Börsenschluss Volkswagen-Aktie stürmt an Dax-Spitze

Überraschend gute Geschäftszahlen von Volkswagen und BASF haben dem Dax zu einem versöhnlichen Wochenschluss verholfen. Im Sog der VW-Aktie legen auch BMW-Titel kräftig zu.
Höhenluft: Händler an der Frankfurter Börse

Höhenluft: Händler an der Frankfurter Börse

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Der Dax hat sich zum Wochenschluss deutlich von seinem Rückschlag am Vortag erholt. Unterstützung kam am Freitag vor allem aus den USA. Ferner reagierten die Anleger erfreut auf die jüngsten Geschäftszahlen von Volkswagen und BASF. Damit schaffte der deutsche Leitindex ein Plus von 1,73 Prozent auf 15.687 Punkte. Im Wochenverlauf ergibt sich für den Dax ein Anstieg von 0,24 Prozent. Der MDax  der mittelgroßen Werte stieg am Freitag um 1,24 Prozent auf 34 777,59 Zähler. Der EuroStoxx 50 zog um 1,91 Prozent auf 4068 Punkte an. Der Dow Jones an der New Yorker Börse legte zum hiesigen Handelsschluss ähnlich deutlich zu.

Dax

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Die gute Nachricht für den Dax sei tags zuvor gewesen, dass die Handelsspanne der vergangenen sieben Wochen trotz deutlicher Verluste weiter gehalten habe und die Käufer am unteren Ende dieses Korridors, bei rund 15.300 Punkten, zurückgekommen seien, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. "Spannend wird jetzt, ob der Punkt, an dem das Kaufinteresse einsetzt, konstant bleibt oder ob sich dieser weiter nach unten verschiebt." Jedenfalls sei allenfalls eine leichte Nervosität unter den Anlegern spürbar, aber keinerlei Panik.

In das Bild passte, dass an diesem Freitag mit BASF und VW gleich zwei viel beachtete Konzerne mit positiven Nachrichten aufwarten konnten. So kam Volkswagen im ersten Halbjahr mit Schwung aus der Corona-Krise und hat üppig an den wieder wachsenden Autoverkäufen verdient. Gestiegene Auslieferungen hätten in der ersten Jahreshälfte zu einem "sehr hohen Umsatz" geführt, hieß es von VW. Die Erholung sei - bezogen auf den schwachen Vorjahreszeitraum mit der weltweiten Ausbreitung der Pandemie - "weiter stark" gewesen.

Die Vorzugsaktien  des Wolfsburger Konzerns schnellten an der Dax-Spitze um rund 6 Prozent in die Höhe. Im Kielwasser zogen die Anteilsscheine von Porsche SE, der Holding der VW-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch, als bester Wert im MDax um gut 6 Prozent an. BMW-Papiere gewannen im Dax 3,8 Prozent.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat dank einer höheren Nachfrage und gestiegener Preise die Prognosen für das laufende Jahr nach oben geschraubt. Grund dafür ist insbesondere der Boom im Kunststoffgeschäft. Die Anleger honorierten die Nachricht mit einem Plus von dreieinhalb Prozent.

Auftragsplus treibt Airbus-Aktie

Im MDax gewannen die Papiere von Airbus 3,5 Prozent auf 112,86 Euro. Der Flugzeugbauer hatte im Juni, verglichen mit dem Vormonat, mehr Jets an seine Kunden übergeben und auch mehr neue Aufträge hereingeholt. Zudem setzte die US-Bank Goldman Sachs das Kursziel von 135 auf 147 Euro nach oben und begründete dies damit, dass Airbus mit Blick auf die Profitabilität und den Mittelzufluss gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen werde.

Die Papiere von Hugo Boss kletterten ebenfalls um rund 3,5 Prozent auf das höchste Niveau seit Herbst 2019. Im bisherigen Jahresverlauf mauserten sich die Papiere des Modeunternehmens in aller Stille zum Liebling von Anlegern: Mit einem Kursplus von rund 80 Prozent ist die Boss-Aktie aktuell im Index der 60 mittelgroßen Werte diejenige mit dem größten Gewinn.

Hugo-Boss-Aktie

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental gab am Vormittag bekannt, es wolle sein Wachstum in China mit einem neuen Entwicklungszentrum für Software forcieren. Bis Ende 2021 sollen in der Metropole Chongqing erste Software- und IT-Experten ihre Arbeit aufnehmen. Die Aktie stieg nach drei verlustreichen Handelstagen in Folge im Dax nun um 0,5 Prozent.

Ölpreise steigen

Spekulationen auf einen Angebotsengpass trieben den Ölpreis. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,9 Prozent auf 75,55 Dollar je Barrel. "Der Rückgang der US-Lagerbestände untermauert die Einschätzung, dass die dortige Nachfrage mit Beginn der Sommer-Reisesaison anzieht", sagt Hiroyuki Kikukawa, Chef-Analyst des Brokerhauses Nissan Securities. Gleichzeitig stagniere die Produktion der US-Schieferölförderer. Das mache Investoren trotz des Streits bei der Opec+ um die Förderquoten optimistisch.

Brent

Trotz der jüngsten Stabilisierung haben die Ölpreise in der laufenden Woche kräftig nachgegeben. In der Spitze betrugen die Verluste etwa sechs Dollar. Ein Grund ist die Verunsicherung über den künftigen Kurs des Ölverbunds Opec+. Den 23 Ländern war es auch nach mehreren Anläufen nicht gelungen, sich auf eine gemeinsame Förderpolitik bis Ende des Jahres zu verständigen. Ein Streit zwischen dem Ölgiganten Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten verhinderte eine Einigung.

Ein weiterer Grund für die schlechtere Stimmung am Ölmarkt ist die rasche Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Die hochansteckende Variante breitet sich derzeit vor allem in Asien aus und sorgt für Konjunkturängste. Neue Corona-Beschränkungen dämpfen das Wachstum und lasten auf der Nachfrage nach Rohöl, Benzin und Diesel.

mit Nachrichtenagenturen
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