Börse Dax schließt klar im Plus

Der Dax setzt seine Erholung fort und nimmt die Marke von 15.500 Zählern in den Blick. Auch die Börsen in den USA setzen ihre Erholung fort. Die Aktien von Porsche und VW haussieren.
Börse in Frankfurt: Der Dax hat sich leicht erholt

Börse in Frankfurt: Der Dax hat sich leicht erholt

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

Mit deutlichem Zuwachs hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch seinen jüngsten Erholungskurs fortgesetzt. Zeitweise kletterte der Dax über 15.500 Punkte. Aus dem Tag ging der Leitindex dann mit einem Plus von 1,57 Prozent auf 15.482 Punkte. Mit diesem Aufschlag schloss auch der MDax der mittelgroßen Werte beim Stand von 33.780 Punkten.

Vor den US-Inflationsdaten am Donnerstag hätten sich die ersten mutigen Anleger wieder aus der Deckung gewagt und setzten auf eine positive Überraschung bei den Daten, erläuterte Analyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets. "Derzeit scheint ein zu hohes Tempo bei der Zinswende in die Aktienkurse eingepreist, sodass im Umkehrschluss viel Potenzial für eine Erholung am Aktienmarkt besteht."

Anleger gehen fest davon aus, dass die US-Notenbank im März den Leitzins anheben wird und weitere Erhöhungen im Lauf des Jahres folgen werden. Auch gibt es inzwischen Stimmen, die eine Zinsanhebung der Europäischen Zentralbank (EZB) in diesem Jahr nicht mehr ausschließen. Hintergrund dafür ist in beiden Wirtschaftsräumen die hohe Inflation.

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Autobauer gefragt – Spekulationen über Porsche-Börsengang gehen weiter

In einem insgesamt steigenden Autosektor geben Porsche und Volkswagen besonders Gas. Händler verweisen auf die seit längerem kursierenden Gedankenspiele rund um einen möglichen Börsengang des Sportwagenbauers Porsche . Hinweise, ob es dazu kommt, werden im März erwartet. Die Titel der Beteiligungsholding Porsche SE spurten mit einem Kursplus von 7,3 Prozent auf 84,12 Euro an die Dax-Spitze, dicht gefolgt von VW mit sechs Prozent. Seit Anfang Dezember haben die Papiere von Porsche SE rund zwölf Prozent zugelegt.

Siemens Energy und Qiagen im Plus

Die endgültigen Quartalszahlen von Siemens Energy kamen an der Börse mit einem Kursanstieg von 1,9 Prozent relativ gut an. Für die Aktien von Qiagen ging es nach der Vorlage der Jahreszahlen um 4,2 Prozent nach oben. Beim Werbevermarkter Ströer könnte ein Großaktionär bald für Unruhe sorgen. Die als aktivistischer Investor bekannte US-Gesellschaft Valueact hat ihren Anteil an dem Unternehmen auf 11,4 Prozent fast verdoppelt. Positive Impulse lieferten Aussagen des Managements, wonach die Zahlen zum abgelaufenen Jahr am oberen Ende der Ausblicksspanne lägen. Die Ströer-Papiere rückten zuletzt um 5,0 Prozent vor und waren damit Top-Wert im MDax.

Die Titel von Dic Asset gewannen nach starken Jahreszahlen des Gewerbeimmobilien-Spezialisten 4,7 Prozent. Der operative Gewinn (FFO) stieg 2021 um 11 Prozent und soll im laufenden Jahr ähnlich klar zulegen.

Die Aktien von Jenoptik reagierten mit einem Kursplus von 3,2 Prozent auf die Jahreszahlen des Technologiekonzerns. Wegen einer Übernahme und des Booms in der Chipbranche hat Jenoptik 2021 deutlich mehr umgesetzt und verdient.

Heidelberger Druck steigt zweistellig

Die Papiere von Heidelberger Druck setzten sich nach Quartalszahlen mit einem Plus von 12,8 Prozent klar an die Spitze des SDax der kleineren Börsentitel. Der Hersteller von Druckmaschinen habe im dritten Geschäftsquartal auf breiter Basis die Erwartungen übertroffen, schrieb Analyst Daniel Gleim vom Investmenthaus Stifel. Die gestiegene Bewertung der Aktien sei gerechtfertigt.

Kursgewinne in Asien

Mit Rückenwind der Wall Street haben die asiatischen Börsen am Mittwoch zugelegt. In Tokio kletterte der Nikkei-Index um 1,1 Prozent auf 27.579 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,9 Prozent. Die Börse in Shanghai lag 0,8 Prozent im Plus. Es sehe so aus, als ob die Anleger die Unsicherheit in Bezug auf eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed etwas zur Seite geschoben hätten, sagte Stratege Masahiro Ichikawa von Sumitomo Mitsui DS Asset Management. Analysten zufolge dürfte der am Donnerstag anstehende US-Verbraucherpreisindex die Erwartung festigen, dass die Fed im kommenden Monat die Zinssätze anheben wird.

"Das übergreifende Thema für den Markt ist die Geldpolitik der Zentralbanken", sagte Manishi Raychaudhuri, Aktienstratege für den asiatisch-pazifischen Raum bei BNP Paribas. "Ich denke, die Volatilität wird anhalten und möglicherweise zunehmen ... Aber langfristig gesehen sehen die Unternehmensbilanzen, insbesondere in den asiatischen Schwellenländern, viel besser aus als früher." In die Depots wanderten dementsprechend vor allem Unternehmen, die mit starken Gewinnen überzeugten. Dazu gehörte am Mittwoch der Schwermaschinenhersteller IHI, dessen Aktien um rund zehn Prozent anzogen. Das Unternehmen hatte seine jährliche Betriebsgewinnprognose verdreifacht. Auch der Autohersteller Nissan Motor erfreute die Investoren mit angehobenen Gewinnaussichten. Die Papiere stiegen um 5,7 Prozent. Bei Toyota wurde der Ausblick aufgrund des weltweiten Halbleitermangels zwar gesenkt. Der Gewinn überzeugte aber auf ganzer Linie, urteilten die Analysten der Raiffeisen Research. Die Aktien legten um 0,9 Prozent zu.

Bitcoin notiert knapp über 44.000 US-Dollar

Die Kryptowährung Bitcoin hat ihre jüngste Kursrallye unterbrochen. Zuletzt notierte Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp  bei 44.100 US-Dollar. Seit ihrem Tief Ende Januar bei 33.000 US-Dollar hat Bitcoin bereits wieder stark an Wert gewonnen. Händler wiesen darauf hin, dass Bitcoin mit dem jüngsten Anstieg wieder die charttechnisch bedeutsame 50-Tage-Linie überschritten hat. Dies könnte für Anschlusskäufe sorgen.

Bitcoin

US-Börsen setzen Erholung fort

Der US-Aktienmarkt hat am Mittwoch seine Erholung zunächst fortgesetzt. Die Börsenstimmung ist derzeit wieder etwas besser. Auch wenn die Zinswende weiter ein Hauptthema ist, stehen am Anleihemarkt die Kurse aktuell nicht mehr ganz so stark unter Druck, die Rendite auf zehnjährige Staatspapiere kam wieder etwas zurück. Das sorgt im Aktienhandel nun erst einmal für weitere Entspannung.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial legte im frühen Handel um 0,6 Prozent auf 35.700 Punkte zu. Der von Technologiewerten geprägte Nasdaq 100 setzte mit plus 1,3 Prozent auf 14.937 Punkte seine kräftige Erholung fort. Die am Vorabend nach Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen des Fahrdienstvermittlers Lyft kamen nicht gut an. Die Anteile verloren vorbörslich 3,4 Prozent. Lyft meldete zum Schlussquartal weniger Fahrer als von Analysten erwartet. Die Omikron-Well dämpfte. Am Mittwoch nach Börsenschluss gewährt der Lyft-Konkurrent Uber Einblicke in die Bücher.

Solar-Aktien waren vorbörslich gefragt. Das lag zuvorderst an besser als erwartet ausgefallenen Vierteljahreszahlen von Enphase Energy. Enphase plant außerdem seine erste Fabrik in Europa, um hier die Nachfrage besser bedienen zu können. Die Titel sprangen im vorbörslichen Handel um mehr als 22 Prozent in die Höhe. Andere Solarwerte wie First Solar , Sunnova Energy oder Sunpower legten im Sog der Enphase-Kursgewinne ebenfalls deutlich zu - mit teils mehr als sieben Prozent.

Ende des Kursrutsches bei Meta?

Meta versuchen nach ihrem fast 32-prozentigen Kursrutsch in nur vier Handelstagen eine Stabilisierung mit vorbörslich plus 1,7 Prozent. Anders als der Technologiesektor insgesamt war es zuletzt noch etwas weiter bergab gegangen für Meta. Der Börsenwert liegt derzeit nur noch bei knapp 600 Milliarden Dollar. Der Facebook-Konzern hatte in der vergangenen Woche mit Quartalszahlen und Ausblick ernüchtert und die Anleger auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Nasdaq

Ölpreise weiterhin auf hohem Niveau

Aus dem Rohölmarkt zogen sich Investoren dagegen zurück. Die US-Ölsorte WTI verbilligte sich um zwei Prozent auf 89,58 Dollar je Barrel (159 Liter). Abwärts ging es auch für den Ölpreis. "Die Wiederaufnahme der indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran könnte zu einer erneuten Öffnung der internationalen Märkte für iranisches Öl führen", prognostizierte ActivTrades-Experte Evangelista. Generell befinden sich die Ölpreise bereits seit Anfang Dezember im Aufwind. Der Markt ist derzeit von einer robusten Nachfrage und einem knappen Angebot gekennzeichnet. Zuletzt hatten die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland die Preise mit einem Risikoaufschlag versehen.

Brent

Sorgen machen sich Ölhändler vor allem über die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland, weshalb die Rohölpreise zurzeit mit einem Risikoaufschlag für den Fall einer Eskalation versehen sind.

mit Nachrichtenagenturen