Börse Dax erholt sich weiter, Hoffnung auf Frieden in der Ukraine

Anleger sind hoffnungsvoll und setzen auf Fortschritte in den Verhandlungen um Frieden in der Ukraine. Stark gefragt sind die Aktien von Volkswagen, Deutscher Bank und Commerzbank. Der Dow Jones startet auch im Plus.
Deutsche Börse in Frankfurt am Main: Der Dax erobert Montagmittag die Marke von 14.000 Punkten zurück

Deutsche Börse in Frankfurt am Main: Der Dax erobert Montagmittag die Marke von 14.000 Punkten zurück

Foto: MAXIMILIAN VON LACHNER / EPA

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind am Montag optimistisch geblieben und haben auf Fortschritte in den Verhandlungen um Frieden in der Ukraine gesetzt. Der Dax  übersprang mehrfach die Hürde von 14 000 Punkten. Dann bröckelten die Gewinne etwas ab.

Mit einem Plus von 2,21 Prozent auf 13.929 Zähler beendete der deutsche Leitindex den Tag.

Der MDax  der mittelgroßen Unternehmen schloss am Montag 1,89 Prozent höher auf 30.526 Punkte und auch europaweit wurden Gewinne verbucht. In den USA legte zudem der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zu.

Dax

Damit knüpfte der deutsche Leitindex an eine starke Vorwoche an, in der er zunächst jedoch infolge des Krieges unter die Marke von 12.500 Punkten abgesackt war. In der vagen Hoffnung auf baldigen Frieden bringende Gespräche hatte er sich dann vom Wochentief um rund zehn Prozent erholt. Nun begannen die vierten Verhandlungen, dieses Mal per Video-Schalte, in denen die gegenseitigen Positionen ausgetauscht wurden. Allerdings sprach der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak von einer "schwierigen Kommunikation".

Alle Indizes, Fonds und Aktien auf einen Blick:
Hier geht es zu unserer Börsenseite 

Die Kämpfe in der Ukraine gingen gleichwohl mit aller Härte weiter. Dabei seien die Einschläge von russischer Seite der Nato-Grenze jetzt schon "bedenklich nahe" gekommen, gab Marcel Mußler, Herausgeber der Mußler-Briefe, zu bedenken. Gleichwohl überwiegt aktuell auch den europäischen Börsen die Hoffnung. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  legte um 1,6 Prozent auf 3745 zu.

Volkswagen mit deutlichem Kursplus

Hierzulande standen zum Wochenauftakt noch einige Unternehmen mit Zahlen im Blick. Die Geschäftszahlen und Ausblick des größten europäischen Autobauers Volkswagen gaben dem vom Ukraine-Krieg zuletzt heftig gebeutelten Sektor europaweit Auftrieb. VW selbst stiegen im Dax um etwas mehr als 6 Prozent zuletzt. Der Konzern habe trotz diverser Probleme stark abgeschnitten, die Erwartungen weit übertroffen und einen "sehr soliden" Ausblick gegeben, lobte etwa JPMorgan-Analyst Jose Asumendi. Die Papiere des Volkswagen-Großaktionärs Porsche SE legten um 4,5 Prozent zu.

Auch Banken waren europaweit gefragt: Deutsche Bank und Commerzbank zogen um jeweils etwas mehr als 5 Prozent an.

Unter den wenigen Verlierern im starken Marktumfeld fanden sich die einstigen Corona-Gewinner wieder, besonders deutlich traf es erneut den Kochboxenversender Hellofresh und den Essenslieferanten Delivery Hero, die um 4,3 und um 5,8 Prozent nachgaben.

Die Talanx-Papiere kletterten im MDax nach der Vorlage von Zahlen und der Beibehaltung des Ausblicks des Versicherers um 3,5 Prozent. Die eher vorsichtigen Jahresziele des Finanzdienstleisters Hypoport drückten dessen Aktie um 4,4 Prozent.

Dow Jones legt zu

An der Wall Street setzen die US-Anleger auf Fortschritte bei den Gesprächen zwischen der Ukraine und Russland. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zuletzt 0,2 Prozent im Plus bei 33.008 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 ist mit 0,6 Prozent leicht im Minus mit 4180 Zählern in den Handel. Dagegen notierte der Index der Technologiebörse Nasdaq mit minus 0,2 Prozent leicht schwächer bei 12.818 Punkten.

"Die wichtigste Schlagzeile ist, dass sie weiter reden werden", sagte Thomas Hayes, Manager beim Vermögensverwalter Great Hill, mit Blick auf die Gespräche zwischen der Ukraine und Russland. Im Fokus der Investoren war auch die anstehende Sitzung der US-Notenbank Fed. Die Aussicht auf die erste Zinserhöhung seit 2018 sorgte für Rückenwind bei Bankaktien. Gefragt waren insbesondere die Titel der Bank of America, die sich rund zwei Prozent verteuerten.

Ins Rampenlicht schoben sich zudem die Aktien des Personaldienstleisters Volt Information Sciences, deren Preis sich auf 5,92 Dollar fast verdoppelte. Vega Consulting, eine Tochter von ACS Solutions, bietet 6,00 Dollar pro Anteilsschein.

Dagegen gaben Apple-Aktien rund ein Prozent nach, nachdem der Zulieferer Hon Hai Precision, auch bekannt als Foxconn, den Betrieb im chinesischen Shenzhen wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen eingestellt hatte. Auch an der Wall Street notierte chinesische Technologieaktien brachen ein wie etwa die Titel von Alibaba, die rund sieben Prozent nachgaben. Hintergrund war die Furcht vor einer strengeren Regulierung sowie Konjunktursorgen.

Japan im Aufwind, China unter Druck

Die Hoffnung auf eine Waffenruhe in der Ukraine, eine Entspannung bei den Energiepreisen und ein Rückgang der Coronavirus-Fallzahlen geben der japanischen Börse Auftrieb. Der Nikkei-Index  stieg am Montag um 0,6 Prozent auf 25.308 Punkte.

Die Börse Shanghai rutschte dagegen wegen der wieder aufgeflackerten Pandemie in mehreren Städten um 2,6 Prozent auf 3224 Zähler ab. Dies werde das Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft zumindest in den kommenden Monaten dämpfen, warnte Zhiwei Zhang, Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Pinpoint. Der Hongkonger Hang Seng fiel zeitweise sogar um 4,5 Prozent auf ein Sechsjahrestief von 19.620 Stellen. Hier mache die Warnung der USA, China müsse mit ernsthaften Konsequenzen rechnen, wenn die dortige Regierung Russland bei der Umgehung der westlichen Sanktionen unterstütze, Investoren nervös, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

In Japan hofften Investoren dagegen dank der Entspannung bei der Infektionslage auf steigende Firmengewinne, sagte Anlagestratege Juni Kitazawa vom Brokerhaus Miki. Gefragt waren unter anderem Technologiefirmen wie Advantest oder Autobauer wie Toyota. Deren Aktien stiegen um jeweils mehr als 2 Prozent.

Bitcoin verharrt unter 40.000 US-Dollar-Marke

Die Digitalwährung Bitcoin pendelt weiter unter der Marke von 40.000 US-Dollar. Auf der Handelsplattform Bitstamp  notierte die Kryptowährung zuletzt etwas schwächer bei 38.766 US-Dollar. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben Cyberdevisen wieder zugelegt, da Kryptogeld als Fluchtwährung für russische Milliardäre gilt. Mitte vergangener Woche notierte der Bitcoin allerdings noch bei 44.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise geben spürbar nach

Die Ölpreise sind am Montag von hohem Niveau aus spürbar gesunken. Im Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  109,83 US-Dollar. Das waren 2,84 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 2,96 Dollar auf 106,37 Dollar.

Brent

Der Krieg in der Ukraine dominiert nach wie vor den Ölmarkt. Die Invasion Russlands und scharfe Sanktionen vieler Länder hatten die Preise vor einer Woche auf das höchste Niveau seit dem Jahr 2008 getrieben. Mittlerweile haben sich die Preise wieder etwas von diesen Höchstständen entfernt. Ein Barrel Brent war vergangenen Montag bis auf rund 139 Dollar gestiegen.

Mit Nachrichtenagenturen