Börse Tiefroter Dax - Dow bricht um 900 Punkte ein

Die Corona-Angst ist zurück: Der Dax hat am Montag nur mit Mühe die Marke von 15.000 Punkten gehalten. Aktien von Lufthansa, MTU, Airbus und Tui schüttelt es kräftig durch. An der Wall Street geht es weiter bergab.
Bärenstimmung an der Börse: Erneute Sorgen vor Covid-Infektionen mit der Delta-Variante des Virus haben den Dax zu Wochenbeginn erheblich belastet

Bärenstimmung an der Börse: Erneute Sorgen vor Covid-Infektionen mit der Delta-Variante des Virus haben den Dax zu Wochenbeginn erheblich belastet

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Boris Roessler / dpa

Die Furcht vor der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in vielen Ländern der Welt hat am Montag am deutschen Aktienmarkt einen Kursrutsch ausgelöst. Der Dax  verbuchte mit minus 2,62 Prozent auf 15.133 Punkte den größten Tagesverlust im bisherigen Jahresverlauf. Das Tagestief hatte bei 15.048 Punkten gelegen, was zwischenzeitlich einem Minus von mehr als 3 Prozent entsprach.

Dax

Der Leitindex weitete mit diesem neuen Minus seine Verluste aus der vergangenen Handelswoche deutlich aus und sackte auf das Niveau von Mai ab. Dabei hatte er noch eine Woche zuvor erstmals wieder seit Mitte Juni eine Bestmarke bei rund 15.807 Punkten erklommen und diese am vergangenen Mittwoch sogar nochmals leicht übertroffen. Der MDax  fiel am Montag um 1,67 Prozent auf 33.875 Zähler, und auch europaweit und in den USA wurden deutliche Verluste verzeichnet. Rote Vorzeichen auch beim europäischen Leitindex: Der EuroStoxx 50  verlor 2,66 Prozent.

Tiefrote Vorzeichen auch an der New Yorker Wall Street: Nach Handelsschluss in Europa baute der Leitindex Dow Jones  bis 19.45 Uhr (MEZ) seine Verluste auf 917 Punkte oder 2,63 Prozent aus. Der breitere S&P 500  sackte um 2,1 Prozent ab, an der Technolgogiebörse Nasdaq fiel der Nasdaq 100  um 1,44 Prozent. Alle drei großen Indizes fielen unter ihre jeweiligen kurzfristigen Trendlinien.

Nasdaq

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Reisebranchen-Titel unter Druck

Unter der wieder gestiegenen Nervosität der Anleger litten europaweit insbesondere die Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche. Neue coronabedingte Einschränkungen im internationalen Flugverkehr würden diesen Sektor besonders hart treffen. Hierzulande verloren die Papiere der Fluggesellschaft Lufthansa  rund 3 Prozent. Am MDax-Ende sackten die Anteilsscheine des Flugzeugbauers Airbus um 6,3 Prozent ab. Die im Dax notierten Aktien des Triebwerkherstellers MTU gaben rund 6 Prozent nach und waren damit schwächster Wert im Dax. für die Papiere des Touristikonzerns Tui ging es um 4,3 Prozent nach unten.

Kein Wert im Dax schloss den Handel mit grünen Vorzeichen. Aktien von RWE notierten 4,1 Prozent leichter. Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen hat auch das Kohlekraftwerk Weisweiler und andere Standorte des Energiekonzerns getroffen. Das Unternehmen schätzte die Schäden auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

RWE

Gegen den negativen Trend am Gesamtmarkt schafften die Papiere von Hypoport ein moderates Plus. Bei dem Finanzdienstleister schwächte sich zwar das Geschäftswachstum bei der Kreditvermittlung im zweiten Quartal merklich ab. Unternehmenschef Ronald Slabke zeigte sich mit dem Geschäftsverlauf dennoch zufrieden. "Wir konnten in nur leicht wachsenden oder sogar leicht rückläufigen Gesamtmärkten die Volumen unserer B2B-Plattformen deutlich steigern", sagte er mit Blick auf die ersten sechs Monate des Jahres.

Bitcoin fällt auf 31.000 US-Dollar

Bitcoin und Ethereum können sich nicht aus ihrer aktuellen Handelsspanne befreien. Die beiden Kryptowährungen fallen um bis zu vier Prozent auf 31.060 beziehungsweise 1826 Dollar. Das harte Durchgreifen der chinesischen Regierung wirke noch nach, sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. "Von diesem Schock scheint sich die Branche bis dato nicht wirklich erholt zu haben." Die Behörden hatten die Schließung von Server-Farmen zum "Schürfen" von Kryptowährungen angeordnet und Banken Geschäfte rund um Cyber-Devisen verboten.

Bitcoin

Ölpreise geben nach Opec+-Einigung deutlich nach

Die Ölpreise haben am Montag nach der Einigung wichtiger Ölförderländer auf eine Erhöhung der Produktion nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Vormittag 71,45 US-Dollar. Das waren 2,13 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 2,20 Dollar auf 69,61 Dollar. Gegen Abend fielen die Preise für beide Sorten jeweils um rund 4 US-Dollar.

Brent

Das Ölkartell Opec und seine Partnerländer (Opec+) einigten sich angesichts der Erholung der Weltkonjunktur am Wochenende auf eine deutliche Erhöhung der Ölproduktion. Ab August werde die Öl-Allianz ihre Tagesproduktion um jeweils monatlich 400.000 Barrel steigern, teilte die Opec am Sonntag nach einem kurzfristig einberufenen Online-Ministertreffen mit. Sollten die Marktbedingungen es zulassen, werde die noch bestehende Produktionskürzung damit im September 2022 enden, hieß es.

mit Nachrichtenagenturen
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