Börse Dax im Plus, US-Index S&P auf Rekordhoch

Kursgewinne: Der Dax setzt nach den Feiertagen seine Erholung fort und notiert wieder über der Marke von 15.800 Zählern. In den USA knackt der marktbreite Index S&P 500 sogar einen Rekord.
Börse in Frankfurt: Der Dax hat sich seit Mitte Dezember wieder deutlich erholt

Börse in Frankfurt: Der Dax hat sich seit Mitte Dezember wieder deutlich erholt

Foto: DANIEL ROLAND / AFP

Nach einem holprigen Start ist der deutsche Leitindex Dax  am Montag wieder ins Plus gedreht. Zuletzt handelte das Börsenbarometer 0,5 Prozent höher bei 15.833 Punkten. Damit hat der Dax – wenn auch zaghaft – an die Erholungsrally der vergangenen Woche angeknüpft und nimmt wieder die runde Marke von 16.000 Zählern ins Visier. In den vergangenen zwei Wochen war der Dax wiederholt an der Marke von 15.800 Punkten gescheitert. Der MDax  der 50 mittelgroßen Börsentitel legte um 0,39 Prozent auf 34.971 Zähler zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  stieg um 0,23 Prozent auf 4265 Punkte. Zu den Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Delivery Hero sowie der Laborausrüster Sartorius.

Dax

"Zwischen den Jahren dürfte es dem Dax nur mit Unterstützung der Wall Street gelingen, wieder in Richtung Rekordhoch zu laufen", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Eine Belastung für die Börsen seien die nach wie vor hohen Infektionszahlen. Auch wenn das Infektionsgeschehen etwas abzuflachen scheine, könne im neuen Jahr eine Omikron-Welle das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben lahmlegen.

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Für geringe Umsätze spricht auch, dass mit der Londoner Börse ein gewichtiger Handelsplatz am Montag und Dienstag geschlossen bleibt. Zudem stehen in dieser Woche kaum kursbewegende Konjunkturdaten auf der Agenda.

Angesichts einer überschaubaren Nachrichtenlage war es auch bei den Einzelwerten ruhig. Aktien der Lufthansa büßten zum Handelsbeginn mehr als zwei Prozent ein, konnten die Verluste anschließend aber weitgehend aufholen. Mehrere Airlines weltweit mussten in den vergangenen Tagen Flüge streichen, weil sich zu viele Pilotinnen und Piloten krank gemeldet hatten. Vor allem die USA waren betroffen.

US-Börsen: Dow Jones im Plus, S&P 500 auf Rekordhoch

An der Wall Street ist der Index S&P 500 zur Eröffnung am Montag auf ein Rekordhoch gestiegen. Er legte um 0,48 Prozent auf 4748,61 Punkte zu. Der Dow-Jones-Index notierte 0,32 Prozent fester bei 36.042. Der Tech-Index Nasdaq kletterte um 0,5 Prozent auf 16.463.

Börsianern zufolge drängten starke Einzelhandelsumsätze Sorgen über die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus in den Hintergrund. Unter Druck gerieten allerdings Reise- und Touristikwerte. Die Aktien der Fluggesellschaften American Airlines, Southwest Airlines, Delta und United fielen zwischen 2,2 und drei Prozent. Über das verlängerte Weihnachtswochenende wurden in den USA mehrere Tausend Flüge gestrichen, weil wegen Coronavirus-Infektionen nicht genügen Maschinencrews zur Verfügung standen.

Auch die Jahresbilanzen der drei Indizes können sich sehen lassen: Die Nase vorn hat der Nasdaq 100 mit einem Wertzuwachs von bislang knapp 27 Prozent, dicht gefolgt vom S&P 500, der um fast 26 Prozent zugelegt hat. Der Dow Jones Industrial hinkt mit einem Plus von gut 17 Prozent etwas hinterher.

In den USA gelistete Anteilsscheine chinesischer Unternehmen litten unter neuen Regeln der chinesischen Führung für eine Notierung von Aktien an ausländischen Börsen: Während etwa die Papiere des Amazon -Konkurrenten Alibaba um 0,8 Prozent sanken, verloren die zuletzt schon rekordtiefen Titel des Fahrdienstvermittlers Didi 1,4 Prozent. Es bleibt abzuwarten, ob die neuen Regeln letztlich als Belastung oder Erleichterung wahrgenommen werden: Die Unsicherheit über die Regulierungsbestrebungen der heimischen Regierung setzt die Aktienkurse vor allem chinesischer Technologieunternehmen schon seit Monaten unter Druck.

Bitcoin notiert deutlich über 50.000 Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin notierte zuletzt bei 50.749. Ihren diesjährigen Tiefstand markierte die Cyberdevise bei 27.734 US-Dollar am 4. Januar, seitdem hat sich der Kurs zeitweise mehr als verdoppelt. Anfang November erreichte der Bitcoin ein Rekordhoch bei 67.000 US-Dollar.

Bitcoin

Asiens Aktienmärkte tendieren leichter

Zum Auftakt der neuen Börsenwoche geben die asiatischen Aktienmärkte nach. Der japanische Nikkei-Index  fiel am Montag um 0,4 Prozent auf 28.676 Punkte, die chinesische Börse in Shanghai sank 0,1 Prozent auf 3616 Zähler. Da es derzeit kaum kursrelevante Nachrichten gebe und viele Anleger zum Jahreswechsel Urlaub machten, seien Anlage-Entscheidungen schwierig, sagte Shigetoshi Kamada, Chef-Analyst des Brokerhauses Tachibana. "Vor diesem Hintergrund setzen Anleger auf ausgewählte Werte, während andere unter dem Vorwand der Omikron-Angst verkauft werden." Zur letzteren Gruppe gehörten an der Tokioter Börse japanische Einzelhändler wie Fast Retailing oder Nitori, die bis zu 6,5 Prozent verloren. Die neue Coronavirus-Variante Omikron wird immer häufiger in Japan nachgewiesen. Technologiewerte waren dagegen gefragt. Gegen den Branchentrend rutschte Softbank allerdings um drei Prozent ab. Dem Technologie-Investor droht eine Klage der Schweizer Bank Credit Suisse im Zusammenhang mit der Pleite der Greensill Bank.

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise sind am Montag mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  75,90 US-Dollar. Das waren 24 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 94 Cent auf 72,85 Dollar. Wegen eines Feiertages in den USA war diese Sorte zuletzt am Donnerstag gehandelt worden.

Brent

Börsianer sprachen von einem nervösen Handel angesichts der rapiden Ausbreitung der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Diese ist in den USA weiter auf dem Vormarsch: Die Zahl der im Schnitt gemeldeten Neuinfektionen pro Tag der vergangenen Woche überschreitet mittlerweile den Höchstwert der heftigen Delta-Welle im Sommer. China verzeichnete derweil an diesem Montag die bislang höchste Zahl neuer lokaler Corona-Fälle in diesem Jahr. Die deutliche Erholung der Erdölpreise im laufenden Jahr vom ersten Corona-Jahr 2020 war zuletzt etwas ins Stocken geraten. Die schnelle Ausbreitung von Omikron könnte zu neuen Einschränkungen des Wirtschaftslebens führen und so die Nachfrage nach Öl schmälern.

Mit Nachrichtenagenturen
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