Börse Dax und Dow legen zu, Netflix stürzt ab

Der Dax schließt am Mittwoch komfortabel im grünen Bereich. Die Papiere von Delivery Hero und Hellofresh legen nach schwachem Start eine regelrechte Rallye hin. Auch an der Wall Street ist die Tendenz positiv - abgesehen von Netflix.
Börse Frankfurt: Analysten sehen den Dax in einer Stabilisierungsphase

Börse Frankfurt: Analysten sehen den Dax in einer Stabilisierungsphase

Foto: Arne Dedert / dpa

Nach einer verhaltenen Rückkehr aus dem Osterwochenende gehen die Anleger am Mittwoch wieder optimistisch an Aktien heran. Mit Rückenwind der US-Börsen legte der Dax bis Handelsschluss um 1,5 Prozent auf 14.362 Punkte zu. Der MDax schaffte es mit 1,2 Prozent ins Plus auf 31.103 Zähler. Der Eurozonen-Index EuroStoxx gewann sogar 1,7 Prozent an Wert.

Dax

Auch die Wall Street verbucht nach dem starken Vortag am Mittwoch erneut Kursgewinne. In der ersten Handelsstunde legte der Leitindex Dow Jones Industrial um weitere 0,8 Prozent auf 35.182 Punkte zu. Der Sprung über den umsatzstarken Bereich von 34.800 Punkten, der möglicherweise als technische Stütze diene, sei ein Zeichen der Stärke, sagten die Charttechnik-Experten von Index Radar.

Getrübt wird die Stimmung in New York jedoch von Netflix. Mit einem im abgelaufenen Quartal erstmaligen Rückgang der Kundenzahlen seit mehr als zehn Jahren schockte der Streamingdienst die Anleger. Die Netflix-Aktien verloren mehr als 37 Prozent.

Im marktbreiten S&P 500 und im technologielastigen Nasdaq 100, wo die Netflix-Papiere notieren, fiel die Entwicklung daher verhaltener aus. Der S&P 500 rückte um 0,19 Prozent auf 4471 Zähler vor, der Nasdaq 100 gab nach seinem sehr starken Vortag um 0,80 Prozent auf 14 097 Punkte nach.

Nasdaq

Der Anstieg des deutschen Aktienmarktes beruhte unter anderem auf steigenden Automobilwerten sowie Kursgewinnen bei den Tech-Werten aus dem Chipsektor. Infineon waren im Dax mit einem Anstieg um 3,6 Prozent vorne dabei und im MDax zogen die Titel des Wafer-Zulieferers Siltronic sogar um 6 Prozent an. Gute Stimmung verbreitete der Branchenausrüster ASML, der laut dem JPMorgan-Analysten Sandeep Deshpande positiv überraschte mit starken Auftragszahlen.

Andere Signale kamen aus den USA. Der US-Streaminganbieter Netflix musste erstmals seit mehr als zehn Jahren ein Quartal mit Kundenschwund verkraften, und so brach die Aktie außerbörslich in den USA um ein Viertel ein. Experte Thomas Altmann von QC Partners glaubt aber, dass der Gesamtmarkt solche Nachrichten wegstecken kann. Er sieht in der abklingenden Pandemie ein Indiz für eine Normalisierung des Lebens. "Und das ist für den Großteil der börsennotierten Unternehmen positiv", so der Experte.

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Nach zunächst deutlichen Verlusten sind die Aktien von Hellofresh und Delivery Hero dagegen am Mittwoch ins Plus gedreht. Delivery Hero erklommen mit einem Gewinn von 7 Prozent die Dax-Spitze und Hellofresh kletterten um gut 1 Prozent. Nachdem der Branchenkollege Just Eat Takeaway seine Prognose für die gesamte Bestellmenge gesenkt hatte, waren die Papiere zunächst gefallen. Zuletzt setzte sich aber eine positive Lesart des Ausblicks von Just Eat Takeaway durch. Die Gesellschaft will nun tendenziell weniger operativen Verlust schreiben als bislang geplant.

Bitcoin wieder leicht im Aufwind

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin pendelt weiter um die Marke von 41.000 US-Dollar. Am langen Osterwochenende rutschte die Cyberdevise wieder unter diese Marke, zuletzt notierte der Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp  aber wieder stärker bei 41.423 US-Dollar. Im November vergangenen Jahres erreichte die Kryptowährung noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise steigen um mehr als 1 Dollar

Die Ölpreise haben sich am Mittwoch etwas von ihrem Kursrutsch am Vortag erholt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 108,59 US-Dollar. Das waren 1,34 Dollar mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,23 Dollar auf 103,79 Dollar.

Brent

Am Dienstag hatten die Ölpreise unter globalen Konjunktursorgen gelitten. Die Weltwirtschaft wird nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds in diesem Jahr wegen des Ukraine-Kriegs deutlich langsamer wachsen.

Die leichte Erholung zur Wochenmitte begründeten Händler mit der Aussicht darauf, dass die Rohöl-Nachfrage in dem wichtigen Verbrauchsland China wieder anzieht. So haben Autohersteller und Supermärkte nach dem strikten Corona-Lockdown in der Wirtschaftsmetropole Shanghai damit begonnen, ihren Betrieb wieder aufzunehmen. Marktbeobachter verwiesen zudem auf die jüngste Entwicklung der Ölreserven in den USA. Demnach habe ein Rückgang der Lagerbestände in der vergangenen Woche die Ölpreise etwas gestützt, wie Daten des Interessenverbandes American Petroleum Institute zeigten.

Mit Nachrichtenagenturen
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