Börse Dax und Dow klettern weiter

Der Dax notiert im Plus knapp unter 13.000 Punkten. Der Dow Jones baut seine Gewinne aus. Daraufhin steigt auch die Kryptowährung Bitcoin deutlich.
Börse Frankfurt: Der Dax startet einen Erholungsversuch

Börse Frankfurt: Der Dax startet einen Erholungsversuch

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Frank Rumpenhorst / dpa

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenstart seinen jüngsten Erholungskurs gebremst fortgesetzt. Der Dax  baute seine Gewinne vom Freitag aus und überwand zeitweise auch wieder die Marke von 13.000 Punkten. Ob die aktuelle Stabilisierung hält und die Erholung weitergeht, dürfte sich laut Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets vor allem am Donnerstag zeigen. Dann werde die Europäische Zentralbank (EZB) erstmals seit mehr als zehn Jahren die Leitzinsen im Euroraum anheben. Zugleich enden auch die planmäßigen Wartungsarbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 1 und die Anleger sorgen sich, dass Russland den Gashahn nicht wieder aufdrehen könnte.

Der deutsche Leitindex beendete den Handel am Montag mit plus 0,74 Prozent auf 12.960 Punkte, nachdem er am Freitag um fast drei Prozent gestiegen war. Der MDax der mittelgroßen Börsenunternehmen legte am Montag um 1,42 Prozent auf 25.921 Punkte zu. Europaweit und in den USA wurden ebenfalls Gewinne verbucht.

Volkswagen und BASF mit starkem Plus

Die Aktien von BASF verbuchten nach einer Analystenstudie einen Kursgewinn von 3,1 Prozent. Die Papiere von Covestro gewannen nach einem Interview von Finanzvorstand Thomas Toepfer 2,8 Prozent hinzu. Das operative Ergebnis (Ebitda) im zweiten Quartal werde am oberen Rand der prognostizierten Spanne von 430 Millionen bis 560 Millionen Euro liegen, verriet Toepfer der "Börsen-Zeitung".

Die Volkswagen-Vorzugsaktien gehörten mit einem Plus von 3,5 Prozent zu den Top-Werten im Dax. Der VW-Konzern will seine Sportwagentochter Porsche möglichst noch in diesem Jahr an die Börse bringen. Geplant ist bislang eine Notierung im vierten Quartal. Porsche will in den kommenden Jahren seine Profitabilität deutlich steigern und strebt langfristig einen operativen Gewinn von 20 Prozent des Umsatzes an.

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US-Notenbank wird Zinsen wohl "nur" um 0,75 Prozent erhöhen

Grund für die Stabilisierung ist der Markt in den USA. Unerwartet robuste US-Einzelhandelsumsätze und niedrigere mittelfristige Inflationserwartungen hätten die Risikofreude der Anleger wieder belebt, heißt es bei der Commerzbank. Entsprechend war die Wall Street deutlich erholt ins Wochenende gegangen.

Die Erwartungen an den Zinsschritt der US-Notenbank Ende Juli sind laut der Commerzbank zuletzt milder geworden. Fest gerechnet werde zwar mit 0,75 Prozent, die Wahrscheinlichkeit eines 1-Prozent-Schritts sei aber deutlich gesunken. Es wird jedoch erwartet, dass die EZB am Donnerstag die geldpolitische Wende vollziehen und den Leitzins anheben wird.

EZB wird Leitzins in dieser Woche anheben

In dieser Woche steht am Donnerstag aber erst einmal die weitere Geldpolitik der Europäer im Fokus. Es wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank die geldpolitische Wende vollziehen und den Leitzins anheben wird.

Dow Jones zieht wieder an

Nach der starken Erholung am Freitag hat es am Montag zu Beginn an den US-Börsen weitere Gewinne gegeben. Als Kurstreiber erwiesen sich überwiegend positiv aufgenommene Unternehmensnachrichten, die getrieben von Goldman-Sachs-Zahlen vor allem aus dem Bankensektor kamen. Auch Kursgewinne bei Boeing halfen dem Dow Jones Industrial, der den höchsten Stand seit Ende Juni erreichte.

Nach einer halben Handelsstunde war der Dow etwas vom Tageshoch von 31.644 Punkten zurückgekommen, er legte aber noch um 0,61 Prozent auf 31.479 Punkte zu. Bereits vor dem Wochenende hatte er dank robuster Konjunkturdaten eine fünftägige Verlustserie beendet und sein Wochenminus fast noch wettgemacht. Der marktbreite S&P 500 zog zuletzt um 0,78 Prozent auf 3893 Zähler an und der technologielastige Nasdaq 100 kam auf ein Plus von 1,17 Prozent auf 12.123 Punkte.

Laut einem Marktexperten gab es zuletzt erleichternde Signale durch gewisse Inflationsaspekte und Wirtschaftsdaten, die angesichts der Zins- und Rezessionsängste beruhigend wirkten. Dieses vorerst wieder bessere Marktumfeld halte nun mit positiven Unternehmenszahlen an, hieß es.

Asien: Gewinne zum Wochenstart

Die wichtigsten Aktienmärkte Asiens sind mit Gewinnen in die Woche gestartet. Rückenwind kommt von der Wall Street, wo am Freitag unerwartet robuste US-Einzelhandelsumsätze und niedrigere mittelfristige Inflationserwartungen bessere Stimmung gesorgt hatten. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen des chinesischen Festlands stieg zuletzt um gut ein Prozent und der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong gewann mehr als zweieinhalb Prozent. Auch an den Börsen in Südkorea und Australien ging es nach oben. In Japan blieb die Börse wegen eines Feiertages geschlossen.

Bitcoin steigt über Marke von 22.000 US-Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin setzte ihre Erholung auch in der neuen Woche fort und kletterte zuletzt um rund 4 Prozent über die Marke von 22.000 US-Dollar. Binnen einer Woche hat Bitcoin damit um mehr als 12 Prozent zugelegt. Auch die Kryptowährung Ethereum legte am Montag deutlich zu. Die Kryptowährung ist allerdings seit Jahresbeginn unter Druck. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Stimmung am Ölmarkt bleibt angespannt

Die Ölpreise sind am Montag im frühen Handel gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  101,80 US-Dollar. Das waren 64 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg um 31 Cent auf 97,9 Dollar.

Die Stimmung am Ölmarkt bleibt trotz der leichten Preisaufschläge angeschlagen. In den vergangenen Wochen sind die Erdölpreise überwiegend gefallen. Auslöser sind Befürchtungen, dass die globale Wirtschaft in eine Rezession abgleiten könnte. Dies würde auch die Nachfrage nach Rohöl, Benzin und Diesel bremsen.

Die Ölpreise sind dennoch weiter auf hohem Niveau. Verglichen mit dem Jahresanfang liegen die Preise etwa 35 Prozent höher. Hauptgrund ist der Krieg Russlands gegen die Ukraine und Sanktionen gegen Russland seitens vornehmlich westlicher Länder. Das Angebot russischen Erdöls ist infolgedessen vor allem in der westlichen Hemisphäre stark gefallen.

Mit Nachrichtenagenturen
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