Börse Dax grenzt Verluste ein, Ölpreis steigt rasant, Dow legt zu

Der Dax reduziert nach US-Inflationsdaten seine Verluste und schließt über der Marke von 14.000 Punkten. Zuvor war er deutlich darunter gefallen. Die Ölpreise steigen rasant, der Bitcoin ringt mit der Marke von 40.000 Dollar
Börsenkurse: Der Dax stabilisiert sich am Dienstag im späten Handel und schließt mit leichten Verlusten

Börsenkurse: Der Dax stabilisiert sich am Dienstag im späten Handel und schließt mit leichten Verlusten

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag mit einem moderaten Minus aus dem Handel gegangen. Frische US-Inflationsdaten sorgten am Nachmittag für etwas Entspannung und grenzten die Verluste ein. Der Dax  sank letztlich um 0,48 Prozent auf 14.124 Punkte. Der Leitindex war sehr schwach gestartet mit Kursen teils unter 13.900 Zählern. Vormittags war ihm aber bereits der Sprung zurück über 14.000 Punkte gelungen. Der MDax  schloss mit einem Rückgang von 0,54 Prozent bei 30.405 Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  notierte zum Handelsschluss in Europa 0,21 Prozent leichter.

Dax

Die Inflation kletterte in den Vereinigten Staaten auf das höchste Niveau seit mehr als 40 Jahren. Anleger reagierten erleichtert, nachdem im Vorfeld Spekulationen auf noch höhere Stände und drastischere Zinsschritte der US-Notenbank aufgekommen waren. An den Anleihemärkten gingen die Renditen nach unten. Die Verzinsung der zehnjährigen Bundespapiere fiel um fast drei Basispunkte auf 0,784 Prozent.

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Keinen nennenswerten Einfluss auf die Kurse hatten am Vormittag die ZEW-Konjunkturdaten. Zwar fielen die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten belastet durch den Krieg in der Ukraine auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Corona-Pandemie. Analysten hatten allerdings einen noch drastischeren Einbruch erwartet.

Lockerungen in China treiben Ölpreis

Die Ölpreise legten am Dienstag nach Vortagsverlusten deutlich zu. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent  aus der Nordsee zog um 7,1 Prozent auf 105,45 Dollar pro Barrel an. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg um 6,64 Dollar auf 100,93 Dollar.

Börsianer führten das auf die neuesten Entwicklungen in China zurück. Nach dem strikten Corona-Lockdown in der Wirtschafts- und Finanzmetropole Shanghai durften erstmals seit mehr als zwei Wochen einige Menschen wieder ihre Wohnungen verlassen. Die Erleichterung über die ersten Lockerungen der scharfen Restriktionen milderten auch die Nachfragesorgen am Rohstoffmarkt.

Brent

Nach wie vor erwarten Börsianer aber weitere Schwankungen: "Der Ölmarkt ist immer noch anfällig für einen großen Schock, wenn russische Energie sanktioniert wird, und dieses Risiko bleibt auf dem Tisch", sagte Edward Moya, Marktanalyst beim Brokerhaus Oanda. Die Opec senkte ihre Wachstumserwartungen für die weltweite Ölnachfrage in 2022 aufgrund der Virusverbreitung in China, des Ukraine-Krieges und der steigenden Inflation. Zudem warnte sie, dass sie möglicherweise ausfallende Mengen russischen Öls nicht ausgleichen könne.

Wall Street - Dow Jones im Plus

In den USA sorgten die neuen Inflationsdaten für etwas Erleichterung. In New York gab der Leitindex Dow Jones einen Teil seiner Gewinne nach Handelsschluss in Europa aber ab und notierte gegen 18.25 Uhr nocht mit 0,34 Prozent im Plus bei 34.426 Punkten. Für den breiter gefassten S&P 500 ging es um 0,48 Prozent nach unten, der technologielastige Nasdaq 100  notiert noch mit 0,68 Prozent im grünen Bereich.

Nasdaq

Bitcoin kämpft mit der Marke von 40.000 Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin steht weiter unter Druck. Die Cyberdevise verlor am Montag zeitweise rund 7 Prozent und fiel unter die psychologisch wichtige runde Marke von 40.000 US-Dollar. Dienstagabend notierte der Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp  wieder knapp über der Marke bei 40.045 US-Dollar. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar. Seit Ende März, als der Bitcoin zeitweise bei 48.000 US-Dollar notierte, hat die weltweit wichtigste Kryptodevise rund 20 Prozent an Wert verloren.

Bitcoin

Bitcoin

Aktien der Deutschen Bank und Commerzbank brechen ein

Am Aktienmarkt kamen vor allem die Anteilsscheine der beiden deutschen Großbanken unter die Räder. Nach dem Ausstieg eines Großinvestors brachen die Titel der Deutschen Bank um 9,4 Prozent ein. Die Aktien der Commerzbank fielen um 8,5 Prozent. Insidern zufolge platzierte der Vermögensverwalter Capital Group über Nacht zwei Aktienpakete von jeweils mehr als fünf Prozent an den deutschen Großbanken für zusammen 1,75 Milliarden Euro bei institutionellen Anlegern.

Bei den Einzelwerten waren ansonsten erneut Rüstungswerte gefragt. So zogen die Aktien des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo um 2,7 Prozent an. Deutsche-Bank-Analysten stuften die Titel wegen der Erwartung höherer Verteidigungsausgaben in den Hauptmärkten des Unternehmens auf "Kaufen" hoch. Rheinmetall legten knapp drei Prozent zu.

Immobilienwerte präsentierten sich schwach. Die Aussicht auf steigende Zinsen belastet die Branche. Vonovia verloren im Dax 2,5 Prozent, LEG Immobilien im MDax 2,6 Prozent und Adler Group als SDax-Schlusslicht 9,2 Prozent.

Die Papiere von Wacker Chemie gewannen 3,6 Prozent. Barclays-Analyst Sebastian Satz sieht in höheren Stromkosten in China und dem "Revival" der Solarproduktion in Europa die Kurstreiber für Wacker. Er hob sein Kursziel deutlich an.

Mit Nachrichtenagenturen