Börse Wall Street treibt Dax weiter an

Der Dax baut im Feiertagshandel seine Gewinne auch dank einer festen Wall Street aus und notiert nahe der Marke von 14.200 Punkten. Zalando, Delivery Hero und Hellofresh verbuchen kräftige Kursgewinne. Auch die Papiere von Bayer sind gefragt.
Börse Frankfurt: Der Dax performt am besser als erwartet

Börse Frankfurt: Der Dax performt am besser als erwartet

Foto: Boris Roessler / dpa

Mit steigenden Kursen in den USA haben die deutschen Aktienmärkte ihre Gewinne am Nachmittag ausgebaut. Der Dax kletterte bis 16 Uhr um 1,27 Prozent auf 14.186 Punkte und lag damit nur knapp unter seinem bis dahin geltenden Tageshoch von 14.200 Punkten. Der EuroStoxx50  baute sein Kursplus zu gleicher Zeit auf 1,15 Prozent oder 3719 Zähler aus.

Dax

Die US-Aktienmärkte knüpften am Donnerstag an die Vortagesgewinne an. Der Dow Jones stieg zuletzt um 1,28 Prozent auf 32.531 Zähler. Damit könnte der Leitindex den im April begonnenen Abwärtstrend nun hinter sich lassen. Unterstützend wirkt nach Aussage von Börsianern wie schon am Vortag, dass das Protokoll der US-Notenbank Fed keine Hinweise auf noch aggressivere Schritte zur Bekämpfung der hohen Inflation in den USA gegeben hatte. Doch auch ermutigende Firmenbilanzen und optimistische Ausblicke lockten Anleger an die Wall Street, sagten Börsianer. Für den marktbreiten S&P 500  ging es um 1,31 Prozent auf 4030 Zähler nach oben. Der technologielastige Nasdaq 100 legte bis 16 Uhr (MEZ) um 1,43 Prozent auf 12.115 Punkte zu.

Nasdaq 100

Positiv für die Börsen sei sicher, dass das am Mittwochabend veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank einen größeren Zinsschritt um 75 Basispunkte unwahrscheinlicher werden lasse, sagte Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Klar ist aber auch, dass es bei den kommenden Sitzungen erneut um 50 Basispunkte nach oben gehen wird." Das Protokoll habe die Nerven einiger Anlege erst einmal beruhigt, kommentierte Analyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda.

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Für Aufsehen sorgte Broadcom und dessen Interesse an VMWare. Der Chipkonzern einigte sich mit dem Software-Anbieter auf eine Übernahme für rund 61 Milliarden US-Dollar. Papiere von Broadcom gewannen 2,4 Prozent und VMWare 1,3 Prozent.

Bayer nach Empfehlung deutlich im Plus

Unter den Einzelwerten sorgten am deutschen Aktienmarkt vor allem Analystenkommentare für Bewegung. Im Dax zählten Bayer nach einem positiven Bild der Citigroup zu den größten Gewinnern. Die Aktien des Pharma- und Agrarchemiekonzerns gewannen mehr als 2 Prozent auf ein Vier-Wochen-Hoch von 65,18 Euro. Die Citi-Analysten gehen davon aus, dass die Studien zu dem neuartigen Gerinnungshemmer Asundexian weiter positiv ausfallen. Gefragt waren erneut Aktien von Zalando, Delivery Hero und Hellofresh, die mit Zuwächsen von 9 bis rund 6 Prozent die Liste der Dax-Gewinner anführten.

Ölpreis legt weiter zu

Die Ölpreise sind am Donnerstag im frühen Handel leicht gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 114,34 US-Dollar. Das waren 0,31 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 0,49 Dollar auf 110,82 Dollar zu.

Brent

Die Ölpreise bewegen sich seit einiger Zeit auf hohem Niveau zwischen Angebotsrisiken und Nachfragesorgen. Angetrieben werden sie von einem deutlich verminderten Angebot aus Russland infolge scharfer westlicher Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs. Belastung geht von der strengen Corona-Politik Chinas aus, die die Wirtschaft des Landes und den Welthandel bremst.

Bitcoin unter 30.000 Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt gegenüber dem Vorabend nur wenig verändert bei 29.643 US-Dollar. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Leichte Gewinne an Chinas Aktienbörsen

Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte haben am Mittwoch keine einheitliche Richtung eingeschlagen. Nach den Abgaben des Vortages fielen Veränderungen sehr überschaubar aus. Die chinesischen Börsen verzeichneten dabei leichte Gewinne. So gewann der CSI-300-Index mit den wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland rund ein halbes Prozent. Der Hang Seng der Sonderverwaltungszone Hongkong stieg nach den Abgaben am Vortag zuletzt um 0,7 Prozent auf 20.251 Punkte. Japanische Aktien gaben dagegen geringfügig nach. Der japanische Nikkei  schloss 0,26 Prozent tiefer mit 26.677,80 Punkten.

Mit der Erhöhung des Leitzinses um weitere 50 Basispunkte habe die Notenbank Neuseelands einen weithin erwarteten Schritt unternommen, merkten die Marktstrategen der Deutschen Bank an. Die Währungshüter wollten damit die Inflation bekämpfen, die sich derzeit auf dem höchsten Niveau seit 31 Jahren bewege. Die neuseeländische Börse gab etwas nach. Etwas besser sah es im benachbarten Australien aus. Der S&P/ASX 200 zog um 0,4 Prozent an.

In Singapur habe das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal den Erwartungen entsprochen, merkte Analyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda an. Die Börse des Stadtstaates gab leicht nach. Sie gehört über den Tag hinaus jedoch zu den stabileren asiatischen Märkten. "Nachdem die Covid-Restriktionen gegen Ende April größtenteils aufgehoben wurden, meldet sich die Wirtschaft des südostasiatischen Stadtstaates mit einer sich wiederbelebenden Konsumnachfrage, zunehmend ausgelasteten Produktionskapazitäten und einem hohen Beschäftigungs- und Lohnwachstum schwungvoll zurück", so Anlagestratege Ulrich Stephan von der Postbank. "Das für die kommenden zwölf Monate erwartete Gewinnwachstum der im Singapurer Leitindex STI notierten Unternehmen liegt mit knapp 15 Prozent rund ein Drittel über dem Mittel der Unternehmen der asiatisch-pazifischen Wirtschaftsregion."

Mit Nachrichtenagenturen
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