Börse BMW und RWE ziehen Dax nach oben

Ermutigende US-Konjunkturdaten und die Aussicht auf Dauer-Niedrigzinsen in der Euro-Zone stützen Europas Börsen. BMW legt nach guten Absatzzahlen in den USA einen Kurssprung hin. Auch der Versorger RWE ist gefragt.
Händler in Frankfurt: Anleger reagieren mit Käufen auf die Niedrigzinsen der EZB

Händler in Frankfurt: Anleger reagieren mit Käufen auf die Niedrigzinsen der EZB

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Leichte Erholung an der Börse: Der Dax  schloss am Donnerstag auf Xetra um 0,5 Prozent höher bei 8234 Zählern und setzte damit seine Erholung fort. Auch an der Wall Street legten die Indizes leicht zu, der Dow Jones (Kurswerte anzeigen) notierte zuletzt 0,2 Prozent im Plus.

Grund für die Erholung in Europa: EZB-Chef Mario Draghi hatte bekräftigt, dass die Zinsen "für einen längeren Zeitraum auf dem jetzigen oder niedrigeren Niveau bleiben werden."

Als Reaktion darauf fiel der Euro auf 1,3138 Dollar, nach 1,3206 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss.

Autobauer im Aufwind, BMW mit Kurssprung

Spitzenreiter im Dax (Kurswerte anzeigen) waren die Aktien von BMW (Kurswerte anzeigen) mit einem Plus von rund 6 Prozent. Die Aktien des Autobauers profitierten von den am Vorabend veröffentlichten starken US-Absatzzahlen und einer Kaufempfehlung. Auch der Energieversorger RWE (Kurswerte anzeigen) stützte mit einem Kursplus von mehr als 3 Prozent den deutschen Leitindex.

Im Windschatten von BMW fuhren Daimler (Kurswerte anzeigen) und Volkswagen (Kurswerte anzeigen) ebenfalls Kursgewinne ein - VW legten trotz eines enttäuschenden US-Absatzes der Kernmarke VW um 1,3 Prozent zu. Die Töchter Audi und Porsche (Kurswerte anzeigen) hatten auf dem wichtigen Markt erfolgreicher abgeschnitten.

Fusionsfantasien um Telekom Italia

An der Mailänder Börse waren Telecom Italia (Kurswerte anzeigen) mit einem Plus von 8 Prozent stark gefragt. Einem Insider zufolge gibt es mehrere Interessenten für einen Einstieg bei dem italienischen Ex-Monopolisten. Dazu gehörten der US-Konzern AT&T und America Movil des Milliardärs Carlos Slim.

USA: Anträge auf Arbeitslosenhilfe fallen

In den USA fielen die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe mit 323.000 (Prognose: 330.000) geringer aus als von Analysten erwartet. Gleichzeitig stieg die Produktivität im zweiten Quartal auf 2,3 Prozent. Hier hatten Experten lediglich mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet. Die Zahlen untermauerten einem Börsianer zufolge den Trend einer kontinuierlichen Erholung der US-Konjunktur. Damit bestehe weiterhin die Möglichkeit, dass die US-Notenbank Fed bereits im September die geldpolitischen Zügel anziehe.

Staatsanleihen auf Talfahrt

Bislang kauft die US-Notenbank zur Ankurbelung der Konjunktur monatlich Staatsanleihen und Immobilienpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar auf. Fed-Chef Ben Bernanke hatte angekündigt, den Geldhahn ab Jahresende allmählich zuzudrehen, sofern sich die US-Konjunktur weiter erholt. Seither wird an den Finanzmärkten heiß darüber diskutiert, ab wann und wie stark die Notenbank ihre Käufe drosselt. Vor diesem Hintergrund trennten sich einige Anleger von ihren US-Staatsanleihen. Daraufhin stieg die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Papiere auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 2,958 Prozent.

Auch Bundestitel standen auf den Verkaufslisten. Die Rendite der deutschen zehnjährigen lag mit 2,024 Prozent so hoch wie zuletzt im März 2012. Im Gegenzug fiel der Bund-Future auf ein Zwölf-Monats-Tief von 138,75 Punkten.

Das zweite große Thema an den Finanzmärkten war erneut die Syrien-Krise. Zum Auftakt des Gipfels der 20 größten Industrienationen und Schwellenländer (G20) gingen die Weltmächte auf Konfrontationskurs. China warnte vor den weltwirtschaftlichen Folgen eines möglichen US-Militärschlags gegen Syrien.

Nervosität am Ölmarkt

Die Furcht vor einem Übergreifen des Konflikts auf die ölreichen Staaten im Nahen Osten hielt den Ölpreis hoch. Ein Barrel (159 Liter) der richtungsweisenden Sorte Brent (Kurswerte anzeigen) aus der Nordsee pendelte weiter um die Marke von 115 Dollar. Auch an den Aktienmärkten der Region spiegelte sich die Nervosität der Anleger wider. Die Leitindizes der Katars und Dubais verloren jeweils rund 2 Prozent.

Indiens Notenbank beflügelt Asien-Börsen

Überraschend starke US-Konjunkturdaten und ein Sofortprogramm der indischen Notenbank haben Asiens Aktienmärkte zu Kursgewinnen verholfen. Der neue indische Notenbankchef Raghuram Rajan kündigte eine Reihe von Maßnahmen an, mit denen der Bankensektor und die Währung gestützt werden sollen. Der Index der indischen Börse legte gut 2 Prozent zu. Begrenzt wurden die Kursgewinne jedoch von der Aussicht auf einen baldigen Ausstieg der US-Notenbank Fed aus der ultralockeren Geldpolitik.

Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans legte 0,5 Prozent zu. An den meisten Börsen stiegen die Kurse an, besonders in den von der Kapitalflucht betroffenen Schwellenländern Indien und Indonesien. In Japan schloss der Nikkei-Index (Kurswerte anzeigen) um 0,08 Prozent fester bei 14.064 Zählern, der breiter gefasste Topix (Kurswerte anzeigen) legte 0,1 Prozent zu. Die japanische Notenbank stockte ihr ohnehin schon gewaltiges Wertpapier-Kaufprogramm nicht weiter auf. Die Währungshüter beurteilten bei ihrem Zinsentscheid zugleich die Aussichten für die Wirtschaft besser.

mahi/rtr/dpa-afx
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