Börse Fast 10 Prozent im Plus - Dax mit starker Oktoberbilanz

Der Dax hat sich am Montag kaum von der Stelle bewegt, konnte so aber eine starke Bilanz für den Oktober ins Ziel retten. Im Blick standen die Papiere von Fresenius und der Konzerntochter FMC.
Stürmische Zeiten: Blick auf die Börsenstadt Frankfurt am Main

Stürmische Zeiten: Blick auf die Börsenstadt Frankfurt am Main

Foto: Arne Dedert/ dpa

Der Dax  hat einen starken Monat mit geringfügigen Gewinnen beendet. Der deutsche Leitindex schloss am Montag 0,08 Prozent höher bei 13 253,74 Punkten. Für den abgelaufenen Monat ergibt sich ein Plus von 9,41 Prozent und damit einer der besten Oktober-Bilanzen in der Geschichte des Börsenbarometers. Zuletzt hatte die Hoffnung auf einen sich abschwächenden Inflationsdruck die Anleger zuversichtlicher in die Zukunft blicken lassen. Der MDax  stieg um 0,11 Prozent auf 23.678 Punkte. Für den EuroStoxx 50  ging es um 0,13 Prozent auf 3618 Zähler hoch.

Nach dem starken Kursanstieg im Oktober kämpfe der Dax jetzt mit einer massiven Widerstandszone und nicht zuletzt mit dem Abwärtstrend seit Jahresbeginn, schrieb der Marktbeobachter Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. Als entscheidend betrachtet er die Marke von 13 300 Punkten, die dem Dax jetzt unmittelbar bevorstehe. Diese werde darüber entscheiden, ob vielleicht eine Jahresendrally eingeläutet werde oder ob es bei einem "Bärenmarkt" mit pessimistischen Zukunftserwartungen bleibe.

Fresenius-Aktie trotzt Prognosesenkung

Hierzulande waren die Aktien von Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC) anders als befürchtet eine Stütze für den Dax, obwohl der Medizinkonzern und seine Dialyse-Tochter wegen des derzeit schwierigen Konjunkturumfelds erneut die Geschäftsprognosen gesenkt hatten. Es wurde aber schnell klar, dass dies in den Kursen längst eingepreist war. Unter Händlern hieß es, einige Anleger witterten eine Einstiegschance. Gut kamen auch die Eckdaten der beiden Unternehmen zum dritten Quartal an.

Die Titel von Fresenius erholten sich im Dax um 5,1 Prozent. Dies wurde aber noch etwas getoppt von der Dialyse-Tochter, die derzeit als Hauptbelastung für den Medizinkonzern gilt. Die FMC-Aktien zogen an der Index-Spitze um 6,6 Prozent an, nachdem ihr Kurs am vergangenen Freitag wegen ebenfalls gesenkter Prognosen des US-Konkurrenten Davita um fast 9 Prozent abgesackt war.

Die im SDax gelisteten Papieren von Shop Apotheke reagierten letztlich positiv auf endgültige Quartalszahlen. Unter Schwankungen ging es hier am Ende um rund ein Prozent nach oben. Analyst Otto Sieber von der britischen Investmentbank Barclays lobte, dass die Online-Apotheke in einem schwierigen Konjunkturumfeld deutlich wachse.

Am Index-Ende litten die Anteilscheine des Gewerbeimmobilien-Spezialisten Dic Asset unter einem skeptischen Analysenkommentar und rutschen um fast 6 Prozent ab. Der Experte Andre Remke von der Baader Bank schrieb, der schwache Markt für Transaktionen überschatte Profitabilität und Schuldenabbaupläne.

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US-Börsen geben nach

Zu Beginn der Woche mit der US-Zinsentscheidung haben die US-Börsen ihrer jüngsten Rallye Tribut gezollt. Der Dow Jones Industrial gab zunächst um 0,34 Prozent auf 32.751 Punkte nach. Mit einem Zuwachs von derzeit 14 Prozent steht der US-Leitindex aber vor einer außergewöhnlich starken Bilanz für den Monat Oktober. Der marktbreite S&P 500 sank um 0,69 Prozent auf 3874 Punkte. Der Nasdaq 100 verlor 1,48 Prozent auf 11.376 Zähler.

Im Fokus steht in dieser Woche die US-Notenbank Fed mit ihrem Zinsentscheid am Mittwoch. Am Freitag sollte dann der Arbeitsmarktbericht für Oktober für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen.

Nikkei auf Sechs-Wochen-Hoch

Die Freitagsrally an der Wall Street und Schnäppchenjäger in China treiben Asiens Börsen zum Wochenauftakt an. Der japanische Aktienindex Nikkei schloss am Montag 1,8 Prozent im Plus auf einem Sechs-Wochen-Hoch von 27.587 Punkten. Die starken US-Konjunkturdaten vom Freitag trieben vor allem Technologiewerte an. Die chinesischen Börsen gaben zum Wochenstart dagegen erneut nach. Nicht zuletzt war dies schwachen Daten aus der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft geschuldet.

Bitcoin weitgehend stabil

Der Bitcoin hält sich weiterhin über der Marke von 20.000 US-Dollar. Zuletzt notierte die weltweit bekannteste Digitalwährung auf der Handelsplattform Bitstamp  bei 20.300 US-Dollar. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise geben deutlich nach

Die Ölpreise sind am Montag nach schwachen Konjunkturdaten aus China gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  kostete am Morgen 94,80 US-Dollar. Das waren 97 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 81 Cent auf 87,09 Dollar.

Marktbeobachter erklärten die fallenden Preise am Ölmarkt mit enttäuschenden Konjunkturdaten aus China. Am Morgen war bekannt geworden, dass sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der chinesischen Industrie und im Bereich Dienstleistungen im Oktober eingetrübt hat. Die Stimmungsdaten sind schwächer ausgefallen, als am Markt erwartet worden war.

Mit Nachrichtenagenturen
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