Börsenrallye Erneute Rekordstände für Dax und Dow Jones

Der Dax erreicht ebenso wie der Dow Jones ein Rekordhoch. Die Kombination aus anziehender Konjunktur und Nullzinsen heizt den Kaufrausch an - doch wie lange hält das Goldilock-Szenario?
Bullenmarkt an der Börse: Der deutsche Aktienmarkt notiert auf Rekordniveau. Der US-Leitindex Dow Jones kletterte am Vortag erstmals über die Marke von 34.000 Punkten

Bullenmarkt an der Börse: Der deutsche Aktienmarkt notiert auf Rekordniveau. Der US-Leitindex Dow Jones kletterte am Vortag erstmals über die Marke von 34.000 Punkten

Foto: Boris Roessler / dpa

Brummende Geschäfte deutscher Konzerne, starke US-Börsen sowie ultraniedrige Zinsen haben dem Dax  zum Wochenausklang ein weiteres Rekordhoch beschert. Er gewann zuletzt 1,3 Prozent auf 15.459 Zähler und notiert damit so hoch wie noch nie zuvor. Ein Hoch erreichte auch der MDax, der über die Marke von 33.000 Punkten kletterte. Der Nebenwerteindex SDax notiert ebenfalls auf Rekordniveau. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  stieg erstmals seit 2008 wieder über die Marke von 4000 Punkten. In New York war die Rekordrally der großen Indizes bereits am Vortag weitergegangen, der Dow Jones Industrial war erstmals über die Marke von 34.000 Punkten geklettert und markierte auch am Freitag einen weiteren Höchststand.

Das Umfeld scheine wie gemacht für Aktien, erklärte Anayst Markus Reinwand von der Helaba. "Die Konjunkturstimmung erreicht Spitzenwerte, die Geldpolitik bleibt ultralocker." Nach ihrer beispiellosen Rally seit dem Frühjahr 2020 seien Aktien nun aber anfällig für eine Korrektur. Sollten die Anleiherenditen wieder anziehen und die Inflationsgefahren steigen, dürften viele Anleger Gewinne der vergangenen 12 Monate mitnehmen.

Dax

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

In Asien verlief der Handel am Freitag bereits gedämpfter. Thema dort war die chinesische Wirtschaft, die mit einem Rekordwachstum ins neue Jahr gestartet war. Allerdings ist der Dax bereits so hoch geklettert, dass ein weiterer Rückschlag in der europäischen Impfkampagne bei steigenden Inzidenzen auch an der Börse für Gewinnmitnahmen sorgen könnte.

Daimler nach Zahlen gefragt

Gleich mehrere Unternehmen berichteten von einem stark gelaufenen Jahresauftakt. Dazu zählen aus dem Dax Daimler und HeidelbergCement. Die Aktien des Autobauers gewannen am Freitag knapp 3 Prozent auf rund 78 Euro. Daimler profitierte vor allem von einem starken China-Geschäft. Um knapp 2 Prozent nach oben ging es für die Aktie von Volkswagen, und auch MTU gehörte zu den Gewinnern im Dax. Bei den Nebenwerten hoben der Kochboxenversender Hellofresh und der Vakuumpumpenspezialist Pfeiffer Vacuum ihre Jahresprognose an. Die Aktien reagierten darauf mit plus 5,3 beziehungsweise plus 7,1 Prozent.

Bitcoin gibt wieder nach

Die Kryptowährung Bitcoin gab am Freitag auf rund 60.500 US-Dollar nach, nachdem er am Mittwoch ein Rekordhoch von knapp 65.000 US-Dollar erreicht hatte. Nun setzen Gewinnmitnahmen ein. Am Mittwoch war die Handelsplattform Coinbase an die Börse Nasdaq gegangen und hatte sich selbst aus dem Stand zum wertvollsten Börsenbetreiber der Welt aufgeschwungen, auf Augenhöhe mit Intercontinental Exchange, zu der auch die New York Stock Exchange gehört.

Bitcoin

Dow Jones und S&P 500 auf Rekordhoch, Morgan Stanley mit Gewinnsprung

Die US-Börsen haben ihre Rekordjagd am Freitag fortgesetzt. Hoffnungen auf eine solide wirtschaftliche Erholung trieben die Leitindizes Dow Jones und S&P 500 auf neue Höchststände. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg bis zum frühen Nachmittag in New York um 0,3 Prozent auf 34.139 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,2 Prozent auf 4179 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat dagegen bei 14.034 Punkten auf der Stelle.

Am Freitag veröffentlichte eine weitere US-Großbank einen Rekordgewinn: Der boomende Handel mit Wertpapieren sowie starke Zuwächse in der Vermögensverwaltung und im Investmentbanking haben dem US-Geldhaus Morgan Stanley zu Jahresbeginn Bestwerte bei Gewinn und Erlösen beschert. In den drei Monaten bis Ende März stieg der Überschuss im Jahresvergleich um 150 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar (3,3 Mrd Euro), wie der Finanzkonzern am Freitag mitteilte.

Nasdaq

"Die Ökonomie der Vereinigten Staaten präsentiert sich damit nun fast schon gefährlich stark", schrieb Analyst Tobias Basse von der Landesbank NordLB mit Blick auf die hohen Umsätze im Einzelhandel im März. Die staatlichen Hilfen, die Öffnung der Wirtschaft in vielen Bundesstaaten und die Besserung der Lage am Arbeitsmarkt hätten den Konsum kräftig angekurbelt.

Ölpreise steigen weiter

Die Ölpreise sind am Freitag leicht gestiegen. Marktbeobachter verwiesen auf ein starkes Wirtschaftswachstum in China, das den Ölpreisen etwas Auftrieb verleihen konnte. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 67,02 US-Dollar. Das waren acht Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um neun Cent auf 63,55 Dollar.

Brent

Am Morgen zeigten Konjunkturdaten, dass China die Corona-Krise weitgehend überwunden hat. Die Wirtschaftsleistung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt stieg in den ersten drei Monaten so stark wie nie seit Beginn der quartalsweisen Auswertung vor gut 30 Jahren. Auf Wochensicht ging es mit den Ölpreisen hingegen stark nach oben. Seit Montag konnte der US-Ölpreis etwa sieben Prozent zulegen. Preistreiber waren höhere Nachfrageprognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) und der Organisation erdölexportierender Länder (Opec), die im Verlauf der Woche veröffentlicht wurden. Außerdem war bekannt geworden, dass die Ölreserven in den USA viel stärker als erwartet gesunken sind.

mit Agenturen