Montag, 27. Mai 2019

George Soros, Marc Faber, James Chanos Die Hausse der Untergangs-Propheten

4. Teil: Und der traurige Rest ...

Oh je: Wo führt das alles hin?

So viel Düsternis - und dabei steigen die Börsen. Trotz des Brexit, trotz der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Warum also die Untergangsstimmung? Zum einen aus einem pragmatischen Grund: Weil es sie schon immer gab. Männer und Frauen mit einer bestimmten, eher düsteren Weltsicht. Gold-Anhänger zum Beispiel, die selbst in Zeiten zu Gold standen, als es zu Schnäppchenpreisen zu haben war.

Der andere Grund ist eher psychologischer Natur. Statistisch gesehen hat jeder einmal Recht. Wer jahrzehntelang Gold das Wort redete, wer immer den Wert der Immobilie predigte; irgendwann wurden ihre Prophezeiungen wahr. Und entsprechende Denker stehen als "Ich habe es schon immer gesagt" da.

Abgesehen davon gibt es an der Börse so etwas wie Moden. Eine Zeit lang ging es nur um Wachstum - das um die Jahrtausendwende vor allem IT-Firmen lieferten. Alles andere galt als altmodisch. Dann wiederum waren Dividenden das "next big thing". Oder Infrastruktur. Mode und Gegenmode, wenn man so will.

Das beobachtet auch Jens Kleine, Professor für Bankmanagement und Finanzwirtschaft an der Hochschule München. "Der Anleger neigt dazu, die Komplexität zu reduzieren. Auch Medien spielen eine Rolle - indem sie hauptsächlich jene Ereignisse spielen, die ihre Zielgruppe interessieren. Die Spannung und das Interesse der Anleger steigt bei definierten Terminen oder Ereignissen - danach ist das Rätsel gelöst. Und es geht zum nächsten Rätsellösen."

Das alles bedeutet nicht, dass Männer wie Soros oder Faber Recht haben. Es bedeutet aber, dass sie Recht haben könnten. Niemand weiß das. Das unter anderem macht die Strahlkraft der Börse aus. Kluge Investoren tuen die düsteren Stimmen dagegen nicht ab, sondern nutzen sie als "advocatus diaboli", an dessen Argumentation sie ihre eigene Anlagevorstellung überprüfen können. Advocatus diaboli, des Teufels Anwalt? Das würde Soros und Co. gewiss gefallen.

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