Börse Dax schließt im Plus, Bitcoin baut Gewinne aus

Der Dax setzt seine Erholung fort. Die Ukraine-Krise und Inflationssorgen bleiben aber die beherrschenden Themen. An der Wall Street wackeln die Indizes. Der Bitcoin nähert sich der Marke von 44.000 US-Dollar.
Händlerin an der Deutschen Börse: Es bleibt volatil

Händlerin an der Deutschen Börse: Es bleibt volatil

Foto: Frank Rumpenhorst / picture-alliance/ dpa

Erholungsversuch am deutschen Aktienmarkt: Anleger hoffen, dass die Treffen zwischen Olaf Scholz und Joe Biden sowie zwischen Emmanuel Macron und Wladimir Putin für etwas Entspannung im Ukraine-Konflikt sorgen. Zum Handelsschluss notierte der Dax rund 0,7 Prozent im Plus bei 15.206 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Titel legte 0,1 Prozent zu auf 33.125 Punkten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone notierte rund 1 Prozent fester.

Die US-Techbörse Nasdaq setzt ihre Erholung zunächst fort, dreht dann jedoch ins Minus. Anleger gehen bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen verstärkt ins Risiko: Bitcoin baute seine Gewinne aus und notierte zuletzt knapp unter der Marke von 44.000 US-Dollar.

Dax

Mit dem schwelenden Ukraine-Konflikt, einem weiter steigenden Ölpreis und einem im Januar überraschend starken US-Arbeitsmarkt, der die US-Notenbank weiter unter Druck setze, häufe die Börse immer mehr Risiken an, die die Anleger an einer Fortsetzung der jahrelangen Hausse zweifeln ließen, sagte ein Experte. "Zu Beginn der neuen Woche lautet das Motto erst einmal abwarten, wie sich der Ukraine-Konflikt entwickelt und abwarten, wie sich die Notenbanker äußern", erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Die Anleihemärkte hätten zuletzt in atemberaubendem Tempo auf die bevorstehende Zinswende reagiert. "Wir nähern uns einem Punkt, an dem Anleihen wieder eine Alternative zu Aktien werden ", so Altmann.

Der Dax bewegt sich seit seinem Rekord von 16.285 Punkten, der Anfang Januar aufgestellt wurde, nun schon einige Wochen sprunghaft im Bereich zwischen 15.000 und 16.000 Punkten hin und her. Die untere Grenze ist aktuell besonders nah, sie hat sich aber schon länger als wichtige Unterstützung etabliert: Seitdem die 15.000er Marke im März 2021 erstmals überschritten wurde, gab es immer nur kurze Ausreißer nach unten. Ihr dürfte daher auf absehbare Zeit weiter eine zentrale Bedeutung zukommen.

HelloFresh und Delivery Hero erholen sich

Im Dax erholten sich Online-Titel wie Hellofresh und Delivery Hero mit Kursaufschlägen von bis zu 3,8 Prozent. Am Index-Ende verbilligten sich Vonovia um 2,4 Prozent.

Im MDax waren mit TAG, Grand City Properties und Aroundtown ebenfalls Immobilienwerte hinten, mit Abschlägen von bis zu 2,3 Prozent. Der europäische Sektor insgesamt zeigte sich schwach, es belastet die Zinswende.

Aurubis startete mit einem Gewinnsprung in das neue Geschäftsjahr. Der Kupfer- und Metallrecyclingkonzern profitiert von der hohen Rohstoffnachfrage, auch im Zuge der Digitalisierung der Welt sowie der wachsenden Elektromobilität. Dies sorgt für hohe Kupferpreise. Aurubis gewannen als Top-Wert im MDax 4,3 Prozent. Bereits im Januar hatte der Konzern die Ziele für das aktuelle Geschäftsjahr angehoben.

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Ceconomy schwankten im SDax nach Quartalszahlen stark. Zeitweise verloren sie fast zehn Prozent, zuletzt notierten sie 0,9 Prozent schwächer. Der Elektronik-Einzelhändler habe durch die Bank schlechter als erwartet abgeschnitten, sagte ein Börsianer. Den Ausblick bestätigte Ceconomy.

Die Übernahme der Aareal Bank durch die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge ist derweil vom Tisch. Die Mindestannahmeschwelle von 60 Prozent sei nicht erreicht worden, teilte ihre Zweckgesellschaft Atlantic BidCo mit. Daher sei das Angebot erloschen und werde rückabgewickelt. Die Aareal-Aktien verloren vier Prozent. Das Scheitern der Übernahme sei letztlich aber keine Überraschung, urteilte ein Händler und zeigte sich erstaunt vom Kursrutsch. Um fast sieben Prozent nach oben ging es für Washtec.

Bitcoin steigt wieder nahe 44.000 US-Dollar

Die Kryptowährung Bitcoin ist am Montag erstmals seit Mitte Januar wieder über die Marke von 43.000 US-Dollar gestiegen. Das ist der höchste Stand seit mehr als zwei Wochen. Zuletzt notierte Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp  bei 43.700 US-Dollar. Seit ihrem Tief Ende Januar bei 33.000 US-Dollar hat Bitcoin bereits wieder rund 30 Prozent an Wert gewonnen. Händler wiesen darauf hin, dass Bitcoin am Montag mit dem jüngsten Anstieg wieder die charttechnisch bedeutsame 50-Tage-Linie überschritten hat. Dies könnte für Anschlusskäufe sorgen.

Bitcoin

USA droht Inflationsrate von mehr als 7 Prozent

Die Technologiebörse Nasdaq hat am Montag ihre Erholung zunächst fortgesetzt. Später verloren die US-Techwerte an Schwung und drehten in die Verlustzone. Der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zeigte sich zugleich eher richtungslos. Im Fokus bleibt das Vorhaben der US-Notenbank, die Leitzinsen in Kürze anzuheben. Der überraschend starke Arbeitsmarktbericht für Januar sorgt zugleich für Nervosität, was die Höhe und Geschwindigkeit der möglichen Zinsschritte in diesem Jahr betrifft. Hinzu kommen ein hoher Ölpreis und außerdem der Ukraine-Konflikt, in dem die USA klar Position bezogen hat.

Nasdaq

Nordsee-Öl Brent steigt auf 94 US-Dollar – höchstes Niveau seit sieben Jahren

Die Ölpreise haben zu Wochenbeginn uneinheitlich tendiert, sich aber weiter in der Nähe ihrer mehrjährigen Höchststände gehalten. Am Montagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 93,52 US-Dollar. Das waren 25 Cent mehr als am Freitag. In der Nacht auf Montag war ein Fass Brent bis zu knapp 94 US-Dollar wert gewesen. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel hingegen leicht zurück auf 92,06 Dollar. Am Freitag war der Preis bis auf mehr als 93 Dollar gestiegen.

Aktuell rangieren die Erdölpreise in der Nähe ihrer höchsten Niveaus seit Herbst 2014. Unterstützung kommt sowohl von einem knappen Angebot als auch einer soliden Nachfrage.

Sorgen machen sich Ölhändler vor allem über die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland, weshalb die Rohölpreise zurzeit mit einem Risikoaufschlag für den Fall einer Eskalation versehen sind.

mg/dpa-afx