Börse Dax startet nervös in den August

Am ersten Handelstag des August schließt der Dax kaum verändert. Die Aktie von Varta sticht mit Kursverlusten nach einer Gewinnwarnung hervor. An der New Yorker Börse herrschen grüne Vorzeichen.
Kursausschläge: Der Dax pendelte am Montag immer wieder zwischen Gewinnen und leichten Verlusten. Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex leicht im Minus

Kursausschläge: Der Dax pendelte am Montag immer wieder zwischen Gewinnen und leichten Verlusten. Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex leicht im Minus

Foto: Boris Roessler / dpa

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Start des Monats August überwiegend an seinen Erholungskurs vom Juli angeknüpft. Anleger setzten auf solide Quartalsberichte der Unternehmen, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Zudem bauten sie darauf, dass sich die makroökonomische Datenlage etwas abkühle. Dadurch kämen die Notenbanken aus dem Zugzwang, die Zinsen weiter zu erhöhen und die Aktienmärkte hätten wieder mehr Aufwärtspotenzial.

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Der deutsche Leitindex Dax  war am Montag im Handelsverlauf auf den höchsten Stand seit Mitte Juni gestiegen, litt im späten Handel aber unter der schwächelnden Wall Street und ging 0,03 Prozent tiefer bei 13.479 Punkten aus dem Handel. Am Freitag hatte der Leitindex mit einem Plus von 1,5 Prozent geschlossen und den Monat Juli mit einem Gewinn von rund 5,5 Prozent beendet. Dies war der stärkste Juli-Anstieg seit sechs Jahren, wobei es im Juni auch kräftig nach unten gegangen war. Der MDax  der mittelgroßen Unternehmen gewann am Montag 0,23 Prozent auf 27.427 Zähler. Er war im Juli um rund sechs Prozent in die Höhe geschnellt. Der EuroStoxx 50  ging mit einem kleinen Plus von 0,1 aus dem Handel.

Der US-Aktienmarkt hat am Montag zunächst nervös auf neue Konjunkturdaten reagiert: Im Anschluss an die viel beachteten ISM-Daten für die US-Industrie drehten die wichtigsten Indizes erst in die Gewinnzone, sackten dann wieder ab, um schließlich erneut ins Plus zu drehen. Der Dow Jones notierte zuletzt 0,26 Prozent fester bei 32.027 Zählern. Der marktbreiter S&P 500  lag mit 0,23 Prozent im grünen Bereich. Der Nasdaq 100 für Technologiewerte, drehte zuletzt verbesserte sich gar auf plus 0,92 Prozent oder 13.066 Punkte.

Nasdaq 100

Wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte, fiel die Stimmung in der US-Industrie im Juli mit 52,8 Punkten auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Volkswirte hatten allerdings ein noch deutlicheres Absacken auf nur 52,0 Punkte erwartet. "Der Einkaufsmanagerindex hat die Konsensschätzung übertroffen und liegt außerdem weiterhin klar im Expansionsbereich", hob Volkswirt Ulrich Wortberg von der Helaba positiv hervor. "Vor diesem Hintergrund sollten die Wachstumszweifel nicht größer werden und die US-Notenbank kann an ihrem Plan festhalten, die Zinsen zur Eindämmung der Inflation zunächst weiter zu erhöhen."

"Dass die Kurse trotz der ungelösten Probleme wie der drohenden Energiekrise in Deutschland und dem andauernden Krieg in der Ukraine scheinbar Fuß gefasst haben, ist ein starkes Signal und macht nach den sechs ersten desaströsen Börsenmonaten Hoffnung auf eine bessere zweite Jahreshälfte. Es scheint, als wäre alles Negative eingepreist und der Aufschwung hätte bereits begonnen", kommentierte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets.

Varta-Aktie fällt nach Gewinnwarnung deutlich

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Varta nach einer Gewinnwarnung im Fokus. Der anhaltende Druck auf das operative Geschäft ließ die einst gefeierten Papiere des Batterieherstellers unter den größten Verlierern im MDax um dreieinhalb Prozent fallen. Damit stoppten sie ihre jüngste Erholung und knüpften wieder an ihren monatelangen Abwärtstrend an. Wegen trüberer Konjunkturaussichten sowie hoher Rohstoff-, Energie- und Transportkosten hatte Varta seine Jahresziele gesenkt.

Den Papieren von Rheinmetall verhalf eine Empfehlung der britischen Bank HSBC an der MDax-Spitze zu einem Kursaufschlag von rund fünf Prozent. Risiken für die Autosparte hatten Rheinmetall in der vergangenen Woche etwas vorsichtiger auf die Umsatzentwicklung blicken lassen. Treiber ist nach wie vor das Rüstungsgeschäft angesichts der von der Bundesregierung nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ausgerufenen Zeitenwende.

Papiere von Covestro gaben zuletzt rund 1,4 Prozent nach. Die hohen Energiepreise und negative Wirtschaftserwartungen machen den Kunststoffkonzern vorsichtiger für 2022. Nun erwartet das Management für das Gesamtjahr 2022 ein operatives Ergebnis (Ebitda) von nur noch 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro. Bisher hatten 2,0 bis 2,5 Milliarden im Plan gestanden. Analysten hatten im Schnitt mit gut 2,3 Milliarden gerechnet.

Starke Geschäfte in Amerika und Asien stimmen den Auto- und Industriezulieferer Stabilus optimistischer für das laufende Geschäftsjahr. Die Anteilsscheine stiegen um 3,3 Prozent.

Bitcoin über 23.000 Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin hat sich zuletzt wieder etwas stabilisiert. Am Monmtag notierte die Cyberdevise auf der Handelsplattform Bitstamp  bei 23.400 US-Dollar. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise im Minus

Die Ölpreise sind am Montag mit Abschlägen in die neue Woche gestartet. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im Oktober 103,06 US-Dollar. Das waren 91 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) zur September-Lieferung fiel um 1,21 Dollar auf 97,41 Dollar.

Belastet wurden die Ölpreise zum Wochenstart durch schwache Konjunkturdaten aus China. Am Wochenende war der offizielle Einkaufsmanagerindex für die Industrie unter die Wachstumsgrenze von 50 Punkten gefallen. Am Montag enttäuschte der entsprechende Indikator des Wirtschaftsmagazins Caixin die Erwartungen. China gehört zu den größten Ölverbrauchsländern der Welt.

Die Erdölpreise befinden sich nach wie vor auf hohem Niveau, haben sich zuletzt aber mit der Richtungssuche schwergetan. Im Tagesverlauf schwanken die Preise meist stark, was auch auf große Unsicherheiten zurückzuführen ist. Seit Längerem ist das Angebot wegen des Ukraine-Kriegs knapp, während die Nachfrage durch Rezessionssorgen belastet wird.

Mit Nachrichtenagenturen
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