Börse Dax schließt nahe Rekordhoch, Biontech-Aktie startet durch

Die Inflation in den USA steigt stärker als erwartet, Sorgen um Zinserhöhungen bremsen daher die Kurse in New York. Der Dax hingegen geht mit einem Plus aus dem Handel. Die Aktie des Mainzer Impfstoffherstellers Biontech startet durch.
Händlerin an der Börse: Der Dax schafft am Mittwoch noch den Sprung ins Plus und schließt nahe Rekordhoch

Händlerin an der Börse: Der Dax schafft am Mittwoch noch den Sprung ins Plus und schließt nahe Rekordhoch

Foto: Frank Rumpenhorst / picture alliance / dpa

Der Dax hat sich am Mittwoch auf hohem Niveau gut behauptet. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Plus von 0,17 Prozent auf 16 067,83 Punkte. Im gesamten Tagesverlauf hatte er sich weiterhin in einer engen Handelsspanne dicht unter seinem Rekordhoch von 16.104 Punkten vom Vortag bewegt. Der MDax  fiel um 0,30 Prozent auf 35 991,18 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  gewann 0,10 Prozent auf 4348,82 Punkte.

Dax

Einige Dax-Konzerne zogen die Aufmerksamkeit mit ihren Quartalsberichten auf sich. So verschreckte ein zurückhaltender Ausblick die Adidas-Aktionäre: Die Papiere sackten als Schlusslicht im Leitindex um 3,7 Prozent ab. Der Sportartikelhersteller wird wegen Lieferkettenproblemen und eines schwierigeren Marktumfeldes in China vorsichtiger.

Siemens Energy waren dagegen Favorit im Dax mit plus 3,5 Prozent. Die Probleme der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa sowie die Restrukturierung in der Energietechnik hatten im vergangenen Geschäftsjahr zwar belastet, dennoch soll im ersten vollständigen Jahr seines Bestehens eine kleine Dividende ausgeschüttet werden.

Die Papiere der Allianz stiegen um ein Prozent und profitierten von einem Rekordquartal. Unsicherheit herrscht allerdings weiterhin wegen eines Rechtsstreits in den USA. Großanleger fordern von dem Konzern Milliarden.

Wall Street fürchtet Zinserhöhungen nach Inflationsdaten

Wieder aufgeflammte Angst vor Zinserhöhungen der Notenbank Fed machen der Wall Street zu schaffen. Die Leitindizes Dow Jones, S&P 500 der Technologieindex Nasdaq 100 notierten gegen 18.30 Uhr europäischer Zeit zwischen 0,16 und 0,62 Prozent leiter. Die US-Teuerungsrate stieg im Oktober überraschend stark um 6,2 Prozent, den höchsten Stand seit 31 Jahren. "Auch wenn die Fed glaubt, dass die Inflation vorübergehend ist, gibt es immer mehr Anzeichen dafür, das dies nicht stimmt", sagte Rick Meckler, Partner beim Vermögensverwalter Cherry Lane.

Nasdaq

Gold und Bitcoin, die unter Anlegern als Inflationsschutz gelten, verteuerten sich zunächst deutlich. Der Preis für das Edelmetall stieg um bis zu zwei Prozent auf ein Fünf-Monats-Hoch von 1868,20 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Rohstoff-Experte Alexander Zumpfe vom Edelmetallhändler Heraeus traut Gold einen Kurs von bis zu 1900 Dollar zu. Andere Anleger griffen zu Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum, die mit 69.000 beziehungsweise 4867,60 Dollar neue Rekordhochs erreichten.

Bitcoin

Bei den Unternehmen rückte Doordash ins Rampenlicht. Der Essenslieferant will für sieben Milliarden Euro den finnischen Rivalen Wolt schlucken und damit unter anderem in Deutschland Fuß fassen. Mit diesem Deal komme die internationale Expansion in Schwung, die sonst deutlich langwieriger wäre, kommentierte Analyst Jake Fuller vom Brokerhaus BTIG. Doordash-Titel steuerten mit einem Plus von zuletzt noch 14 Prozent auf den zweitgrößten Tagesgewinn seit dem Börsengang Ende 2020 zu.

Biontech setzt Kursrally fort

Die Aktie des Mainzer Impfstoffherstellers Biontech setzten ihre Kursrally vom Vortag fort und gewann an der US-Technologiebörse Nasdaq zuletzt noch rund 5 Prozent auf 237 US-Dollar. Binnen zwei Tagen hat das Papier rund 20 Prozent an Wert gewonnen. Die jüngsten Quartalszahlen haben Anleger offenbar überzeugt. Zudem rechnen Anleger nun mit erneut steigender Nachfrage wegen der Booster-Impfung. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt als Impfstoff für Menschen unter 30 künftig nur noch das Biontech-Vakzin.

Biontech


Ölpreise legen weiter zu

Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre deutlichen Aufschläge vom Vortag ausgebaut. Marktbeobachter verwiesen auf einen US-Bericht, der die Freigabe von Teilen der nationalen Ölreserve unwahrscheinlicher erscheinen lasse. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  85,18 US-Dollar. Das waren 40 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg um 14 Cent auf 84,29 Dollar.

Am Vorabend hatten die Erdölpreise nach einem Bericht des US-Energieamts EIA deutlich zugelegt. Die Statistiker sehen anders als manche Beobachter keinen dauerhaften Engpass am Ölmarkt. Vielmehr rechnen sie bereits Anfang kommenden Jahres mit einer Überversorgung. Die derzeit hohen Rohölpreise dürften demnach bereits im Dezember zurückgehen.

Brent

Der Bericht spricht gegen eine Freigabe der strategischen US-Ölreserve. Hintergrund derartiger Spekulationen ist der steile Anstieg der Ölpreise in den vergangenen Monaten. Im Oktober hatten die beiden wichtigsten Ölsorten der Welt mehrjährige Höchststände erreicht. Auslöser ist die nach dem Corona-Einbruch rasch steigende Nachfrage bei nur moderater Angebotsausweitung seitens großer Förderländer wie Saudi-Arabien oder Russland.

Mit Nachrichtenagenturen
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