Börse Dax knickt weiter ein, Bitcoin stürzt

Der Kursrutsch setzt sich fort: Dow Jones und Nasdaq bauen am Abend ihre Verluste aus, der Dax stürzt zeitweise auf das tiefste Niveau seit einem Jahr. Vor der Zinserhöhung durch die US-Notenbörse Fed ergreifen Anleger die Flucht.
Kurssturz an den Börsen: Die Fed dürfte die Zinsen am Mittwoch erneut kräftig erhöhen

Kurssturz an den Börsen: Die Fed dürfte die Zinsen am Mittwoch erneut kräftig erhöhen

Foto: DANIEL ROLAND / AFP

Erneute Verluste: Nach der zaghaften Kurserholung zu Wochenbeginn sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag wieder abgetaucht. Der Leitindex Dax  gab am Dienstag erneut nach, zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) betrug der Abschlag 1,03 Prozent auf 12.671 Punkte.

Doch damit nicht genug. Da am Abend die US-Börsen ihre Verluste weiter ausbauten, stürzte auch der Dax im Anschluss immer weiter ab: Am Abend notierte der deutsche Leitindex zeitweise nur noch bei 12.550 Punkten, ein Verlust von 2,6 Prozent. Erst kurz vor Handelsschluss in den USA konnte der Dax die Marke von 12.600 Punkten wieder zurückerobern. (Für die aktuelle Chartansicht stellen Sie um von "Xetra" auf BNP Paribas). Mit der Aussicht auf eine weitere kräftige Zinserhöhung in den USA am Mittwoch gingen die Investoren kaum mehr ins Risiko.

Immobilien-Aktien knicken ein

Steigende Kapitalmarktzinsen sind Gift für die Immobilienbranche. Sie verteuern das Bauen und gleichzeitig die Refinanzierung. Der europäische Sektorindex fiel am Dienstag auf den tiefsten Stand seit März 2020. Vonovia-Aktien waren mit einem Abschlag von 5 Prozent das Schlusslicht im Dax. Auch die Immobilienaktien im MDax und SDax gerieten unter Druck.

Porsche gegen den Trend

Zulegen konnten gegen den Trend die Aktien der Autohersteller - zumindest im Xetra-Handel. Die Aufschläge reichten von 0,5 Prozent bei Mercedes-Benz bis zu 5 Prozent für die Porsche-Holding. Volkswagen verteuerten sich um 1,2 Prozent. Hier sorgte erneut der anstehende Börsengang der Porsche AG für Fantasie. An diesem Dienstag beginnt die Zeichnungsfrist für die Aktien, laut einem Medienbericht ist das Orderbuch bereits deutlich überzeichnet.

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Dow Jones und Nasdaq geben am Abend weiter nach

Am Tag vor einer erwarteten erneuten XXL-Zinserhöhung der Notenbank Fed wächst die Nervosität der US-Anleger. Der Leitindex Dow Jones Industrial lag zwei Stunden vor Schluss mit 1,4 Prozent im Minus. Damit hat sich das Börsenbarometer bis auf wenige Punkte seinem vor dem Wochenende erreichten Tiefststand seit Mitte Juli genähert. Der marktbreite S&P 500 verlor 1,4 Prozent. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 gab zuletzt um 1,4 Prozent nach. Bis zum Handelsschluss konnten Dow Jones und Nasdaq ihre Verluste jeweils auf 1,0 Prozent begrenzen, doch eine Stabilisierung sieht anders aus.

Bitcoin unter 19.000 US-Dollar

Wegen der Aussicht auf drastische Zinserhöhungen der großen Notenbanken ziehen sich Anleger aus riskanten Anlageklassen wie Kryptowährungen zurück. Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt bei 18.920 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise schwächer

Die Ölpreise haben sich am Dienstag zunächst kaum von der Stelle bewegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  92,16 US-Dollar. Das waren 16 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stagnierte bei 85,27 Dollar. Am Abend gerieten jedoch auch die Ölpreise wieder unter Druck.

In den vergangenen Monaten sind die Erdölpreise im Trend gefallen, allerdings von hohem Niveau aus. Belastung kommt von der schwach erwarteten Konjunkturentwicklung und von vielerorts steigenden Zinsen, mit denen sich die Zentralbanken gegen die hohe Inflation zur Wehr setzen. Die Nachfrage nach Öl, Benzin und Diesel dürfte sich dementsprechend eher schwach entwickeln.

Das Angebot an Rohöl bleibt auf der anderen Seite knapp, was den Rückgang der Ölpreise begrenzt. Hauptgrund für das knappe Angebot ist der Ukraine-Krieg, der viele westliche Staaten zu einer Abkehr von russischem Erdöl veranlasst hat. Am Montag hatte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) die Auffassung vertreten, dass ein Ersatz russischer Öllieferungen aufgrund des hohen Marktanteils Russlands ein schwieriges Unterfangen sei.

Mit Nachrichtenagenturen
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