Börse Freundliche Wall Street hievt Dax über 15.000 Punkte

Nach den kräftigen Vortagsverlusten kletterte der Dax am Freitag wieder über die 15.000-Punkte-Marke. Für Rückenwind sorgten die US-Börsen, vor allem Tech-Werte wie Netflix und Alphabet zogen an. Bitcoin notiert über 21.000 US-Dollar.
Händler an der Deutschen Börse: Der Dax erholt sich wieder

Händler an der Deutschen Börse: Der Dax erholt sich wieder

Foto: Arne Dedert / dpa

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag nach den deutlichen Vortagesverlusten einen Erholungskurs eingeschlagen. Der Leitindex Dax  profitierte dabei von der freundlichen Wall Street und kletterte wieder über 15.000 Punkte. Am Ende stand ein Plus von 0,8 Prozent auf 15.034 Zähler. Der MDax  gewann 1,3 Prozent auf 28.477 Punkte. Auch der EuroStoxx 50  legte 0,6 Prozent zu.

Am Donnerstag hatten Sorgen vor einer Rezession in den USA den Aktienmarkt auf Talfahrt geschickt. Nun kam Unterstützung für die Börsenstimmung durch den US-Streamingdienst Netflix, der mit einem starken Schlussquartal sowie mit seinem Neukundenzuwachs überzeugte und damit insbesondere die Technologiewerte jenseits des Atlantiks beflügelte.

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Siemens Energy senkt Margenprognose – und steht im Dax an der Spitze

Unter den Einzelwerten stachen Siemens Energy mit starken Schwankungen heraus. Zunächst gab die Aktie nach, drehte dann aber deutlich in die Gewinnzone und setzt sich mit plus 4,5 Prozent an die Dax-Spitze. Dem Energietechnikkonzern machen die Probleme seiner Windkrafttochter Siemens Gamesa weiter zu schaffen, weshalb er seine Margenprognose für das laufende Geschäftsjahr 2022/23 senkte. Allerdings überraschten alle anderen Geschäftsbereiche positiv und zudem wurde die Jahresprognose für den freien Barmittelzufluss trotz der Probleme angehoben.

Die Anteilsscheine von Zalando wurden von einem positiven Analystenkommentar beflügelt und zogen um mehr als 4 Prozent an. Gegen den freundlichen Trend gaben die T-Aktien geringfügig nach. Sie litten darunter, dass T-Mobile US Ziel eines Cyberangriffs geworden ist. Die US-Tochter der Deutschen Telekom schließt nicht aus, dass durch den Vorfall hohe Kosten entstehen könnten.

Aufmerksamkeit zogen zudem die Anteile von Hypoport auf sich, die als Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax 3,7 Prozent einbüßten. Der Finanzdienstleister hatte sich durch die Ausgabe neuer Aktien frisches Geld besorgt, um wieder auf Wachstumskurs gehen zu können. Die Anleger zeigten sich dennoch verschnupft, denn nach einer Kapitalerhöhung ist der eigene Anteil an dem Unternehmen bezüglich des Stimmrechtes erst einmal weniger wert als vor dieser Maßnahme.

US-Börsen: Tech-Werte starten Erholungsversuch

Starke Zahlen von Netflix haben die Anleger an der Wall Street am Freitag in Kauflaune versetzt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann zuletzt 1,5 Prozent auf 11.014 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legte 0,9 Prozent auf 3932 Zähler zu. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte 0,3 Prozent höher bei 33.134 Punkten.

Netflix konnte mit einem stärker als erwartet ausgefallenen Kundenwachstum im vierten Quartal punkten. Die Aktien des Streamingdienstes zogen um 6,5 Prozent an. "Obwohl sich Netflix wirklich gut geschlagen hat und das sehr vielversprechend ist, wird es tatsächlich eine der schwierigsten Gewinnsaisons für Big Tech", sagte Sylvia Jablonski, Investment-Expertin bei Defiance ETFs. Steigende Zinsen und düstere Konjunkturaussichten haben Unternehmen wie Microsoft und Amazon gezwungen, Tausende von Mitarbeitern zu entlassen.

Auch Google-Mutter Alphabet streicht 12.000 Arbeitsplätze. Die Aktien des Technologiekonzerns stiegen getragen von der Aussicht auf geringere Personalkosten daraufhin um rund 3 Prozent. Amazon steckt wiederum Milliarden in sein US-Cloud-Dienste-Geschäft und schafft dort in den kommenden Jahren mindestens 1000 neue Jobs. Die Aktien stiegen um rund 2 Prozent.

Goldman Sachs im Visier der Fed

Aktien des amerikanischen Online-Verkäufers für Möbel Wayfair sprangen angesichts neuer Sparmaßnahmen um mehr als 19 Prozent nach oben. Der Konzern streicht rund 1750 Stellen, was zehn Prozent der Belegschaft entspricht. Mit dem Fokus des Managements auf Profitabilität und Cash-Gewinnung würden die Hauptsorgen der Investoren gelindert, sagte Analyst Phillip Blee vom Researchhaus William Blair. In den vergangenen zwölf Monaten waren die Papiere um 75 Prozent gefallen.

Die Aktien von Goldman Sachs gerieten unter Druck, nachdem das Geldhaus einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge ins Visier der Finanzwächter geraten ist. Die Papiere verloren 2,4 Prozent. Dem Bericht zufolge untersucht die US-Notenbank Fed, ob die Bank im Verbrauchergeschäft angemessene Sicherheitsvorkehrungen bei der Ausweitung der Kreditvergabe getroffen hat.

Asien-Börsen profitieren von Aussagen zur Corona-Pandemie

Hoffnungen auf eine baldige Erholung der chinesischen Wirtschaft schieben zum Wochenschluss die asiatischen Aktienmärkte an. In China gewann die Börse Shanghai 0,7 Prozent. Der Markt in Hongkong legte 1,4 Prozent zu. Kurz vor dem Beginn des chinesischen Neujahrsfestes trieben vor allem ausländische Anleger die Kurse in der Volksrepublik bei einem niedrigen Handelsvolumen an. Ein Vertreter der Nationalen Gesundheitskommission hatte zuvor erklärt, der Höhepunkt der Welle an schwer erkrankten Corona-Patienten sei überschritten und damit Hoffnungen auf eine baldige Erholung der Wirtschaft geschürt.

Ausländische Investoren kauften in den ersten drei Wochen von 2023 chinesische Aktien in Wert von umgerechnet 16,22 Milliarden Dollar und haben damit die Käufe des vergangenen Jahres bereits überschritten. Vor allem Rohstoffaktien und Infrastrukturfirmen gehörten zu den Gewinnern.

In Tokio zog der Nikkei-Index  um 0,56 Prozent auf 26.553 Punkte an. Höhere US-Futures stemmten Börsianer nach von Zinssorgen getriebenen Verlusten in den vergangenen Tagen hoffnungsvoll. "Die Anleger setzen darauf, dass die Wall Street in der nächsten Sitzung zulegen wird", sagte Seiichi Suzuki, Chef-Marktanalyst des Analysehauses Tokai Tokyo. Zudem hätte auch ein Rückgang des Yen die Stimmung aufgehellt und Exportwerte angetrieben.

Bitcoin im Plus

Die Digitalwährung Bitcoin hält sich weiter über der Marke von 20.000 US-Dollar und notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt wieder über 21.000 US-Dollar. Im November 2022 war die Währung unter dem Eindruck des Zusammenbruchs der Kryptobörse FTX von über 21.000 US-Dollar auf rund 16.000 US-Dollar eingebrochen. Ein Jahr zuvor erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise legen deutlich zu

An den Rohstoffmärkten sorgte für Zuversicht, dass China kurz vor Beginn des chinesischen Neujahrsfestes nach Angaben der Behörden den Höhepunkt schwerer Coronainfektionen erreicht hat. Damit wächst die Hoffnung, dass die Wiedereröffnung der Wirtschaft die Nachfrage nach Öl ankurbelt.

Die Nordsee-Sorte Brent  und die US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) verteuerten sich um je 1,4 Prozent auf 87,37 und 81,45 Dollar pro Barrel (159 Liter). Damit steuerten die Ölpreise auf den zweiten Wochengewinn in Folge zu.

Nach einem schwachen Jahresstart hatten die Erdölpreise bereits in den vergangenen zwei Wochen zugelegt. Ihre Abschläge zu Jahresbeginn haben sie mittlerweile wettgemacht.

Mit Nachrichtenagenturen
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