Börse Dax schließt im Plus, Morphosys bricht ein

Der Dax behält am Mittwoch das Rekordhoch im Blick. Die Aktie von Morphosys verliert wegen einer Milliarden-Übernahme zweistellig. Beiersdorf-Titel sind dagegen gefragt.
Bulle obenauf: Der Dax ist mit einem Rekordhoch in den Juni gestartet

Bulle obenauf: Der Dax ist mit einem Rekordhoch in den Juni gestartet

Foto: Boris Roessler / dpa

Nach dem Rekord am Vortag kam der Dax  am Mittwoch nur mühsam voran und schloss mit plus 0,23 Prozent bei 15.602 Punkten. Am Dienstag war der Dax noch bis auf ein Rekordhoch von 15.685 Zählern gestiegen, hatte dann aber einen Teil der Gewinne wieder abgegeben. Auch beim MDax  ließ der Schwung am Mittwoch nach und ging mit einem Abschlag von 0,23 Prozent bei 33.480 Zählern aus dem Handel.

Dax

Der EuroStoxx 50  schloss 0,41 Prozent fester auf 4088 Punkte, die Leitindizes an den Börsen in Paris und London rückten in ähnlichem Maß vor. An der New Yorker Wall Street notierte der Dow Jones  Industrial zuletzt rund 0,2 Prozent fester.

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Im Dax setzten an der Spitze die Vorzüge von Volkswagen ihre Rally mit plus 2,2 Prozent fort. Feste Autowerte hatten bereits am Vortag den Index angetrieben. Schlusslicht waren am Mittwochnachmittag Siemens Energy mit minus 3,4 Prozent.

Beiersdorf gefragt, Morphosys verliert 13 Prozent

Aktien von Beiersdorf rückten an der MDax-Spitze um 2,8 Prozent vor. Im Handelsverlauf hatten die Papiere erstmals seit Mitte November wieder mehr als 100 Euro gekostet, waren bis zum Abend aber wieder unter diese Marke gefallen. Für Schub sorgte eine positive Analystenstudie. Die Berenberg Bank riet zum Kauf der Papiere und sieht innerhalb der Branche das größte Umbaupotenzial bei dem Hamburger Konsumgüterproduzenten. Im März waren die Papiere des Nivea-Herstellers aus dem Dax in den MDax abgestiegen. Der Kurs litt darunter nicht, es ging seitdem fast nur nach oben.

Auf wenig Gegenliebe am Markt stieß hingegen die Ankündigung einer Übernahme: Der Antikörperspezialist Morphosys kauft in den USA das Unternehmen Constellation Pharmaceuticals und will für das Eigenkapital insgesamt 1,7 Milliarden US-Dollar bezahlen, umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro. Die seit Monaten recht schwach laufenden Aktien der Bayern sackten daraufhin auf ein Tief seit September 2017 ab, zu Handelsende notierten sie noch mit einem Abschlag von knapp 13 Prozent am MDax-Ende. Zur Finanzierung der Übernahme wurde eine Partnerschaft mit dem US-Finanzunternehmen Royalty Pharma geschlossen. Teil der Vereinbarung ist auch eine Barkapitalerhöhung von Morphosys ohne Bezugsrecht bestehender Aktionäre.

Auto1 unter Druck - einige Großaktionäre machen Kasse

Verschiedene Aktionäre des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 platzierten über Nacht laut Kreisen rund 9,7 Millionen Aktien zu je 41 Euro bei Profi-Investoren. Die Aktien verloren daraufhin mehr als acht Prozent und waren im Nebenwerteindex SDax auf dem letzten Platz.

Der Euro eroberte bis zum Abend die Marke von 1,22 US-Dollar zurück, zuletzt notierte er bei 1,2214 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuvor den Referenzkurs auf 1,2186 (Dienstag: 1,2225) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8206 (0,8180) Euro gekostet. Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite mit minus 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 144,41 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,11 Prozent auf 170,17 Punkte zu.

Bitcoin weiter unter 40.000 US-Dollar

Nach dem Kursrutsch vom Wochenende stabilisiert sich Bitcoin wieder und pendelt weiterhin um die Marke von 37.000 US-Dollar. Nichtsdestotrotz hat die Kryptowährung im Mai ihren ersten Monatsverlust seit mehr als zwei Jahren eingefahren: Um satte 35 Prozent ging es im Mai bergab.

Bitcoin

Erdogan schickt Lira auf Rekordtief

Am Devisenmarkt schickte die erneute Forderung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach einer Zinssenkung die Währung des Landes auf Talfahrt. Im Gegenzug stiegen Dollar und Euro auf Rekordhochs von 8,7775 beziehungsweise 10,5949 Lira.

Goldpreis auf Fünfmonatshoch

Der Goldpreis ist am Dienstag auf den höchsten Stand seit fünf Monaten geklettert. Zeitweise wurde die Feinunze (rund 31,1 Gramm) an der Börse in London für 1916,64 Dollar gehandelt. Das ist die höchste Notierung seit Anfang Januar. Am Markt wurde die Entwicklung unter anderem mit steigenden Inflationsraten erklärt.

Ölpreise auf 3-Monats-Hoch

Der Ölpreis zog weiter an. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um ein Prozent auf 70,94 Dollar je Barrel (159 Liter). In ihrem Windschatten rückte der Index für die europäische Öl- und Gasbranche 0,8 Prozent vor. "Der Markt ist optimistisch, dass der zunehmende Sommer-Reiseverkehr und die Normalisierung der Volkswirtschaften selbst bei einer Rückkehr iranischen Rohöls auf den Weltmarkt die Produktionsausweitungen der Opec+ leicht absorbieren können", sagte Analyst Stephen Brennock vom Brokerhaus PVM Oil Associates.

Brent

"Zwar gibt es Sorgen um neue Pandemie-Beschränkungen in Teilen Asiens", schrieben die Analysten der ING Bank. "Der Markt scheint sich aber eher auf die positiven Nachfrage-Nachrichten aus den USA und Teilen Europas zu konzentrieren." Vor diesem Hintergrund gewannen Ölwerte wie Exxon und Chevron.

mit Nachrichtenagenturen
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