Börse Dax auf Erholungskurs über 14.000 Punkte

Kursgewinne in Asien geben dem Dax Rückenwind. Der deutsche Leitindex lässt die 14.000 Punkte-Marke klar hinter sich. Auch der Dow erholt sich. Für Zuversicht sorgt die Aussicht auf ein Auslaufen der Corona-Restriktionen in China. Der Bitcoin erholt sich weiter.
Bulle und Bär vor der Frankfurt Börse: Noch ist der Dax im Bärenmarkt

Bulle und Bär vor der Frankfurt Börse: Noch ist der Dax im Bärenmarkt

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Jan Huebner/Blatterspiel/ imago images/Jan Huebner

Der deutsche Aktienmarkt hat seinen Erholungskurs Freitag am Dienstag wieder aufgenommen. Der Dax stieg schwungvoll über die Marke von 14.000 Punkten und schloss mit einem Plus von 1,59 Prozent bei 14.186 Zählern. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 1,52 Prozent auf 29.371 Punkte aufwärts.

Auch die anderen europäischen Leitbörsen verbuchten klare Gewinne. Der EuroStoxx 50 legte zum Handelsschluss um 1,52 Prozent auf 3742 Punkte zu. In Paris gewann der Cac 40 1,3 Prozent, in London kletterte der FTSE 100 um 0,7 Prozent nach oben. Der New Yorker Dow Jones Industrial stieg zum Handelsschluss in Europa um 0,7 Prozent.

Dax

Daimler Truck erhöht Prognosen

In Deutschland legten einige Unternehmen Geschäftszahlen vor. Der Lkw-Bauer Daimler Truck konnte im ersten Quartal dank Preiserhöhungen die Belastungen unverhofft gut abfangen. Das Geschäft läuft sogar so rund, dass der Konzern trotz Lieferschwierigkeiten und Kostensteigerungen die Jahresziele für den Umsatz erhöhte und daher auch bessere Aussichten beim Ergebnis sieht. Mit einem Kursplus von 6,5 Prozent war die Aktie der größte Dax-Gewinner und erreichte den höchsten Stand seit Ende Februar.

Die Allianz-Papiere reagierten am Nachmittag leicht positiv auf die Nachricht, dass die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) nach Investorenklagen wegen hoher Verluste einen milliardenschweren Vergleich mit US-Behörden akzeptiert hat. Insgesamt zahlt die Allianz bei den nun vereinbarten US-Vergleichen mehr als fünf Milliarden US-Dollar, den Löwenanteil davon an geschädigte Großanleger. Die Summe ist dem Unternehmen zufolge komplett durch Rückstellungen gedeckt. Letztlich stiegen Allianz um 1,7 Prozent.

Die Aktien von Adler Group aus dem Nebenwerte-Index SDax büßten nach zwischenzeitlichen Gewinnen 12,5 Prozent ein. Nachdem das mit schweren Vorwürfen konfrontierte Unternehmen im vergangenen Jahr Abschreibungen auf Consus Real Estate vornehmen musste, droht nun der Tochtergesellschaft Consus das gleiche Schicksal. Zuletzt belastete die Mitteilung, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG nicht als Abschlussprüfer zur Verfügung steht – sie hatte bereits im April das Testat der Geschäftszahlen verweigert.

Gefragt waren Aktien von Unternehmen mit internetbasierten Geschäftsmodellen, die an die Erholung der vergangenen Tage anknüpften. Im Dax mischten der Essenslieferdienst Delivery Hero und der Online-Modehändler Zalando mit Kursgewinnen von 4,1 beziehungsweise 2,7 Prozent ganz vorne mit. Im SDax stiegen die Papiere des Online-Gebrauchtwagenhändlers Auto1 und des Zalando-Konkurrenten About You um 5,9 beziehungsweise 4,0 Prozent.

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Wachstumssorgen dämpfen Erholung in den USA

Die US-Börsen haben sich am Dienstag etwas von ihren jüngsten Verlusten erholt. Angesichts positiver Signale von den asiatischen Handelsplätzen taxierte der Broker IG den Leitindex Dow Jones Industrial zuletzt 1,14 Prozent höher bei 32.591 Punkten.

Die asiatischen Aktienmärkte hatten moderate Gewinne verzeichnet. Experten zufolge steigt die Zuversicht, dass der Corona-Lockdown in Shanghai gelockert werden könnte. In der chinesischen 25-Millionen-Einwohner-Metropole wurden den dritten Tag in Folge keine Neuinfektionen gemeldet, was als Bedingung für eine Milderung der scharfen Virus-Maßnahmen gilt. Die scharfen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gelten als ein Grund für die globalen Lieferkettenprobleme, die das globale Wachstum gefährden.

Recht gute Nachrichten kamen derweil aus den USA: Der Konsum in der größten Volkswirtschaft der Welt zeigt keine Anzeichen von Schwäche. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im April erneut an, wenn auch geringfügig schwächer als erwartet.

Nasdaq

Unter den Einzelwerten sackten die Aktien von Walmart im US-Handel um fast sieben Prozent ab. Der größte US-Einzelhändler ächzt angesichts von Inflationsdruck und Lieferkettenproblemen unter hohen Kosten. Nach einem deutlichen Gewinnrückgang im Auftaktquartal kürzte der Shopping-Riese seine Jahresziele.

Die Anteilsscheine von Twitter dürften unter Druck bleiben und büßten im vorbörslichen Geschäft mehr als ein Prozent ein. Tech-Milliardär Elon Musk beißt sich beim angekündigten Kauf des Unternehmens an seinem Vorwurf fest, der Dienst habe viel mehr Fake-Accounts als angegeben. Unklar bleibt, ober er damit den Preis drücken will – oder versucht, den Boden für einen Ausstieg aus dem Deal zu bereiten. Der Chef des Elektroautobauers Tesla brachte zuvor einen niedrigeren Preis für die geplante Twitter-Übernahme ins Spiel.

Anleger in Asien kommen zurück an die Börsen

Die Anleger in Asien wagen sich am Dienstag trotz schlechter Wirtschaftsdaten zurück an die Börsen. Wirtschaftsdaten aus China hatten zu Wochenauftakt Befürchtungen verstärkt, dass die globale wirtschaftliche Erholung fragiler sein könnte als erwartet und der strikte Lockdown in Teilen der Volksrepublik globale Auswirkungen auf die Inflation hat. "Eine wesentliche Folge der chinesischen Produktionsstopps für den Rest der Welt sind die Auswirkungen auf die Inflation. Schließlich war die Inflation – und die Reaktion der Zentralbanken – in diesem Jahr ein starker Gegenwind für die globalen Anleihen- und Aktienmärkte", schrieben die Analysten von Capital Economics in einer Mitteilung.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,5 Prozent höher bei 26.676 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,2 Prozent und lag bei 1866 Punkten. Die Börse in Shanghai lag unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,6 Prozent.

Bitcoin steigt über 30.600 Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin geriet zu Wochenbeginn wieder unter Druck. In der Nacht zum Dienstag erholte sich die Cyberdevise aber wieder und notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt bei 30.155 US-Dollar. Vergangene Woche war sie auf 26.283 US-Dollar gefallen. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar. Seitdem hat sich die Bewertung mehr als halbiert.

Bitcoin

Ölpreise legen zu

Die Ölpreise haben am Dienstag etwas zugelegt. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 115,03 US-Dollar. Das waren 79 Cent mehr als Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 65 Cent auf 114,84 Dollar.

Brent

"Der Preisanstieg ist auf Optimismus zurückzuführen, dass der Corona-Lockdown in Shanghai gelockert werden könnte", kommentierte Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. Es verweist auf Aussagen des stellvertretenden Bürgermeisters, laut denen die Einschränkungen bis zum 1. Juni aufgehoben werden könnten. In der 25-Millionen-Einwohner-Metropole Shanghai wurden den dritten Tag in Folge keine Neuinfektionen gemeldet, was als Bedingung für eine Milderung der scharfen Virus-Maßnahmen gilt. "Der seit Ende März währende Lockdown in Shanghai war ein spürbarer Belastungsfaktor für die Ölnachfrage", schreibt Fritsch. China ist einer der größten Ölverbraucher der Welt.

Nach wie vor befinden sich die Ölpreise auf sehr hohem Niveau. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat an den Rohstoffmärkten zu hoher Verunsicherung und einem deutlich geringeren Angebot an Rohöl geführt. Hintergrund sind zahlreiche Sanktionen vornehmlich westlicher Länder gegen Russland, das eines der größten Ölförderländer der Welt ist.

Mit Nachrichtenagenturen