Börse Dax rutscht zum Wochenschluss weiter ab

Der Dax fällt zum Wochenschluss klar unter die Marke von 16.000 Punkten. Die Angst vor steigenden Zinsen vertreibt Anleger. Auch die Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum bleiben stark unter Druck.
Bulle und Bär in Frankfurt: Dax fällt, Bitcoin stürzt

Bulle und Bär in Frankfurt: Dax fällt, Bitcoin stürzt

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Anleger bleiben nervös: Nach den deutlichen Kursverlusten vom Vortag hat der Dax  am Freitag weiter nachgegeben und ist unter die Marke von 16.000 Punkten gefallen. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,7 Prozent im Minus bei 15.948 Punkten. Auch MDax und Eurostoxx gaben weiter nach und notierten bei 34.976 Punkten beziehungsweise 4302.

Am Donnerstag hatten die Börsen weltweit wegen Spekulationen auf eine raschere Straffung der US-Geldpolitik bereits deutlich nachgegeben. Vor allem Technologietitel sowie Kryptowährungen gerieten stark unter Druck.

Außerdem sorgen enttäuschende US-Jobdaten auch für Nervosität an den US-Börsen. Dow Jones und Nasdaq starten am Freitag erneut mit Verlusten in den Handel. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft ging im Dezember überraschend auf 199.000 von 210.000 im Vormonat zurück. Analysten hatten mit einem Zuwachs gerechnet. Zudem stiegen die Löhne um 0,6 statt der erwarteten 0,4 Prozent.

Dax

Diese Zahlen dürften der US-Notenbank Fed nicht gefallen, sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. "Das Tempo des Stellenaufbaus sollte ein schnelleres sein." Der Preisauftrieb bei den Löhnen befeuert zudem die Inflation.

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Industrieproduktion in Deutschland gesunken, Bankenwerte klettern weiter

Für Diskussionsstoff sorgten am Freitag auch auf den ersten Blick enttäuschende Konjunkturdaten aus Deutschland. Hierzulande ist die Produktion der Industrieunternehmen im November zwar überraschend wieder gesunken. Ökonomen verweisen aber auf einen deutlichen Anstieg der Produktion in der Autoindustrie.

Derweil legten Bankwerte am Aktienmarkt und auch europaweit weiter zu. So stand bei den Aktien der Commerzbank ein Plus von 0,7 Prozent zu Buche. Die Papiere der Deutschen Bank zogen im Dax um 1,7 Prozent an. Bereits am Vortag hatten die Aktien der Deutschen Bank deutlich zugelegt.

Angesichts einer nach wie vor hohen Inflation verfestigen sich an den Kapitalmärkten die Erwartungen steigender Zinsen, von denen die Geldhäuser profitieren würden. Zudem zeigte sich Deutsche-Bank-Finanzvorstand James von Moltke in einem Interview "sehr zuversichtlich", dass die Bank ihre selbst gesetzten Vorgaben erfüllen werde. Im Investmentbanking rechnet das Geldhaus mit höheren Erträgen als ursprünglich geplant.

Samsung hellt Stimmung in Chip-Branche auf

Am Aktienmarkt griffen Investoren bei Chipwerten zu. So gehörten die Titel von Infineon mit einem Plus von 1,7 Prozent zu den Favoriten im Dax. Rivale STMicro rückte in Paris 3,1 Prozent vor. Auftrieb erhielten die Firmen von den starken Samsung-Zahlen, sagte ein Börsianer. Dank eines Booms bei Speicherchips verbuchte der südkoreanische Konzern den höchsten operativen Gewinn seit vier Jahren. Samsung-Titel schlossen in Seoul 1,8 Prozent im Plus.

Die Aktien von T-Mobile gaben dagegen an der Wall Street 4,6 Prozent nach. Die US-Tochter der Deutschen Telekom gewann im vierten Quartal 844.000 neue Kunden, weniger als erwartet. Deren Aktien büßten in Deutschland 1,7 Prozent ein.

Bitcoin rutscht weiter ab

Abwärts ging es dagegen für Bitcoin, das 3,3 Prozent auf 41.708 Dollar verlor. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verhalte sich inzwischen ähnlich wie andere riskante Anlageklassen, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Wenn diese nachgäben, gerate auch Bitcoin unter Druck und umgekehrt.

Bitcoin

Ethereum lag zuletzt bei 2822. Der Glaubenskrieg in der Krypto-Szene  verläuft zwischen den beiden Währungen Bitcoin und Ether. Seit Jahresbeginn kommen Bitcoin und Ethereum damit bereits auf ein Minus von rund zehn beziehungsweise 14 Prozent. Seit dem Hoch Anfang November hat Bitcoin binnen acht Wochen sogar mehr als ein Drittel an Wert verloren. Anleger hatten sich zuletzt aus Furcht vor rasch steigenden Zinsen in den USA aus riskanteren Anlagen wie Kryptowährungen zurückgezogen.

US-Markt dämpft Stimmung an der Wall Street

Durchwachsene US-Arbeitsmarktdaten senken die Stimmung an der Wall Street. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 kamen zur Eröffnung am Freitag kaum vom Fleck.

Die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft ging im Dezember überraschend auf 199.000 von 210.000 im Vormonat zurück. Analysten hatten mit einem doppelt so hohen Plus gerechnet. Allerdings stiegen die Löhne um 0,6 statt der erwarteten 0,4 Prozent.

Der Jobaufbau sei zwar enttäuschend, der US-Arbeitsmarkt aber immer noch robust, sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Spartan. Da zudem die Stundenlöhne weiter stiegen, werde die US-Notenbank Fed nicht vor ihrem Kurs einer Straffung der Geldpolitik abweichen.

Nasdaq

Asiens Börsen im Vorwärtsgang

Die asiatischen Märkte haben sich am Freitag von ihren zweitägigen Verlusten erholt und sind gestiegen. Anleger warteten zunächst, ob die im Laufe des Tages anstehenden US-Arbeitsmarktdaten eine schnellere Anhebung der US-Zinssätze notwendig machen würden. "Ein wichtiger Marktfaktor in dieser Woche war der Anstieg der US-Renditen, nachdem das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank für den Monat Dezember veröffentlicht wurde", sagte Kerry Craig, Globaler Markt Stratege bei JP Morgan Asset Management. Aus dem Protokoll ging hervor, dass ein angespannter Arbeitsmarkt und eine anhaltende Inflation die US-Notenbank dazu zwingen könnte, die Zinsen in diesem Jahr stärker anzuheben.

Ölpreis-Anstieg beendet

Die US-Daten bereiteten dem Ölpreis-Anstieg ein vorläufiges Ende. Die Sorte Brent aus der Nordsee notierte kaum verändert bei 82,02 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete 79,14 Dollar.

Brent

Eine Wiederaufnahme der Rally sei aber wahrscheinlich, sagte Analystin Louise Dickson vom Brokerhaus Rystad. Grund hierfür seien Produktionsausfälle durch die Unruhen in Kasachstan sowie Lieferengpässe in Libyen wegen Wartungsarbeiten an einer Pipeline. Zudem sei die Furcht vor einem Nachfrage-Rückgang durch die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus gewichen, warf Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades ein.

Mit Nachrichtenagenturen
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