Börse Dax auf Rekordhoch, Biontech-Aktie bricht ein

Dax und Dow erreichen am Mittwoch kurzzeitig ein Rekordhoch. Die Kryptowährung Bitcoin setzt ihre Erholung fort. In den USA bricht die Aktie des Impfstoffherstellers Biontech zweistellig ein.
Bewegung an der Börse: Der Dax steigt am Mittwoch auf Rekordhoch. In den USA bricht die Aktie von Biontech zweistellig ein

Bewegung an der Börse: Der Dax steigt am Mittwoch auf Rekordhoch. In den USA bricht die Aktie von Biontech zweistellig ein

Foto: picture alliance / Christoph Schmidt

Mit etwas Verzögerung hat der Dax  nach frischen US-Inflationsdaten ein Rekordhoch erreicht und die Marke von 16.000 Zählern in den Blick genommen. Der deutsche Leitindex kletterte am frühen Nachmittag bis auf 15 882 Punkte und damit auf ein historisches Hoch. Auf Xetra ging der Dax dann 0,4 Prozent fester bei 15.826 Punkten aus dem Handel. Der MDax der mittelgroßen Werte rückte auf 35 757 Punkte vor.

In den USA starteten Dow Jones und Nasdaq mit leichten Gewinnen in den Handel. Die an der Nasdaq notierte Aktie des Mainzer Impfstoffherstellers Biontech, die in den vergangenen Tagen steil gestiegen war, brach aufgrund von Gewinnmitnahmen sowie einer Prüfung der EU auf mögliche Nebenwirkungen um rund 20 Prozent ein.

Dax

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Inflation in USA verharrt über 5 Prozent

In den USA ist die Inflationsrate im Juli auf hohem Niveau geblieben. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Preise um 5,4 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Bereits im Juni hatte die Rate bei 5,4 Prozent gelegen. Dies war die höchste Rate seit August 2008. Die Inflation liegt weiter deutlich über dem Inflationsziel der US-Notenbank Fed, die zwei Prozent anstrebt. Nach Ansicht der NordLB dürfte die US-Inflation im Jahresverlauf bei etwa fünf Prozent verharren, "was eine klare Zielverfehlung für die Fed bedeutet.

Am Devisenmarkt knickte der US-Dollar in Reaktion auf die Daten ein, konnte seine Verluste größtenteils aber schnell wieder ausbügeln. Der Euro stand bei 1,1735 Dollar und damit nur etwas höher als vor Bekanntgabe der Zahlen.

Schock bei ThyssenKrupp, Ernüchterung bei Hella

Bei den Einzelwerten nehmen Anleger unter anderem die Quartalszahlen von Eon, Thyssenkrupp, Uniper sowie Lanxess unter die Lupe. Der Versorger Eon erhöhte seine Prognose. Der Gewinn im ersten Halbjahr sei besser als erwartet ausgefallen, sagte ein Händler. Gute Geschäfte mit der Autoindustrie stimmen auch den Chemiekonzern Lanxess abermals optimistischer für 2021.

Die Aktien des Mischkonzerns Thyssenkrupp gaben nach Zahlen zuletzt um rund 5 Prozent nach. Die Erwartungen an den Industriekonzern seien nicht hoch gewesen, aber die Kürzung des Ziels für den freien Mittelzufluss belaste den Kurs dennoch stark, erklärte ein Börsianer.

Die Aktien von Hella  rutschten am Mittwoch um rund 5 Prozent ab. Die Offerten für den Autozulieferer dürften mit rund 60 Euro je Aktie eher unter dem zuvor kolportierten Preis liegen, hieß es am Markt.

Biontech-Aktie knickt nach Rekordrally wieder ein

Die an der Nasdaq notierte Aktie des Mainzer Impfstoffherstellers Biontech , die in den vergangenen Tagen steil gestiegen war, gehörte am Mittwoch zu den größten Verlierern an der Börse. Sie baute am Abend ihre Verluste auf 18 Prozent aus. Zuletzt notierte das Papier bei 350 US-Dollar - noch am Vortag hatte die Aktie zeitweise ein Rekordhoch von 450 US-Dollar markiert. Allerdings hatte sich der Börsenwert von Biontech in den vergangenen vier Wochen auch verdoppelt. Nun sorgten Gewinnmitnahmen für Verkaufsdruck - Anleger nehmen Geld vom Tisch. Der Verkaufsdruck wurde verstärkt von der Nachricht, dass die EU neue mögliche Nebenwirkungen von mRNA-Impfstoffen unter die Lupe nehmen wolle, darunter eine allergische Hautreaktion sowie Nierenentzündung. Die EU-Behörden machten keine Angaben, um wie viele mögliche Fälle es sich handeln könnte, es war aber von einer kleinen Anzahl von Meldungen die Rede.

Auch die Papiere von Moderna büßten an der Nasdaq zeitweise um rund 10 Prozent ein, nachdem sie am Vortag bereits fast 6 Prozent verloren hatten. Bank-of-America-Analyst Geoff Meacham hatte am Vortag sein "Underperform"-Urteil für die Aktie des US-Corona-Impfstoffproduzenten bekräftigt. Die Bewertung entspreche mit Blick auf die fundamentale Basis des Unternehmens nicht mehr der Realität, schrieb er.

Biontech

US-Börsen: Dow Jones markiert weiteres Rekordhoch

Die Anleger an der Wall Street reagierten mit Erleichterung auf die Stagnation der US-Inflationsrate. Der Dow Jones Industrial (DJI) kletterte kurz nach dem Handelsstart bis dicht unter die Marke von 35 500 Punkten. Zuletzt legte er um 0,55 Prozent auf 35 458 Punkte zu. Der S&P 500 stieg bis knapp unter 4450 Punkte und gewann zuletzt 0,24 Prozent auf 4447,09 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 kam indes kaum vom Fleck.

"Die große Überraschung bei der US-Inflation ist ausgeblieben", schrieb Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Im Monatsvergleich habe sich der Preisauftrieb zudem deutlich verlangsamt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Verbraucherpreise im Juli um 5,4 Prozent und hielten sich damit auf Juni-Niveau. Volkswirte hatten zwar mit einem leichten Rückgang gerechnet, doch die Abweichung fiel am Markt offenbar nicht stark ins Gewicht.

Unter den Einzelwerten waren im DJI die Aktien der Heimwerker-Kette Home Depot Spitzenreiter mit plus 2,0 Prozent, gefolgt von denen des Einzelhandelsgiganten Walmart , die um 1,6 Prozent stiegen. Schlusslicht waren die Anteile des Kreditkarten-Unternehmens Visa , die um 0,7 Prozent nachgaben.

Bitcoin steigt über 46.000 US-Dollar

Die Kryptowährung Bitcoin pendelt am Mittwoch um die Marke von 46.000 Dollar. In den vergangenen vier Wochen hat sich die Cyberdevise deutlich erholt, Mitte Juli war der Bitcoin unter die Marke von 30.000 US-Dollar gefallen.

Bitcoin

Der Höhenflug bei Bitcoin lässt Anleger zu den Aktien der Kryptowährungs-Miner greifen. Die Papiere von Bit Mining sowie die Aktien von Bitfarms waren zuletzt stark gefragt.

Kryptohype: Coinbase mit Gewinnplus von fast 5000 Prozent

Coinbase, die größte US-Handelsplattform für Cyber-Währungen wie Bitcoin, hat im zweiten Quartal trotz des vorerst jähen Endes der Rekordjagd am Kryptomarkt prächtig verdient. In den drei Monaten bis Ende Juni schoss der Gewinn im Jahresvergleich um rund 4900 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) in die Höhe. Das teilte Coinbase am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Die Erlöse wuchsen um über 1000 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar. Ein großer Teil geht jedoch auf einen Einmaleffekt zurück. Die Aktie legte im frühen Handel um 2 Prozent zu.

Das Geschäft ist jedoch stark abhängig vom anhaltenden Krypto-Rummel. Zuletzt ging es bei den Preisen von Bitcoin und Co. zwar schon wieder deutlich nach oben, dennoch erwartet das Unternehmen geringeres Wachstum. Die starken Zahlen für das vergangene Quartal lösten deshalb zunächst keine großen Kurssprünge an der Wall Street aus, die Aktien von Coinbase legten nachbörslich nur leicht zu. Seit dem fulminanten Börsengang der Krypto-Börse im April hat das 2012 gegründete Unternehmen bei Anlegern ohnehin einen schweren Stand. Der Aktienkurs ist seit der Premiere an der New Yorker Tech-Börse Nasdaq um fast 30 Prozent gesunken, am Dienstag schloss er bei knapp 270 Dollar.

Asiens Börsen kaum verändert

Die asiatischen Aktienmärkte treten am Mittwoch auf der Stelle. Sorgen über die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus lassen die Anleger nicht los. In vielen asiatischen Ländern steigen die Fallzahlen und wecken damit Befürchtungen über Maßnahmen und Beschränkungen, die die wirtschaftliche Erholung beeinträchtigen könnten. "Es gibt viel mehr Bedenken wegen Delta, weil es sich auf viele asiatische Volkswirtschaften auswirkt, wo die Impfraten niedriger sind", sagte Ray Farris, Investment-Stratege bei Credit Suisse für Südasien. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,7 Prozent höher bei 28.069 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1 Prozent und lag bei 1956 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,1 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 110,65 Yen und gab 0,1 Prozent auf 6,4817 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9218 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1721 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0810 Franken. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,3831 Dollar.

Ölpreise geben etwas nach

Die Ölpreise sind am Mittwoch etwas gefallen und haben damit den Anstieg der beiden ersten Handelstage der Woche vorerst beendet. Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 70,49 US-Dollar. Das waren 14 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls um 14 Cent auf 68,15 Dollar.

Am Ölmarkt ist die Entwicklung der Lagerbestände in den USA stärker in den Fokus der Anleger gerückt, vor allem Daten zu den Benzinreserven standen im Mittelpunkt des Interesses. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Rückgang der Benzin-Lagerbestände um 1,11 Millionen Barrel verzeichnet hatte.

Brent

Die Lagerdaten hätten den Ölpreisen am Dienstag deutlichen Auftrieb verliehen, hieß es am Markt, bevor am Mittwochmorgen eine leichte Gegenbewegung eingesetzt habe. Neben den sinkenden Lagerbeständen an Benzin hat das API auch einen Rückgang der amerikanischen Ölreserven verzeichnet, allerdings nur um 0,8 Millionen Barrel. Fallende Reserven können ein Hinweis auf eine stärkere Nachfrage sein. Sollte der Rückgang durch die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung bestätigt werden, die am Nachmittag auf dem Programm stehen, könnten die Ölpreise neuen Auftrieb bekommen.

mit Nachrichtenagenturen
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