Börse Dow dreht nach Zinsentscheid ins Minus, Bitcoin knickt ein

Die US-Notenbank Fed hat entschieden, ihre Wertpapierkäufe bis März einzustellen. In den USA geraten Dow Jones und Nasdaq daraufhin erneut unter Druck. Die Kryptowährung Bitcoin knickt wieder ein.
Alle Augen auf Jerome Powell: Die Fed dürfte in diesem Jahr drei- bis viermal die Zinsen anheben. Der Fed-Chef hat am Abend angekündigt, die Anleihekäufe bis März zu beenden und damit die Voraussetzung für Zinserhöhungen zu schaffen

Alle Augen auf Jerome Powell: Die Fed dürfte in diesem Jahr drei- bis viermal die Zinsen anheben. Der Fed-Chef hat am Abend angekündigt, die Anleihekäufe bis März zu beenden und damit die Voraussetzung für Zinserhöhungen zu schaffen

Foto: DREW ANGERER / AFP

Aktienanleger in den USA haben mit erneuten Verkäufen auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank reagiert. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 gerieten im späten Handel erneut unter Druck, nachdem die Fed ihre Pläne für Zinserhöhungen ab März vorgestellt hatte.

Die Fed will ihre milliardenschweren Anleihekäufe bis Anfang März einstellen, um damit die Voraussetzungen für die erste Zinserhöhung ab März zu schaffen. Börsianer erwarten für 2022 insgesamt vier Zinserhöhungen um jeweils einen Viertel Prozentpunkt.

Der deutsche Aktienmarkt hatte am Mittwoch seine Erholung zunächst mit deutlichen Gewinnen fortgesetzt. Der Dax überwand zeitweise auch wieder die Hürde von 15.500 Punkten und machte gut ein Drittel der Verluste seit seinem Jahreshoch am 5. Januar wett. Am Abend schmolzen die Gewinne im Dax jedoch wieder zusammen, da die US-Börsen unter Druck gerieten. Am Donnerstag dürfte der Dax dann recht verhalten starten.

Der Dow Jones Industrial notierte zum US-Börsenschluss 0,4 Prozent im Minus, hielt sich aber über der Marke von 34.000 Punkten. Die Gewinne im Nasdaq 100 schmolzen von zuvor 2 Prozent wieder zusammen. Zum Handelsschluss notierte der Tech-Index 0,1 Prozent fester bei 14.172 Punkten und schloss damit kaum verändert.

Die Kryptowährung Bitcoin brach am Mittwoch im späten Abend ihren Erholungsversuch ab. Bitcoin war bis zum Zinsentscheid der Fed bis auf 38.300 US-Dolar gestiegen - und gab dann binnen kurzer Zeit um 2000 Dollar auf 36.100 US-Dollar nach.

Dax

Dax

Börsianern zufolge ist es die große Frage, wie die Notenbank Fed künftig den Spagat schafft, die hohe Inflation zu bekämpfen und gleichzeitig die Finanzmärkte vor einer Schieflage zu bewahren. Die Strategen von Goldman Sachs warnen inzwischen vor der Gefahr eines zinsbedingten Wachstumsschocks. Besonders für stärker verschuldete Unternehmen aus der Technologiebranche wird die Perspektive anziehender Zinsen schon länger als Problem angesehen.

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Airbus und Lufthansa gefragt

Im Dax war die Aktie von Airbus mit plus 5,5 Prozent Spitzenreiter. Das Geschäft des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns mit Hubschraubern erholte sich 2021 ein gutes Stück von der Corona-Krise.

Gefragtester Wert in Index der mittelgroßen Werte war Lufthansa mit plus 5,8 Prozent. Das Analysehaus Stifel sprach eine Kaufempfehlung aus und sieht die größten Sorgen als beseitigt an.

Deutsche Bank will Dividende zahlen und Aktien zurückkaufen

Die Aktionäre der Deutschen Bank sollen nach einer langen Durststrecke wieder eine Gewinnbeteiligung erhalten. Das Frankfurter Geldhaus kündigte am Mittwoch an, im ersten Halbjahr 2022 eigene Aktien für 300 Millionen Euro zurückkaufen und eine Dividende von 20 Cent je Aktie für 2021 zahlen zu wollen. Insgesamt würde dies eine Ausschüttung von rund 700 Millionen Euro an die Aktionäre bedeuten. Dies sei ein erster Schritt hin zu dem Ziel, im Laufe der Zeit fünf Milliarden Euro an die Anteilseigner auszuschütten. Letztmalig hatte das Institut 2019 für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende von elf Cent gezahlt.

USA: Dow und Nasdaq geraten im späten Handel wieder unter Druck

Nach den Aussagen der US-Notenbank (Fed) zur weiteren Geldpolitik sind die wichtigsten US-Indizes im späten Handel erneut unter Druck geraten. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 gaben ihre Gewinne bis kurz vor Handelsschluss wieder ab und rutschten jeweils wieder in die Verlustzone. Der Dow Jones schloss 0,4 Prozent schwächer, der Nasdaq 100 schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent nahezu unverändert.

Nasdaq 100

Nasdaq

Bitcoin fällt wieder zurück

Kryptowährungen starten nach dem jüngsten Ausverkauf einen Erholungsversuch. So kostete ein Bitcoin am Abend zeitweise 38.312 Dollar, fiel dann aber wieder nach Bekanntgabe des Fed-Entscheids wieder um rund 2000 US-Dollar zurück und schwankte zuletzt um die Marke von 36.000 US-Dollar. Seit seinem Rekordhoch bei 67.000 US-Dollar hatte Bitcoin damit zeitweise mehr als die Hälfte seiner Marktkapitalisierung eingebüßt, bevor am Dienstag eine erste Erholung einsetzte. Der Handel bleibt extrem volatil.

Bitcoin

Bitcoin

Die Erzählung, dass Kryptowährungen wie Bitcoin wie ein Inflationsschutz funktionierten, da die Anzahl von Bitcoin begrenzt sei, hat sich unterdessen als Irrtum erwiesen. Während Anleger Zuflucht in Gold suchen, hat sich der Verkaufsdruck auf Bitcoin und andere Cyberwährungen in den vergangenen Wochen stark erhöht – sie haben noch stärker nachgegeben als die Kurse am Aktienmarkt.

Ölpreise erholen sich

Die Ölpreise haben sich am Mittwoch weiter erholt, ohne die Verluste des Wochenbeginns jedoch vollständig aufzuholen. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent knapp 88 US-Dollar. Das waren 92 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 70 Cent auf 84,01 Dollar.

Brent

Zu Wochenbeginn wurden die Erdölpreise erheblich durch die schlechte Stimmung an den Aktienmärkten belastet. Ungeachtet dessen haben sich die Ölpreise zuletzt etwas von ihren siebenjährigen Höchstständen entfernt, die sie in der vergangenen Woche markiert hatten. Für prinzipiellen Preisauftrieb sorgt ein knappes Angebot bei einer steigenden Nachfrage. Die aktuelle Omikron-Welle dämpft die Entwicklung zwar, allerdings weit weniger als frühere Corona-Wellen. Ausschlaggebend ist, dass die kurzfristigen gesundheitlichen Folgen der Omikron-Variante des Virus in der Regel weniger drastisch sind.

Mit Nachrichtenagenturen