrutsch fort

Keinen Halt finden dagegen die Aktien des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care (FMC). Nach dem Kurseinbruch am Vortag um mehr als 14 Prozent ging es nun am Dax-Ende nochmals um 3,7 Prozent abwärts auf ein weiteres Tief seit 2010. Die UBS senkte den Daumen und votiert nun mit "Neutral".

US-Verbraucher bleiben überraschend kauffreudig

Positive Konjunkturdaten gab es in den USA kurz vor Handelsbeginn der New Yorker Wall Street: Die US-Verbraucher zeigten sich im Juni trotz weiter steigender Preise überraschend spendabel. Sie steigerten ihre Konsumausgaben im Juni um 1,1 Prozent zum Vormonat, teilte das Handelsministerium mit. Volkswirte hatte im Schnitt lediglich mit einem Plus von 0,9 Prozent gerechnet nach einem Zuwachs im Mai von revidiert 0,3 Prozent. Die Verbraucher bilden mit ihren Ausgaben eine tragende Säule der US-Wirtschaft, da diese zu mehr als zwei Dritteln zum Bruttoinlandsprodukt beitragen. Dieses schrumpfte zuletzt zwei Quartale in Folge, womit sich die USA in einer sogenannten technischen Rezession befinden - gleichwohl sehen viele Experten die weltgrößte Volkswirtschaft noch in keiner Abwärtsspirale. Um die Deutungshoheit des neuerlichen BIP-Rückgangs wird in den USA trefflich gerungen.

Dow Jones und Nasdaq starten mit Gewinnen

Optimistische Ausblicke der beiden Technologiekonzerne Amazon und Apple heben die Stimmung der US-Anleger. Wegen anhaltender Konjunktursorgen scheuten sie allerdings größere Käufe. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung am Freitag jeweils um bis zu ein Prozent.

Nasdaq 100

Kopfzerbrechen bereiteten Investoren erneut der überraschende Rückgang der US-Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal. "Damit wird formal die Definition einer technischen Rezession erfüllt", sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.

Amazon-Aktie steigt zweistellig

Dennoch läuft es für viele Unternehmen weiterhin rund. Amazon übertraf mit seinem Umsatz für das abgelaufene Quartal und den Erlös-Zielen für das laufende Vierteljahr die Markterwartungen. Der Online-Händler habe zudem die Kosten überraschend gut unter Kontrolle, lobte Analyst Tom Forte vom Research-Haus D.A. Davidson. Die Amazon-Aktie stieg daraufhin um elf Prozent.

Die Papiere von Apple gewannen 2,5 Prozent. Der iPhone-Anbieter überraschte mit seinen Ergebnissen ebenfalls positiv und sieht eine ungebrochene Nachfrage nach seinen Smartphones. Das kräftige Wachstum der vergangenen Quartale werde sich wegen der Inflation und der drohenden Rezession in den kommenden Monaten aber abschwächen, warnte Abhinav Davuluri vom Research-Haus Morningstar.

Bitcoin nahe 24.000 Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin legte in der Nacht zu Freitag weiter zu. Zuletzt notierte die Cyberdevise auf der Handelsplattform Bitstamp  bei 23.966 US-Dollar und damit 4 Prozent höher als am Vortag. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise stagnieren

Die Ölpreise wurden am Donnerstag durch die schwachen US-Konjunkturdaten belastet. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  106,35 US-Dollar. Das waren 27 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 71 Cent auf 96,55 Dollar.

Die Ölpreise haben sich am Freitag kaum von der Stelle bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  106,99 Dollar. Das waren 15 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  stieg dagegen um 29 Cent auf 96,71 Dollar.

Mit Nachrichtenagenturen
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