Börse Dax überspringt Marke von 12.400 Punkten

Der Dax erreicht das höchste Niveau in seiner Geschichte. Anleger setzen auf einen Sieg Emmanuel Macrons in der Stichwahl in Frankreich. Deutsche Bank und Commerzbank haussieren.

Der Erfolg des europafreundlichen französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron im ersten Wahlgang hat am Montag die Aktienmärkte entfesselt. Die führenden deutschen Aktienindizes schafften es auf Höchststände. Der deutsche Leitindex übersprang erstmals klar die Marke von 12.400 Punkte. Die Anleger griffen vor allem bei Bankaktien zu. Dass sich im April zudem die bereits gute Stimmung in den deutschen Unternehmen laut den ifo-Geschäftsklima-Daten weiter deutlich aufhellte, tat ein Übriges.

Am Nachmittag lag der Dax  mit 3,13 Prozent im Plus bei 12.425 Punkten nur rund 3 Punkte unter seinem Rekordhoch. Der MDax  , der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, überwand die Marke von 24.500 Punkte und legte zuletzt um 2,17 Prozent auf 24.505 Punkte zu. Der Technologie-Index TecDax  rückte um 2,01 Prozent auf 2057 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit 2001 vor. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  ging es um 3,94 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit August 2015. Der französische CAC 40 (Kurswerte anzeigen) gewann sogar 4,24 Prozent und erreichte zeitweise den höchsten Stand seit 2008.

Als sicher geltende Anlagen wie Gold und Bundesanleihen flogen im Gegenzug aus den Depots. Staatsanleihen litten entsprechend auch unter Abgabedruck. Der Bund Future büßte 0,74 Prozent auf 161,30 Punkte ein. Der Rentenindex Rex sank um 0,57 Prozent auf 141,64 Punkte. Die Umlaufrendite am Rentenmarkt stieg derweil von 0,03 Prozent am Freitag auf 0,14 Prozent.

Euro steigt auf 1,09 Dollar

Der Euro sprang zeitweise bis auf 1,0911 US-Dollar und damit auf das höchste Niveau seit Anfang November. Er wurde zuletzt mit 1,0859 Dollar gehandelt. Am Freitag hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs noch auf 1,0698 Dollar festgesetzt.

Aktien der Deutschen Bank und Coba haussieren

Bankenwerte europaweit gefragt

Favoriten der Anleger in Europa waren die Anteilsscheine von Banken und anderen Finanzdienstleistern, die laut Goldman Sachs besonders vom Sieg des wirtschaftsfreundlichen EU-Befürworters Macron profitierten. Die Risiken nähmen ab, ein konstruktiver Wahlausgang wirke stabilisierend für Europa, hieß es.

Besonders begehrt bei Anlegern waren Banken. Deutsche Bank  gewann rund 7,8 Prozent, Commerzbank  sogar 9,4 Prozent. Sie waren mit Abstand die gefragtesten Werte im Dax. Die französischen Institute Societe Generale, BNP Paribas  und Credit Agricole zogen um je rund acht Prozent an. Zudem kam den Bankaktien auch die Aussicht auf eine weniger strenge Regulierung in den USA zugute: US-Präsident Donald Trump leitete weitere Schritte zum möglichen Regelabbau im US-Finanzsektor ein.

Der europäische Banken-Index legte 6,4 Prozent zu. Analysten der Deutschen Bank empfahlen Anlegern, ihr Engagement bei Banken der Euro-Zone nun zu erhöhen. Die Banker des Brokerhauses Kepler Cheuvreux stuften französische Geldhäuser auf "overweight" nach oben.

Börsianer rechnen jedoch damit, dass die Unsicherheit an den Märkten vor der Stichwahl zwischen Le Pen und Macron am 7. Mai weiter hoch bleiben wird.

Die als defensiv geltenden Immobilienwerte wie Vonovia oder Deutsche Wohnen wurden dagegen entsprechend gemieden. Sie zählten zu den ganz wenigen Verlierern am deutschen Aktienmarkt.

BASF, Bayer, Lufthansa und Deutsche Bank mit Zahlen

Neben der Frankreich-Wahl blicken die Anleger in der neuen Woche auch auf die Berichtssaison der Unternehmen, die beiderseits des Atlantiks in die Vollen geht.

Hierzulande ist dabei der Donnerstag der Höhepunkt, wenn allein 15 Unternehmen aus Dax  , MDax  , TecDax und SDax Quartalsbilanzen vorlegen. Davon kommt mit BASF  , der Lufthansa  , Bayer  , Beiersdorf  und der Deutschen Bank ein Drittel aus dem deutschen Leitindex.

SAP, Daimler und Deutsche Börse melden am Dienstag

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Emmanuel Macron: Dieser Mann ist Favorit auf Frankreichs Präsidentenamt

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Aus dem Dax  veröffentlichen zudem am Dienstag der Softwarehersteller SAP  und am Mittwoch der Autobauer Daimler sowie die Deutsche Börse  Geschäftszahlen. Am Freitag stehen die Zahlen des Industriegase- und Anlagenherstellers Linde auf der Agenda. Hinzu kommen im Wochenverlauf zahlreiche Bilanzen großer US-Konzerne.

EZB entscheidet am Donnerstag über weitere Zinspolitik

Der Donnerstag steht zudem im Zeichen des Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank (EZB). "Dabei werden die Währungshüter in ihrer Sitzung die französischen Präsidentschaftswahlen kritisch hinterfragen", vermutet die Helaba. Eine geldpolitische Kursänderung sei vor dem Hintergrund der anhaltenden politischen Unsicherheit nicht zu erwarten.

Interessieren dürften zum Wochenausklang dann auch noch Zahlen zum Wirtschaftswachstum in den USA für das erste Quartal. "Sie dürften keinen Anlass zur Euphorie bieten", fürchtet die Helaba. Zugleich werde wohl offenbar, dass der Spielraum der US-Regierung in der Finanzpolitik eingeschränkt sei.

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