Börse Dax schließt im Minus, vor Zinsentscheid mehren sich Sorgen

Nachdem der Dax kurz vor der EZB-Sitzung am Donnerstag mächtig nach oben gegangen ist, schloss er jedoch am Abend im Minus. Die Sorgen mehren sich.
Börsianerin in Frankfurt: Die Stimmung am Aktienmarkt ist am Mittwoch gut

Börsianerin in Frankfurt: Die Stimmung am Aktienmarkt ist am Mittwoch gut

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Für den deutschen Leitindex Dax ist es am Mittwoch nicht weiter nach oben gegangen. Nach zwei freundlichen Handelstagen schloss er nahezu unverändert mit minus 0,04 Prozent bei 15.613,77 Punkten. In der Spitze war er mit knapp 15.737 Punkten auf den höchsten Stand seit fast zwei Wochen gestiegen, danach bröckelten die Kurse ab. Der MDax legte um 0,89 Prozent auf 34.037,44 Punkte zu.

Dax

Starke Quartalsberichte wie etwa vom Google-Mutterkonzern Alphabet waren am Mittwoch zunächst nochmals ein Kurstreiber. Vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag mehrten sich aber wieder die Sorgen. Im Euroraum lagen die Verbraucherpreise im Januar um 5,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dies ist der höchste Wert seit Einführung des Euro als gemeinsame europäische Verrechnungswährung 1999. I

Die Rally ging auch bei einigen zuletzt besonders stark erholten Aktien von Pandemie-Gewinnern aus dem Online-Business zu Ende. Die Titel des Essenslieferdienstes Delivery Hero büßten knapp zwei Prozent ein. Die Aktien von Shop Apotheke drehten nach einem Spitzenplus von fast fünf Prozent noch mit 1,8 Prozent in die Verlustzone.

Stattdessen positionierten sich die Anleger vor dem EZB-Entscheid etwas defensiver, wie Kursgewinne bei RWE, Deutsche Telekom, Vonovia, Deutsche Post und Beiersdorf zeigten. Deren Aktien legten um 0,3 bis 1,6 Prozent zu. Zum Spitzenreiter wurde der Aromenhersteller Symrise, dessen Aktien neuerdings ihrer Talsohle entkommen. Sie schlossen 2,7 Prozent höher.

Der Waferhersteller Siltronic rechnet mit einem guten Start in das Jahr. Nach anfänglichen Gewinnen drehte der Kurs des Chipindustrie-Zulieferers jedoch mit 1,1 Prozent ins Minus. Die Aktien des Chipkonzerns Infineon schlossen zwar im Dax mit 0,6 Prozent im Plus, entfernten sich aber auch deutlich von ihrem Tageshoch.

Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,06 Prozent tiefer bei 4222,05 Zählern, in Paris gewann der Cac 40 hingegen 0,2 Prozent. Der britische FTSE 100 ging 0,6 Prozent höher aus dem Handel. Die New Yorker Leitindizes Dow Jones Industrial und Nasdaq 100 bewegten sich zuletzt moderat im Minus.

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Dow Jones und Nasdaq erholen sich

Die Erholungrally an den US-Börsen setzt sich am Mittwoch angesichts überwiegend starker Quartalsberichte von großen Technologiekonzernen fort. Zudem stützt weiter, dass Vertreter der US-Notenbank sich für ein besonnenes Vorgehen beim Tempo für Zinserhöhungen ausgesprochen hatten. Mit Interesse dürfte zudem auf die schwachen Jobdaten aus der Privatwirtschaft geschaut werden, die eine Indikation für den offiziellen Arbeitsmarktbericht an diesem Freitag sein könnten.

Der Dow Jones legt 0,03 Prozent zu auf 35.415 Zähler. Der Nasdaq gewinnt 0,75 Prozent und notiert bei 14.453 Punkten.

Die US-Privatwirtschaft baute im Januar überraschend etwas mehr als 300.000 Stellen ab, was den stärksten Rückgang seit April 2020 bedeutet. Analysten hatten hingegen mit einem Beschäftigungsaufbau um 180.000 gerechnet.

Bitcoin hat sich erholt

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin hat sich von ihren Tiefstständen wieder etwas erholt. Zuletzt notierte der Bitcoin ein Stück oberhalb der Marke von 37.400 Dollar.

Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise ziehen an

Unterdessen gaben die Ölpreise nach. So verbilligte sich die Sorte Brent aus der Nordsee um 0,4 Prozent auf 88,79 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI ging 0,6 Prozent auf 87,65 Dollar zurück. Der Preisrückgang überraschte vor dem Hintergrund, dass sich die "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, Insidern zufolge den Rufen nach einer deutlicheren Steigerung der Ölförderung widersetzte.

Brent

Zur Wochenmitte steht eine Sitzung des Förderverbunds Opec+ im Mittelpunkt. Es wird erwartet, dass die von Saudi-Arabien und Russland angeführten Länder ihre Förderung erneut ausweiten. Allerdings hatte der Verbund zuletzt Probleme, seine eigenen Ziele zu erfüllen. Die knappe Produktion gilt als ein Grund für die gestiegenen Ölpreise, die sich in der Nähe ihres Höchststandes seit Herbst 2014 bewegen.

Weitere Gründe für steigende Preise sind die Nachfrage nach Öl und Kraftstoffen sowie die angespannte Lage zwischen Russland und der Ukraine. Solche geopolitischen Spannungen führen häufig zu einem Risikoaufschlag, den Fachleute derzeit auf etwa zehn Dollar veranschlagen.

Mit Nachrichtenagenturen