Dax zeitweise auf Rekordhoch Aktie von Deutsche Wohnen steigt zweistellig

Der Dax steigt am Dienstag zeitweise auf Rekordhoch. Die Aktie von Deutsche Wohnen steigt nach dem Übernahmeangebot von Vonovia zweistellig. Auch die Aktie von Heidelbergcement vollzieht einen Kurssprung.
Kurstafel an der Börse in Frankfurt: Der Bulle ist obenauf

Kurstafel an der Börse in Frankfurt: Der Bulle ist obenauf

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Boris Roessler / dpa

Kursgewinne an der Börse: Dank des guten Wochenstarts an der Wall Street hat der Dax  nach dem verlängerten Pfingstwochenende ein Rekordhoch erreicht. Der deutsche Leitindex kletterte mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 15.587 Punkte und damit zeitweise auf das höchste Niveau seit Bestehen des Dax. Im späten Handel bröckelten die Gewinne jedoch etwas ab. Am Schluss notierte der Dax mit 0,2 Prozent im Plus bei 15.465 Punkten. Für Schwung sorgten vor allem die zweistelligen Kursgewinne bei Deutsche Wohnen und Heidelbergcement. Auch MDax  und EuroStoxx 50  legten am Dienstag zu.

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Dax

Unterstützung kam auch aus den USA: Aussagen wichtiger Akteure der US-Notenbank hätten die Inflationssorgen der Anleger gedämpft, hieß es bei den Marktstrategen der Credit Suisse. Davon hatte am Pfingstmontag vor allem die US-Technologiebörse Nasdaq profitiert, und der marktbreite US-Index S&P 500 steuert wieder auf seinen Rekord von Anfang Mai zu. Auch in Asien sprang der Funke über: Die Aktienkurse in Japan und China legten zu.

Deutsche Wohnen steigt zweistellig: Vonovia will für 18 Milliarden Euro übernehmen

Am deutschen Markt steht zu Beginn der neuen Handelswoche das Interesse von Vonovia an Deutsche Wohnen im Fokus. Der größte deutsche Immobilienkonzern will seinen nächstgrößeren heimischen Konkurrenten für rund 18 Milliarden Euro beziehungsweise 53,03 Euro je Deutsche-Wohnen-Aktie schlucken. Das entspreche einer Prämie von knapp 18 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag und von 25 Prozent auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnitt. Anders als bei den bisherigen Versuchen konnte sich Vonovia diesmal die Unterstützung der Deutsche-Wohnen-Spitze sichern.

Die Übernahme wäre strategisch sinnvoll für Vonovia und habe diesmal auch gute erfolgschancen, schreibt Analyst Thomas Rothäusler von der Investmentbank Jefferies. Der anfängliche Verwässerungseffekt für Vonovia sei aber hoch. Dementsprechend sprangen Deutsche Wohnen auf der Handelsplattform Tradegate vorbörslich um knapp 17 Prozent hoch, wogegen Vonovia auf der Stelle traten.

Kurssprung auch bei Heidelbergcement

Beim Baustoffekonzern Heidelbergcement sorgte der Verkauf des Großteils des Geschäfts im Westen der USA für Kursgewinne von knapp 18 Prozent. Die Einnahmen aus der Veräußerung an den Hersteller von Baumaterial Martin Marietta Materials bezifferten die Heidelberger mit 2,3 Milliarden US-Dollar. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte schon im Dezember 2020 von einem bevorstehenden Verkauf berichtet, den Verkaufspreis allerdings niedriger eingeschätzt. Dementsprechend feierten Analysten nun die hohe Bewertung, meinte ein Händler.

Bitcoin notiert weiterhin unter 40.000 US-Dollar

Am Markt für Kryptowährungen hat Bitcoin einen Erholungsversuch gestartet. Zuletzt notierte Bitcoin bei 38.000 US-Dollar und blieb damit unter der psychologisch wichtigen 40.000 Dollar-Marke. Am Wochenende war Bitcoin zeitweise bis auf 32.000 US-Dollar abgestürzt, hatte sich am Pfingstmontag dann aber wieder erholt. Unter anderem hatte Bitcoin-Investor und Tesla-Chef Elon Musk versucht, Bitcoin mit einem seiner Tweets zu stützen.

Bitcoin

Wall Street legt zu, Nasdaq kaum verändert

Schwindende Inflationsbefürchtungen haben am Dienstag den US-Aktienmarkt weiter gestützt. Die anfänglichen Gewinne jedoch bröckelten bei allen wichtigen Indizes nahezu komplett ab. Mehrere US-Notenbanker hatten tags zuvor Argumente für eine frühzeitige Straffung der Geldpolitik herunter gespielt, was immer noch nachwirkte. Im frühen Handel hielt sich der weltweit bekannteste Index, der Dow Jones Industrial, zuletzt mit 0,2 Prozent im Plus auf 34 401,28 Punkte. Der marktbreite S&P 500 zeigte sich prozentual unverändert bei 4197 Zählern. Der Nasdaq 100 legte um 0,05 Prozent auf 13 647,83 Zähler zu.

Fed-Gouverneurin Lael Brainard sowie die Fed-Präsidenten in Atlanta und St. Louis, Raphael Bostic und James Bullard, sagten, dass eine höhere Inflationsrate infolge der Erholung von der Corona-Krise nichts Überraschendes sei. Sie bekräftigten jedoch ihre Sicht, dass Preisanstiege wahrscheinlich zeitlich begrenzt sein würden. Bullard fügte hinzu, dass er sowohl 2021 als auch 2022 eine Inflation oberhalb des Fed-Ziels von zwei Prozent erwarte.

Unter den Einzelwerten am US-Aktienmarkt stiegen die Anteilscheine von Boeing an der Dow-Spitze um 2,5 Prozent und profitierten von einer Bestellung für 14 Flugzeuge des Typs 737 Max. Listenpreisen zufolge liegt der Auftragswert bei 1,7 Milliarden Dollar. Die Jets werden normalerweise aber mit Abschlägen verkauft. Für die Papiere von Walt Disney ging es im Dow an zweiter Stelle um 1,4 Prozent nach oben. Der Medienkonzern will 100 internationale TV-Sender streichen.

Kursgewinne bei den Airlines - und bei Moderna

Die Papiere von United Airlines gewannen 5,2 Prozent. Die Fluggesellschaft ist für das laufende zweite Quartal optimistischer geworden. Sie erwartet nun, dass der Gesamtumsatz je verfügbarer Sitzmeile (TRASM) im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent statt wie bisher prognostiziert um 20 Prozent sinken dürfte.

Im Fokus steht auch der Impfstoffhersteller Moderna, der im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine europäische Impfstoffzulassung für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren anstrebt. Ein Antrag bei der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) in Amsterdam sei Anfang kommenden Monats geplant, sagte Vorstandschef Stéphane Bancel. Die Aktien legten um drei Prozent zu.

Nasdaq

Asiens Börsen mit Gewinnen

Nachlassende Inflationssorgen lassen am Dienstag die Anleger in Asien durchschnaufen. Die US-Notenbank Fed geht davon aus, dass der Preisschub nicht von Dauer ist und zerstreute damit die Befürchtungen über inflationsbedingte Zinserhöhungen. "Die Märkte erhielten Auftrieb, als die Daten nicht dem Gerücht einer starken Inflation entsprachen und angesichts der wiederholten Hinweise der Fed, dass der aktuelle Anstieg der Inflation nur vorübergehend ist", schrieben die Analysten der Bank ANZ.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,6 Prozent höher bei 28.533 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,3 Prozent und lag bei 1919 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 1,1 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 1,7 Prozent.

Dollar schwächer

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,1 Prozent auf 108,69 Yen und gab 0,1 Prozent auf 6,4122 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,8958 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,2224 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0958 Franken. Das Pfund Sterling gewann 0,1 Prozent auf 1,4171 Dollar.

Ölpreise steigen wieder

Die Ölpreise sind am Dienstagmorgen leicht gestiegen. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 68,58 US-Dollar. Das waren zwölf Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg ebenfalls leicht auf 66,10 Dollar. Die Ölpreise haben zuletzt von der guten Aktienmarktstimmung und dem schwächeren Dollar profitiert. Steigende Aktienkurse heben zumeist auch die Stimmung am Erdölmarkt. Der fallende Dollar macht den in der US-Währung gehandelten Rohstoff für Interessenten außerhalb des Dollarraums günstiger und belebt so die Nachfrage.

Brent

Ein großes Thema am Ölmarkt bleiben die laufenden Verhandlungen über das iranische Atomprogramm. Es geht um die Zukunft des Abkommens, das die USA unter der Präsidentschaft Donald Trumps verlassen hatten und Iran anschließend nur noch in Teilen erfüllt hat. Sollte das Abkommen wiederbelebt werden, könnte dies zur Aufhebung von Sanktionen gegen den Iran und einem steigenden Ölangebot aus dem Opec-Land führen.

mit Agenturen