Börse Nasdaq taucht ab, Bitcoin bricht ein

Der Dax droht erneut unter die Marke von 14.000 Punkten zu stürzen. In den USA gehen Techwerte wie Tesla an der Nasdaq auf Tauchstation. Die Kryptowährung Bitcoin bricht erneut ein und fällt unter eine wichtige Marke.
Bulle und Bär: Dax, Nasdaq und Bitcoin geben am Montag deutlich nach

Bulle und Bär: Dax, Nasdaq und Bitcoin geben am Montag deutlich nach

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Boris Roessler / dpa

Der deutsche Aktienmarkt ist mit Verlusten in die verkürzte Karwoche gestartet. Stark unter Druck gerieten vor allem Internet- und Technologiewerte. Der Dax  verlor bis zum Xetra-Schluss (17.30 Uhr) rund 0,6 Prozent auf 14.192,78 Punkte, baute seine Verluste im späten Handel dann aber weiter aus. Da die US-Börse Nasdaq ihre Verluste am Abend auf mehr als 2 Prozent ausbaute, könnte der Dax am Dienstag unter die Marke von 14.000 Zählern zurückfallen. Der MDax  gab ebenfalls deutlich nach.

Dax

Auch Kryptowährungen wie Bitcoin gingen auf Tauchstation. Die Cyberdevise verlor am Montag zeitweise rund 7 Prozent und fiel unter die psychologisch wichtige runde Marke von 40.000 US-Dollar. Seit Ende März, als Bitcoin zeitweise bei 48.000 US-Dollar notierte, hat die weltweit wichtigste Kryptodevise rund 20 Prozent an Wert verloren. Auch andere Kryptowerte wie Ether gaben am Montag deutlich nach.

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Anlass für die neue Verkaufswelle sind Zinsängste. Die US-Notenbank hatte vergangene Woche drastische Zinserhöhungen und eine Verringerung der Bilanzsumme signalisiert, um den Preisdruck zu dämpfen. Zudem belasteten die Ängste vor massiven negativen Folgen des Krieges in der Ukraine und vor den coronabedingten Abriegelungen in China.

"Do not fight the Fed"

Nachdem die US-Notenbank vergangene Woche drastische Zinserhöhungen und eine Verringerung der Bilanzsumme signalisiert hatte, um den Preisdruck zu dämpfen, sind die Herausforderungen für die Börsen nochmals gestiegen. "Heute lautet das Mantra vieler Anleger 'Bekämpfe die Fed nicht, wenn sie die Inflation bekämpft'", kommentierte Experte Ed Yardeni von Yardeni Research.

Unerwartet starke Quartalszahlen gaben den Aktien von BASF zwischenzeitlich deutlichen Auftrieb von bis zu 2,9 Prozent. Letztlich blieb aber nur noch ein Plus von 0,1 Prozent übrig. Die Geschäfte des weltgrößten Chemiekonzerns entwickelten sich im ersten Quartal besser als gedacht. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg nach vorläufigen Berechnungen um rund ein Fünftel und toppte damit die Erwartungen am Markt. Allerdings litt das Netto-Ergebnis unter einer milliardenschweren Abschreibung auf einen Kredit der Tochter Wintershall für ein Darlehen an die Nord Stream 2 AG.

Mit Hellofresh , Delivery Hero und Zalando waren die schwächsten Dax-Werte des laufenden Jahres auch am Montag die Schlusslichter im deutschen Leitbarometer. Hellofresh fielen um 4,3 Prozent. Experte William Woods vom Analysehaus Bernstein hält die hohen Rabatte und Marketingaufwendungen des Kochboxenversenders für problematisch.

Munich Re, Allianz und Airbus mit Gewinnen

Im Dax weit vorne lagen mit Munich Re und Allianz SE zwei Versicherer mit Kursaufschlägen von jeweils rund 1,1 Prozent. Die steigenden Kapitalmarktzinsen, von denen die Gewinne von Finanzkonzernen profitieren, gelten als Haupttreiber der Kursaufschläge. Ebenfalls unter den besten Dax-Werten verzeichneten die Aktien von Airbus einen Gewinn von 1,1 Prozent. Der Flugzeugbauer erhielt einen Großauftrag aus Asien vom Flugzeugfinanzierer BOC Aviation, der 80 Jets aus der A320-Modellfamilie bestellte.

US-Börsen: Dow Jones und Nasdaq klar im Minus, Tesla-Aktie knickt ein

An der New Yorker Wall Street notierte die wichtigsten Aktienindizes zum Handelsschluss in Europa im Minus: Der Dow Jones Industrial gab rund ein halbes Prozent nach auf 34.500 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 sackte zuletzt noch um rund 1,87 Prozent ab, und der marktbreite S&P 500 notierte 1,25 Prozent leichter bei 4432 Zähler. Am Abend baute die Nasdaq ihre Verluste weiter aus. Die Aktie von Tesla notierte kurz vor Handelsschluss 5 Prozent schwächer bei 977 US-Dollar. Binnen einer Woche hat die Tesla-Aktie mehr als 10 Prozent an Wert verloren.

Nasdaq

Warner Media und AT&T fusionieren zu WBD

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von AT&T und jene der ausgegliederten und mit Discovery zusammengeführten Sparte WarnerMedia im Blickpunkt. Die Papiere des fusionierten Medienkonzerns Warner Bros Discovery (WBD) wurden an diesem Montag erstmals gehandelt und stiegen im Vergleich zum ersten Kurs (24,08 US-Dollar) zuletzt um 4,3 Prozent.

Twitter Aktie gibt nach Musk-Rückzieher wieder nach

Die Aktien von Twitter büßten 0,8 Prozent ein. Tech-Milliardär Elon Musk wird nun doch keinen offiziellen Posten bei dem Kurznachrichtendienst einnehmen. Die Ernennung habe offiziell am 9. April in Kraft treten sollen, "aber Elon teilte noch am selben Morgen mit, dass er dem Verwaltungsrat nicht mehr beitreten wird", schrieb Twitter-Chef Parag Agrawal in der Nacht zum Montag. Anfang April war bekannt geworden, dass Musk mit einer Beteiligung von 9,2 Prozent zum größten Aktionär von Twitter wurde.

Bitcoin stürzt unter Marke von 40.000 US-Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin steht weiter unter Druck. Zuletzt notierte die Cyberdevise auf der Handelsplattform Bitstamp  unter der Marke von 40.000 Dollar. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar. Seit Ende März, als Bitcoin zeitweise bei 48.000 US-Dollar notierte, hat die weltweit wichtigste Kryptodevise rund 20 Prozent an Wert nachgegeben.

Bitcoin

Ölpreise geben deutlich nach

Die Ölpreise sind am Montag mit deutlichen Abschlägen in die Handelswoche gegangen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  100,41 US-Dollar. Das waren 2,37 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 2,38 Dollar auf 95,88 Dollar.

Brent

Belastet werden die Erdölpreise derzeit vor allem durch die konjunkturelle Lage in China. Dort sorgen seit einiger Zeit scharfe Corona-Beschränkungen für wirtschaftliche Bremsspuren. Hintergrund ist die rigorose Null-Covid-Strategie der politischen Führung. Zuletzt hatten vor allem umfangreiche Ausgangsbeschränkungen in der Finanzmetropole Shanghai für Aufsehen gesorgt. China ist einer der größten Ölverbraucher der Welt.

Das Niveau der Rohölpreise ist ungeachtet dessen weiter hoch. Zwar haben die Preise ihre teils starken Aufschläge seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine wieder abgegeben. Das Niveau ist aber immer noch deutlich höher als zu Jahresbeginn. Schon im Vorfeld des russischen Angriffs hatten die Ölpreise zugelegt. Russland ist einer der weltgrößten Erdölförderer.

Mit Nachrichtenagenturen
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