Börse Dax und Dow im Minus, Boeing mit Verlusten

Anleger halten sich zu Beginn der neuen Woche zurück, die Nervosität bleibt angesichts der anhaltenden Kämpfe in der Ukraine hoch. An der Wall Street stehen nach dem Flugzeugabsturz in China die Aktien von Boeing unter Druck.
Händlerin an der Wall Street in New York: Besorgte Blicke Richtung Boeing

Händlerin an der Wall Street in New York: Besorgte Blicke Richtung Boeing

Foto: Lucas Jackson / REUTERS

Nach einem stabilen Start dreht der deutsche Leitindex ins Minus. Der Dax  notierte am Montag zum Handelsschluss 0,6 Prozent niedriger bei 14.326 Punkten. Der MDax  der mittelgroßen Börsenkonzerne hingegen legte um 0,2 Prozent auf 31.681 Zähler zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  fiel um rund 0,4 Prozent.

Dax

In der Vorwoche hatte sich der Dax-Gewinn auf fast 6 Prozent summiert. Zuletzt hatte sich der deutsche Leitindex von dem im Zuge des Ukraine-Krieges erreichten Zwischentief wieder um bis zu 17 Prozent erholt. Damit hatte er mehr als die Hälfte seines Rückschlags vom Rekordhoch bei 16.290 Punkten aufgeholt, bevor er zuletzt wieder etwas Federn ließ.

Ein Ende des Krieges in der Ukraine ist indes weiterhin nicht in Sicht. Am Montag zogen nun auch die Ölpreise wieder an. Die ukrainische Führung lehnte am Montag ein Ultimatum der russischen Truppen an die seit Wochen belagerte Stadt Mariupol ab, die Waffen niederzulegen und die Stadt zu verlassen. "Die Zweifel wachsen, dass die Friedensmission zwischen der Ukraine und Russland sich als Finte entpuppt", kommentierte Marktexperte Timo Emden von Emden Research.

SAP unter Druck – Finanzvorstand geht

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von SAP mit einem Verlust von 1,6 Prozent im Fokus. Europas größter Softwarehersteller muss sich einen neuen Finanzvorstand suchen. Luka Mucic wird das Unternehmen Ende März 2023 verlassen. Analyst James Goodman von der britischen Großbank Barclays wertete die Nachricht "ziemlich negativ". Der Anlagehintergrund für SAP hänge stark an den Zielen für 2025. Anleger könnten Bedenken haben, dass sich der Softwarekonzern nun weniger stark daran orientiere, hieß es.

Die VW-Großaktionärin Porsche SE will ihren Anteilseignern für das vergangene Jahr mehr Dividende auszahlen. Je Vorzugsaktie sollen nach 2,21 Euro für 2020 für das vergangene Geschäftsjahr 2,56 Euro ausgeschüttet werden. Inhaber von Stammaktien sollen für jeden gehaltenen Schein 2,554 Euro erhalten – das entspricht einer Steigerung um 35 Cent. Laut einem Börsianer wurde am Markt aber mehr erwartet. Die Porsche-Aktien gewannen 0,9 Prozent.

Neu im Dax: Hannover Rück und Daimler Truck

Hannover Rück profitierten von der Aufnahme der Aktien in den Dax und setzten sich im Leitindex mit einem Kursplus von 4,7 Prozent sofort an die Spitze des Leitindex. Dagegen ging es für die ebenfalls neu im Dax befindlichen Papiere des vom ehemaligen Daimler-Konzern abgespaltenen Lkw-Herstellers Daimler Truck um 0,4 Prozent nach unten. Für die beiden Werte mussten die Aktien des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf und des Energietechnikkonzerns Siemens Energy aus dem Dax weichen.

Der Stahlhersteller Salzgitter will nach einer zweijährigen Nullrunde bei der Dividende für 2021 mit 0,75 Euro je Anteil so viel ausschütten wie seit 2008 nicht mehr. Analyst Luke Nelson von JPMorgan sieht durch die Ergebnisse zudem Auftrieb für die Markterwartungen im hohen einstelligen Prozentbereich. Christian Obst von der Baader Bank sieht Salzgitter auf Basis aktueller Konsensschätzungen immer noch rekordniedrig bewertet. Die Anteilsscheine schnellten als SDax-Spitzenreiter im 10,4 Prozent vor.

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Verluste an US-Börsen, Boeing unter Druck

Der US-Aktienmarkt ist nach der starken Vorwoche mit Verlusten in den Handel gestartet. Unter den Einzelwerten gerieten am Montag Boeing deutlich unter Druck, da in China eine 737-800NG aus großer Höhe mit 132 Insassen abstürzte.

Nach einem Wochenplus von knapp 5,5 Prozent fiel der Leitindex Dow Jones Industrial nun um 0,5 Prozent auf 34.586 Punkte. Der marktbreite S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 4450 Punkte. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 1,1 Prozent auf 14.264 Zähler nach unten.

Nasdaq

"Heute wird nur verdaut, was letzte Woche passiert ist und der Markt versucht herauszufinden, ob diese Erholung von Dauer ist oder nicht", sagte Robert Pavlik, Portfolio-Manager bei Dakota Wealth Management. Optimismus über die Verhandlungen im Ukraine-Krieg und der Zinsentscheid der US-Notenbank hatten vergangene Woche für Rückenwind an den Aktienmärkten gesorgt. Wie erwartet hatte die Fed den Leitzins im Kampf gegen die hohe Inflation um einen Viertelpunkt auf die neue Zielspanne von 0,25 bis 0,50 Prozent angehoben.

Asiens Börsen im Minus

Die geringen Aussichten auf eine rasche Waffenruhe im Ukraine-Krieg drückt auf die Stimmung der asiatischen Anleger. Die Leitindizes von Hongkong und Südkorea fielen am Montag um jeweils 0,8 Prozent auf 21.245 beziehungsweise 2686 Punkte. Die Börse Shanghai notierte kaum verändert bei 3253 Zählern, während in Tokio wegen eines Feiertags nicht gehandelt wurde.

Sorgen bereitete Börsianern zudem die Coronavirus-Ausbrüche in China. Das Vertrauen vieler ausländischer Investoren in die Regierung sei erschüttert, sagte Dan Wang, Chef-Volkswirt der Hang Seng Bank China. Das müsse sie zurückgewinnen, indem sie nicht nur die Pandemie bekämpfe, sondern auch die Regulierung für die heimischen Technologiefirmen lockere.

Bitcoin über 41.000 US-Dollar

Die Digitalwährung Bitcoin hielt sich auch am Montagmorgen über der Marke von 40.000 US-Dollar. Auf der Handelsplattform Bitstamp  notierte die Kryptowährung zuletzt bei 41.280 US-Dollar. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben Cyberdevisen wieder zugelegt, da Kryptogeld als Fluchtwährung für russische Milliardäre gilt.

Bitcoin

Ölpreise steigen – Spekulationen über Importstopp

Die Ölpreise sind am Montag stark gestiegen und haben damit an die Kursgewinne der vergangenen Handelstage angeknüpft. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  112,58 US-Dollar. Das waren 4,65 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg um 4,63 Dollar auf 109,33 Dollar.

Brent

Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank erklärte den starken Preisanstieg mit Marktspekulationen, wonach die EU einen Importstopp für Öllieferungen aus Russland in Betracht zu ziehen scheine. In dieser Woche ist ein Treffen auf höchster EU-Ebene mit US-Präsident Joe Biden geplant, auf dem über weitere Sanktionen gegen Russland gesprochen werden dürfte, sagte Fritsch. Das Weiße Haus teilte am Sonntagabend (Ortszeit) mit, Biden werde an diesem Donnerstag an den Gipfeln der Nato, der EU und der G7-Staaten in Brüssel teilnehmen.

Die USA hatten bereits vor zwei Wochen einen Importstopp für Rohöl und Ölprodukte verkündet. Angesichts des Vorgehens der russischen Streitkräfte in der Ukraine, das mehr und mehr auch die Zivilbevölkerung trifft, wächst der Druck auf die Europäer, sich den USA anzuschließen.

Für Preisauftrieb sorgten aber auch neue Unsicherheiten in der globalen Rohölversorgung. Am Wochenende hatten jemenitische Huthi-Rebellen verschiedene Ziele in Saudi-Arabien angegriffen, darunter Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Aramco. Saudi-Arabien ist eines der weltgrößten Erdölförderländer.

Wegen des Ukraine-Kriegs ist die Lange am Ölmarkt sehr angespannt, da Russland ein großer Förderer und Exporteur von Erdöl ist. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine sind die Ölpreise stark gestiegen. Vor zwei Wochen war ein Fass Brent bis zu rund 139 Dollar wert gewesen und damit so teuer zuletzt im Jahr 2008

Mit Nachrichtenagenturen