Wochenausblick Wenig Hoffnung auf Jahresendrallye

Die letzten Tage vor den Feiertagen werden an der Börse voraussichtlich ruhig verlaufen. Schließlich kann sich die bisherige Bilanz schon jetzt sehen lassen: Der Dax hat seit Jahresbeginn um 12 Prozent zugelegt.
Zweistelliger Jahresgewinn: Der Bulle hat zum neunten Mal innerhalb von zehn Jahre die Oberhand

Zweistelliger Jahresgewinn: Der Bulle hat zum neunten Mal innerhalb von zehn Jahre die Oberhand

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Am deutschen Aktienmarkt dürfte der Handel in den Tagen vor Weihnachten und Neujahr zunehmend dünner und lustloser werden. Eine Jahresendrallye scheint wenig wahrscheinlich. Kurstreibende Nachrichten sind rar, und die meisten Investoren haben ihre Bücher angesichts der bevorstehenden Feiertage bereits geschlossen. Zufrieden dürften sie dennoch sein, denn trotz der immer noch wütenden Corona-Pandemie, sehr hoher Inflationsdaten und der weiter bestehenden Lieferengpässe war 2021 ein gutes Aktienjahr.

Am Freitag schloss der Dax  mit minus 0,67 Prozent bei 15.531 Punkten. Der deutsche Leitindex legte im bisherigen Jahresverlauf um gut 12 Prozent zu und steuert auf den neunten Jahresgewinn der vergangenen zehn Jahre zu. Der MDax  der mittelgroßen Werte stieg um 11 Prozent. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  zeichnet sich sogar ein Plus von 16 Prozent ab und für den Wall-Street-Index Dow Jones Industrial eines von ebenfalls rund 16 Prozent.

Dax

Und auch für das neue Jahr 2022 bleiben die meisten Börsenexperten optimistisch, obwohl prozentual zweistellige Steigerungen eher nicht erwartet werden. Stratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck begründet dies in erster Linie mit einer nachlassenden geldpolitischen Unterstützung angesichts der jüngsten Entscheidungen der US-Notenbank Fed. Und auch die Pandemie sei weiterhin nicht überstanden.

Inflation im Euroraum hat Höhepunkt wohl erreicht

Ob das Vordringen der Omikron-Variante des Coronavirus neue Wachstumssorgen ausgelöst hat, darüber sollten laut der Helaba-Analystin Claudia Windt zum Jahreswechsel die Umfragen unter den Einkaufsmanagern Auskunft geben. Am Donnerstag, 30. Dezember, steht in den USA der Chicago Einkaufsmanager-Index auf der Agenda und am 4. Januar dann der besonders wichtige ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe. Am Silvestertag werden die chinesischen Einkaufsmanager-Indizes veröffentlicht und am Montag, den 3. Januar, der Einkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone.

Vor Weihnachten rücken die USA als weltgrößte Volkswirtschaft zudem nochmals mit Inflationsdaten in den Blick. Für den Euroraum werden die Verbraucherpreise am Freitag, den 7. Januar, veröffentlicht. Doch hier dürfte nach einer Inflationsrate im November von 4,9 Prozent "der Hochpunkt zunächst erreicht sein", wie die Analysten der Commerzbank erwarten. Unter anderem wegen eines deutlichen Rückgangs der Energiepreise rechnen sie für Dezember mit einer auf 4,5 Prozent sinkenden Rate.

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Ebenfalls am 7. Januar stehen weitere wegweisende Daten auf der Agenda: zur deutschen Industrie und zum US-Arbeitsmarkt im Dezember. "Im Oktober hat die Industrieproduktion in Deutschland deutlich zugelegt und damit die seit Anfang 2021 zu beobachtende Talfahrt zumindest vorerst gestoppt. Im November dürfte es das nächste kräftige Plus gegeben haben", heißt es von der Commerzbank.

Für die USA rechnen die Commerzbank-Experten dagegen mit einem "eher mäßigen Arbeitsmarktbericht" und erinnern daran, dass bereits im November die Zahl der neu geschaffenen Stellen enttäuscht hatte. Die Arbeitslosenquote sollte zugleich aber weiter sinken, wenn auch geringfügiger als zuvor.

Mit Nachrichtenagenturen