Donnerstag, 23. Januar 2020

Börsenschluss Dax macht Freitags-Delle wett

Händler in Frankfurt: Der Start der Börse in die neue Woche verläuft erfreulich

Mehr als 2 Prozent im Plus, zwischenzeitlich wieder oberhalb der 8000-Punkte-Marke: Der Frankfurter Börsenleitindex Dax robbt sich wieder in Schlagweite seiner Jahreshöchststände. Besonders im Blick stand heute die vorübergehend 31. der 30 Dax-Aktien.

Frankfurt am Main - Der Dax hat seinen Kursrutsch vom Freitag zu Wochenbeginn fast vergessen gemacht. Die im späten Handel starke Wall Street hatte den Weg für die Erholung geebnet, die den deutschen Leitindex bis zum Handelsschluss am Montag um plus 2,08 Prozent auf 7968,54 Punkte nach oben führte. Auch ein Rücksetzer der deutschen Industrieproduktion verhinderte nicht, dass der Dax Börsen-Chart zeigen zwischenzeitlich sogar wieder über 8000 Punkte geklettert war. Der MDax Börsen-Chart zeigen gewann 0,97 Prozent auf 13.848,85 Punkte, und für den TecDax Börsen-Chart zeigen ging es um 1,46 Prozent auf 966,31 Punkte nach oben.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen stieg zum Handelsschluss um 2,11 Prozent auf 2650,85 Punkte. Auch der CAC 40 Börsen-Chart zeigen in Paris und der Londoner FTSE 100 Börsen-Chart zeigen legten deutlich zu. Am US-Aktienmarkt rückte der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss um 0,55 Prozent vor.

Europäische Investoren haben zu Wochenbeginn darauf gesetzt, dass Griechenland und Portugal ihren Reformkurs erfolgreich fortsetzen werden. In dieser Hoffnung kauften sie als riskant geltende Anlagen wie Aktien aber auch Staatsanleihen der hoch verschuldeten südeuropäischen Länder. Beruhigend für die angespannten Nerven der Anleger wirkte zudem die Bekräftigung von EZB-Chef Mario Draghi, dass die Notenbank die Zinsen für längere Zeit niedrig halten und die Konjunktur so lange wie nötig unterstützen werde.

"Allmählich setzt sich die Einsicht durch, dass wir noch lange mit billigem Geld ausgestattet sein werden", sagte Aktienstratege Robert Halver von der Baader Bank und fügte hinzu: "Liquidität ist für die Märkte deutlich wichtiger als es konjunkturelle Impulse sind." Von daher wurden als schwach gewertete Konjunkturdaten aus Deutschland von Investoren weitestgehend ignoriert.

Kurzzeitig 31 Werte im Dax30

Im Dax gab es am Montag ein seltenes Phänomen: Wegen der Abspaltung der Beleuchtungssparte Osram wurden an diesem Tag 31 Werte im Leitindex geführt. Osram-Aktien starteten mit einem Kurs von 24 Euro und kosteten zum Handelsschluss 23,80 Euro. "Osram kann alleine zeigen was man kann, Siemens wird einen Unternehmensteil los und fokussiert sich auf das Kerngeschäft", fassten die Marktbeobachter von Feingold Research zusammen.

Für zehn Siemens-Papiere hatten die Aktionäre jeweils eine Osram-Aktie erhalten. Zum Handelsschluss verlor die als heißer MDax-Kandidat geltende Osram ihren Dax-Platz wieder. Siemens-Aktien Börsen-Chart zeigen waren mit einem Plus von 4,2 Prozent auf 78,15 Euro größter Dax-Gewinner.

Zu den Favoriten im Dax zählten die Papiere von BMW-Anteilsscheine Börsen-Chart zeigen mit plus 2,57 Prozent. Die Münchener hatten im ersten Halbjahr trotz der Autoflaute in Europa einen neuen Verkaufsrekord eingefahren. Auch Daimler-Aktien Börsen-Chart zeigen und VW-Vorzüge Börsen-Chart zeigen bestätigten den europaweit starken Trend für Autotitel. Weiter schwach zeigten sich Commerzbank-Papiere Börsen-Chart zeigen mit einem Minus von 2,01 Prozent.

An der MDax-Spitze zogen die Titel des Spezialchemiekonzerns und Halbleiter-Zulieferers Wacker Chemie Börsen-Chart zeigen um 7,87 Prozent an. Die Papiere profitierten Händlern zufolge von einem Medienbericht, dass China doch keine Strafzölle auf die Einfuhr von Polysilizium aus der EU erheben wird.

Am Devisenmarkt erholte sich der Euro Börsen-Chart zeigen von seinen jüngsten Verlusten und stieg in der Spitze bis auf 1,2878 Dollar. Am Freitag hatten überraschend starke US-Arbeitsmarktdaten die Erwartung der Investoren geschürt, dass die die Notenbank Fed schon bald mit einer Reduzierung ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe beginnt. Dies hatte die Gemeinschaftswährung auf 1,2805 Dollar gedrückt - den tiefsten Stand seit Ende Mai.

Deutsche Staatsanleihen haben am Montag nach schwachen Konjunkturdaten moderat gewonnen. Die deutschen Exporte gingen im Mai überraschend zurück und die Industrieproduktion fiel deutlich schwächer aus als erwartet. Der für die deutschen Staatspapiere richtungweisende Euro-Bund-Future stieg am späten Nachmittag um 0,16 Prozent auf 141,89 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stand bei 1,70 Prozent.

Die Ölpreise sind am Montag nach einem freundlichen Auftakt etwas abgerutscht. Händler begründeten die leichten Verluste mit Gewinnmitnahmen, nachdem der US-Ölpreis in der vergangenen Woche den stärksten Anstieg binnen einer Woche seit Februar 2011 verzeichnet hatte. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im August kostete am späten Nachmittag 107,47 US-Dollar. Das waren 25 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 24 Cent auf 102,98 Dollar.

Von Telekom bis Osram: Die größten deutschen Börsengänge

kst/dpa-afx/rtr

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