Börse Omikron-Sorge verfliegt - Dax und Dow Jones im Plus

Die Sorgen um die Omikron-Variante des Coronavirus sowie um die Inflationswarnungen von Fed-Chef Powell scheinen an der Börse bereits zu verfliegen: Diesseits und jenseits des Atlantiks legen die Aktienkurse am Mittwoch kräftig zu.
Comeback-Versuch: An der Wall Street geht es mit den Kursen am Mittwoch wieder aufwärts

Comeback-Versuch: An der Wall Street geht es mit den Kursen am Mittwoch wieder aufwärts

Foto: Courtney Crow / dpa

Zum Auftakt des neuen Börsenmonats kehren Anleger in Scharen an die europäischen und US-amerikansichen Aktienmärkte zurück. "Anleger nutzen die jüngsten Kursrücksetzer für Käufe, da die neue Coronavirus-Variante wohl nicht so verheerend sein wird wie zunächst gedacht", sagte Analyst David Madden vom Brokerhaus Equiti Capital. Besonders deutlich lasse sich dies an den Kursbewegungen der Fluggesellschaften ablesen: Der Index für die europäischen Reise- und Tourismuswerte, der zuvor fast 12 Prozent eingebüßt hatte, gewann gut 3 Prozent.

Dax

Dax und EuroStoxx50 legten am Mittwoch jeweils etwa 2,5 Prozent auf 15.472,7 beziehungsweise 4177,8 Punkte zu, nachdem sie in den vorangegangenen Tagen insgesamt mehr als 5 Prozent abgerutscht waren. Neben den Sorgen um die Impfstoff-Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante waren auch Aussagen des Fed-Chefs Jerome Powell als Belastung hinzugekommen, wonach die Wertpapierkäufe der US-Notenbank schneller zurückgeführt werden könnten. Dieser Cocktail belastete die Kurse.

Nasdaq

An der Wall Street legte der US-Standardwerteindex Dow Jones 1,3 Prozent zu. Er hatte zuvor fast 4 Prozent nachgegeben. "Wir gehen davon aus, dass sich die Aufmerksamkeit der Anleger peu a peu weg von der Omikron-Variante und hin zum Wirtschaftswachstum sowie steigenden Gewinnen verlagern wird", prognostizierte Mark Haefele, Chef-Anleger der Vermögensverwaltung der Schweizer Bank UBS.

Öl und Kupfer im Aufwind - Gold ebenfalls teurer

Auch an den Rohstoffmärkten schwanden die Sorgen vor einem Rückschlag für die Konjunktur. Das Industriemetall Kupfer verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 9475 Dollar je Tonne. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee legte zu den Beratungen der großen Exportländer über ihre Förderpolitik sogar 3,3 Prozent auf 71,50 Dollar je Barrel (159 Liter) zu. Dies verhalf dem Index für die europäische Öl- und Gasbranche zu einem Kursplus von 2,2 Prozent.

Es spreche einiges dafür, dass die "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, ihre monatliche Ausweitung der Produktion um 400.000 Barrel pro Tag pausieren werde, sagte Analyst Stephen Brennock vom Brokerhaus PVM Oil Associates. Dies passe zu ihrer zurückhaltenden Politik der vergangenen Monate.

Brent

Die "Antikrisen-Währung" Gold blieb ebenfalls gefragt und gewann 0,7 Prozent auf 1786 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Komplett verschwunden sei die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Omikron-Variante des Coronavirus nicht, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades.

In Deutschland gehörte Volkswagen mit einem Kursplus von 3,8 Prozent zu den Favoriten. Der Autobauer werde in den kommenden Jahren bis zu 30 Milliarden Euro in den Bau von Batteriefabriken und die Sicherung der Rohstoffmengen dafür stecken, sagte Technik-Vorstand Thomas Schmall in einem Interview im Rahmen der Konferenz Reuters Next.

Alle Indizes, Fonds und Aktien auf einen Blick:
Hier geht es zu unserer Börsenseite 

Bei den Einzelwerten punktete auch der von hohen Schulden belastete Immobilieninvestor Adler Group mit dem Verkauf eines großen Wohnungspakets an den Konkurrenten LEG Immobilien bei den Anlegern. Die Düsseldorfer übernehmen von Adler rund 15.400 Wohnungen. Der Mittelzufluss dürfte sich leicht positiv auswirken, sagte ein Aktienhändler. Der Adler-Kurs zog um bis zu 24,3 Prozent an. Seit Jahresbeginn haben die Titel allerdings rund 70 Prozent eingebüßt.

Cannabis-Aktie Synbiotic erhöht Umsatzprognose

Synbiotic erhöhte die Umsatzprognose für 2021, worauf die Papiere des Cannabis-Unternehmens auf Tradegate mit plus 4,3 Prozent zum Xetra-Schluss reagierten. Im Januar war Synbiotic mit 20 Euro an der Börse gestartet. In den vergangenen Tagen war der Kurs nach oben geschossen bis auf fast 42 Euro. Am Mittwoch könnten sie ein weiteres Rekordhoch erreichen. Treiber sind die Pläne der designierten Ampel-Regierung für eine kontrollierte Abgabe von Cannabis.

Abwärts ging es dagegen für Salesforce. Der SAP-Rivale hob zwar seine Gesamtjahresziele an. Dieser bleibe aber hinter den Markterwartungen zurück, schrieb Analyst Brent Thill von der Investmentbank Jefferies. Die Probleme bei der Tochter MuleSoft würden aber sicher schnell gelöst. Salesforce-Titel rutschten an der Wall Street um fast sechs Prozent ab.

Bitcoin kaum verändert

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin notierte am Mittwoch kaum verändert bei 57.000 US-Dollar.

Bitcoin

Mit Nachrichtenagenturen