Börse Tesla beschleunigt Kurssturz, Bitcoin auf Jahrestief

Der Dax gibt leicht nach. Bitcoin stürzt zeitweise unter die Marke von 16.000 US-Dollar und markiert ein Jahrestief. Die Aktie von Tesla beschleunigt ihren Kurssturz.
Händlerin an der Börse: Tesla taucht ab, Ölpreise knicken ein

Händlerin an der Börse: Tesla taucht ab, Ölpreise knicken ein

Foto: Brendan McDermid / REUTERS

Der Dax hat am Montag nach sieben Wochen mit Kursgewinnen einen Konsolidierungskurs eingeschlagen. Der Leitindex verlor zum Xetra-Handelsschluss (17.30 Uhr) 0,36 Prozent auf 14.380 Punkte. Für den MDax ging es um 0,77 Prozent auf 25.547 Zähler nach unten. Der EuroStoxx 50 verabschiedete sich 0,40 Prozent tiefer bei 3909 Punkten.

Erzeugerpreise aus Deutschland für Oktober hatten zuvor Hinweise auf einen nachlassenden Preisdruck gegeben. Die Daten machten Hoffnung, dass auch bei den Verbraucherpreisen bald der Höhepunkt der Inflationsrate erreicht wird, auch wenn das Inflationsproblem damit noch lange nicht überwunden sei, hieß es dazu von der Commerzbank.

Für Unbehagen sorgt zum Wochenauftakt die Corona-Lage in China, wo die Infektionszahlen wieder steigen. Nach den ersten tödlichen Coronafällen seit Monaten sind die Schulen in Peking am Montag in mehreren Bezirken mit Online-Unterricht in die neue Woche gestartet. In der chinesischen Hauptstadt wurde ein zweiter Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet nach einem am Samstag – und damit erstmals wieder in China seit Ende Mai.

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Gewinnmitnahmen bei Siemens und Covestro

Am deutschen Aktienmarkt sendete der Linux-Softwarespezialist Suse mit einer starken Quartalsentwicklung und einem optimistischen Ausblick positive Signale. Die im Nebenwerte-Index SDax notierten Papiere gewannen 3,5 Prozent.

Bei Uniper nimmt die Bodenbildung weiter Formen an. Die Papiere des Energiekonzerns stiegen an der SDax-Spitze nochmals um rund ein Viertel ihres Werts auf 6,85 Euro. Zwischenzeitlich hatten sie im Zuge der Gaskrise und dem Aus für Nord Stream 2 im Jahr 2022 rund 94 Prozent verloren auf ein Rekordtief von 2,55 Euro.

Im Dax nahmen die Anleger bei den Aktien des Kunststoffkonzerns Covestro und des Aromenherstellers Symrise sowie bei den Siemens-Papieren nach jüngst starkem Lauf Gewinne mit, die Titel verloren bis zu 3,5 Prozent.

Verkürzte Thanksgiving-Woche

Die US-Börsen starteten ebenfalls verhalten in die verkürzte Thanksgiving-Woche. Börsianer rechnen jedoch damit, dass zunächst der jüngste Anstieg des Dow Jones Industrial auf ein Dreimonatshoch weiter konsolidiert wird. Fast 18 Prozent hat der Leitindex seit Mitte Oktober gewonnen. Am Montag gab der Dow Jones zuletzt leicht auf 33.690 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 0,5 Prozent auf 3946 Punkte ein. Der technologielastige Index Nasdaq verlor mehr als 1 Prozent auf 11.014 Punkte

Disney mit Kursrallye, Tesla mit Kurssturz

Auf der Unternehmensseite rückten die Aktien von Walt Disney in den Fokus, die in der Spitze um 10 Prozent hochsprangen. Ein überraschender Chefwechsel gab Auftrieb. Nach dem Rücktritt von Bob Chapek kehrt der langjährige Konzernlenker Bob Iger an die Spitze des Unterhaltungsriesen zurück.

Dagegen beschleunigte die Aktie des US-Elektroautobauers Tesla ihren jüngsten Kurssturz und gab um weitere 6 Prozent auf 170 US-Dollar nach. Seit Jahresbeginn hat Tesla bereits um mehr als 50 Prozent an Börsenwert verloren. Tesla-Chef Elon Musk gilt inzwischen nicht als Heilsbringer, sondern eher als Risiko für Tesla .

Tesla ruft zudem wegen einer Fehlfunktion der Rücklichter 321.000 Fahrzeuge in den USA zurück. Bei einigen Autos der Modelle 3 und Y könnten die Heckleuchten ausfallen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens an die Autobahnbehörde NHTSA. Der Mangel solle mit einem Software-Update behoben werden. Tesla hat NHTSA-Daten zufolge im laufenden Jahr in den USA bereits 19 Rückrufe bekannt gegeben, die insgesamt 3,7 Millionen Fahrzeuge betreffen.

Das am Mittwoch erwartete Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed dürfte unterdessen einmal mehr kritisch auf mögliche Signale der Notenbanker abgeklopft werden. Im Dezember steht ein Zinsentscheid in diesem Jahr noch aus. Richtungweisend für die Geldpolitik und damit auch für die Aktienmärkte könnten im Laufe der Woche diverse Einkaufsmanagerindizes werden. Die Berichtssaison der Unternehmen ist unterdessen überwiegend gelaufen, hier dürften die Schlagzeilen deutlich weniger werden.

Börsen in Asien kaum verändert

Die wichtigsten Börsen Asiens haben am Freitag leicht nachgegeben. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten chinesischen Unternehmen an den Festlandbörsen fiel zuletzt um 0,2 Prozent und der Hang-Seng-Index in der Sonderverwaltungszone Hongkong sank um ein halbes Prozent. In Japan schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index  0,1 Prozent tiefer. Moderate Gewinne gab es in Australien.

Bitcoin zeitweise unter 16.000 US-Dollar - Jahrestief

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin bleibt unter Druck notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt bei 16.100 US-Dollar. Zeitweise notierte Bitcoin auch unterhalb der runden 16.000er Marke. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn im Abwärtstrend. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise geben stark nach

Die Ölpreise sind am Montag eingebrochen. Marktbeobachter verwiesen auf einen Pressebericht über eine mögliche Anhebung der Fördermenge durch den Ölverbund Opec+. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  kostete am Nachmittag 82,95 Dollar. Das waren 4,67 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 4,46 Dollar auf 75,62 Dollar.

Das "Wall Street Journal" hatte über einen möglichen grundlegenden Wandel der Förderpolitik der Opec+ berichtet. Das führende Opec-Land Saudi-Arabien diskutiert demnach mit anderen Opec-Staaten über eine Anhebung der Fördermenge um 500.000 Barrel pro Tag.

In der Opec+ sind die Mitglieder des Ölkartells und andere wichtige Förderstaaten organisiert, darunter Russland. Mit einer Anhebung der Fördermenge könnte eine politische Kluft, die zuletzt zwischen den USA und Saudi-Arabien entstanden war, etwas geschlossen werden, hieß es in dem Zeitungsbericht. Zuletzt hatte die Opec+ beschlossen, die Fördermenge ab November im Schnitt um zwei Millionen Barrel pro Tag zu senken, um die Preise zu stützen. Die US-Regierung kritisierte dies als Fehler.

Mit Nachrichtenagenturen
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