Börse Wall Street hat frei, Dax gibt nach

Der Dax notiert am Montag knapp über der Marke von 15.600 Punkten. Die US-Handelsplätze bleiben wegen eines Feiertags geschlossen. Die kurze Liste der Gewinner im Dax führen Siemens, Deutsche Bank und Infineon an.
Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt: Der Dax notiert gegen Mittag im Minus

Bulle und Bär vor der Deutschen Börse in Frankfurt: Der Dax notiert gegen Mittag im Minus

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Der Dax  hat am Montag in einem impulsarmen Handel moderat nachgegeben. Bis zum Mittag sank der deutsche Leitindex um 0,23 Prozent auf 15.613 Punkte. Der MDax  der mittelgroßen Börsenwerte stieg um 0,1 Prozent. Der EuroStoxx 50  gab 0,13 Prozent ab.

Dax

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Techfirmen im Visier - Chinesische Behörden gehen gegen Didi vor

Einer zweiten Erhebungsrunde zufolge stieg die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im Juni auf den höchsten Stand seit 15 Jahren. Der Einkaufsmanagerindex des Marktforschungsunternehmens IHS Markit legte zum Vormonat um 2,4 Punkte auf 59,5 Zähler zu, womit das Resultat der ersten Erhebung um 0,3 Punkte nach oben korrigiert wurde. Wegen des US-Feiertags "Independence Day" ging es an den Börsen zum Wochenauftakt ansonsten eher ruhig zu. Da der Feiertag auf den Sonntag fiel, bleiben die US-Börsen auch am Montag geschlossen. An solchen Tagen lehnen sich europäische Anleger meist nicht zu weit aus dem Fenster.

Der japanische Leitindex Nikkei  schloss 0,6 Prozent schwächer bei 28.598 Punkten. Der CSI-300-Index , der die Aktien der 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, gab zuletzt um 0,22 Prozent nach. Der Hang-Seng-Index der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong verlor im späten Handel 0,55 Prozent.

Für Gesprächsstoff in China sorgte einmal mehr der Fahrdienst-Vermittler Didi Chuxing. Dieser geriet kurz nach seinem starken Börsengang in New York ins Visier der Aufsicht. Die Pekinger Cyberspace-Aufsichtsbehörde ordnete die Löschung der Didi-App aus chinesischen AppStores an. Bei einer Untersuchung seien "schwerwiegende Verstöße" bei der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten durch Didi festgestellt worden, hieß es. Das Unternehmen müsse die Probleme zunächst lösen. Die Aktien von Didi hatten am Freitag an der Wall Street mehr als 5 Prozent verloren.

Autoaktien auf der Verliererseite

Unter den Einzelwerten im Dax blieb die Gewinnerseite überschaubar. Die Titel der Deutschen Bank, Siemens und Infineon legten zwischen 0,64 und 0,45 Prozent zu. Größter Verlierer waren die Titel von Fresenius Medical Care, die 1,22 Prozent abgaben.

Fraport profitiert von Milliardengebot für Flughafen Sydney

Gefragt im MDax waren die Papiere des Flughafenbetreibers Fraport mit einem Kursaufschlag von knapp 2 Prozent. Sie profitierten Händlern zufolge davon, dass der Flughafen Sydney von einer Investorengruppe ein Übernahmeangebot in Höhe von 22 Milliarden australischen Dollar erhalten hat.

Lufthansa meldet mehr Nachfrage nach Dienstreisen

Aktien der Lufthansa zogen um 2,44 Prozent an. Aufgrund gesunkener Corona-Infektionszahlen wächst nach Angaben von Vorstandsmitglied Harry Hohmeister die Nachfrage nach Dienstreisen wieder. Dass die Dienstflüge im dritten und vierten Quartal dieses Jahres lediglich 30 bis 40 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen dürften, vergrätzte die Anleger kaum. Ebenso wenig, dass die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" über neue Regeln für die Energiesteuern berichtete. Die Europäische Kommission wolle laut eines Entwurfs in ihrem "Fit for 55"-Klimapaket Mitte Juli auch den Luftverkehr in die Pflicht nehmen und die europäischen Mindeststeuern für Energie auch auf Kerosin für innereuropäische Flüge anwenden.

Bieterwettbewerb um britische Supermarktkette

An der Londoner Börse griffen Investoren vor allem bei den Titeln von Morrison zu. Der US-Finanzinvestor Apollo steigt möglicherweise ins Rennen um die britische Supermarktkette ein - Morrison-Aktien schossen um 11 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen hatte bereits am Samstag einer Übernahmeofferte der Investmentgesellschaft Fortress - die dem japanischen Technologieinvestor Softbank gehört - zugestimmt. Diese bewertete die Supermarktkette mit 6,3 Milliarden Pfund (etwa 7,34 Milliarden Euro) und übertraf damit ein konkurrierendes Gebot des Finanzinvestors Clayton, Dubilier & Rice (CD&R).

Ölländertreffen geht in die Verlängerung

Im Blick behalten dürften die Investoren die für Montag geplante Fortsetzung des Opec+-Treffens. Die Ölländer-Gruppe hatte sich jüngst auch nach zweitägigen Beratungen nicht auf eine neue Förderpolitik verständigen können. Zur Staatengruppe Opec+ gehören neben den Mitgliedern des Exportkartells Opec wie Saudi-Arabien und dem Irak weitere Ölförderländer wie Russland. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um bis zu 0,4 Prozent auf 76,45 Dollar je Fass. Das US-Öl WTI wurde mit 75,33 Dollar je Barrel (159 Liter) 0,2 Prozent höher gehandelt. Die Preise beider Sorten lagen damit in Reichweite ihrer zuletzt erreichten Zweieinhalb-Jahres-Hochs.

Brent

Opec+ hatte sich in der vergangenen Woche auch nach mehrtägigen Beratungen nicht auf eine neue Förderpolitik verständigen können. Aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen verlautete, dass die Vereinigten Arabischen Emirate die Vorschläge blockiert hätten. Die anderen Länder seien sich indes einig gewesen, von August bis Dezember die Fördermenge um rund zwei Millionen Barrel pro Tag anzuheben. Zur Staatengruppe Opec+ gehören neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Ölförderländer wie Russland. "Käme es zu keiner Einigung zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und den übrigen Mitgliedern, würde der bestehende Deal theoretisch weiter gelten, womit eine Unterversorgung und weiter steigende Ölpreise drohen würden", prognostizierten die Analysten der Bayern LB in einem Kommentar.

mit Nachrichtenagenturen
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