Börse Dax stabil vor der Osterpause

Der Dax bleibt vor Osterpause im Plus. VW-Aktien gaben trotz hoher Konzerngewinne nach. Im US-Handel schossen die Aktien von Twitter nach einem Übernahmeangebot in die Höhe.
Deutsche Börse in Frankfurt am Main: Erholung zum Ende der verkürzten Handelswoche

Deutsche Börse in Frankfurt am Main: Erholung zum Ende der verkürzten Handelswoche

Foto: Frank Rumpenhorst/ DPA

Zum Ende einer verkürzten Handelswoche hat sich der Dax am Gründonnerstag mit leichten Gewinnen in die Osterpause verabschiedet. Der deutsche Leitindex stieg um 0,62 Prozent auf 14.164 Punkte. Damit konnte er einen Wochenverlust von zeitweise fast drei Prozent auf unter ein Prozent eindämmen. Der MDax kletterte um 0,87 Prozent auf 30.669 Punkte.

"Eine Osterüberraschung seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) blieb aus", schrieb Analyst Christian Reicherter von der DZ Bank. Die Notenbanker blieben bei ihrer abwartenden Haltung, während in den USA die Zinswende längst läuft.

Kursgewinne gab es auch bei anderen wichtigen europäischen Indizes: Der EuroStoxx 50 stieg um 0,6 Prozent auf knapp 3849 Punkte. Der Cac 40 in Paris legte um 0,7 Prozent zu und der FTSE 100 gewann 0,5 Prozent.

Dax

Airbus und MTU beste Werte

Europaweit deutlich erholt zeigten sich vor allem Aktien aus dem Bereich Tourismus und Freizeit. Im Dax gehörten Papiere von Airbus und des Triebwerkherstellers MTU zu den besten Werten. Im MDax waren die Anteilscheine des Autovermieters Sixt, des Flughafenbetreibers Fraport und der Lufthansa besonders gefragt. Fluggesellschaften profitierten von positiven Signalen des Billigfliegers Wizz Air für das erste Quartal.

Erneut deutlich abwärts ging es im Dax indes für die Papiere von Delivery Hero, bei denen die Anleger 2022 inzwischen einen Verlust von 63 Prozent hinnehmen müssen. Analyst Adrien de Saint Hilaire von der Bank of America (BofA) äußerte sich skeptisch zu Essenslieferanten. Er begründete dies mit einer immer trüberen Verbraucherstimmung und angespannten Bilanzen. Gerade bei Delivery Hero signalisierte er weiteres Rückschlagrisiko.

Volkswagen stand nach den Eckzahlen zum ersten Quartal mit einem Minus von 1,7 Prozent als zweitschwächster Wert ebenfalls unter Druck. Auch VW-Aktien gaben trotz hoher Konzerngewinne nach. Im ersten Quartal halfen den Wolfsburgern Sondereffekte aus Rohstoffsicherungsgeschäften. Problematisch bleibt nach wie vor der Verkauf von Fahrzeugen, der wegen fehlender Halbleiter stockt. Zudem betonte das Management die Unsicherheiten rund um den Krieg in der Ukraine.

Bei Auto1 aus dem SDax zeichnet sich dagegen nach langer Durststrecke für die Anleger Besserung ab. Die Papiere des Online-Autohändlers versuchen mit zweistelligem Kursgewinn eine Bodenbildung, nachdem sie sich im Jahresverlauf zwischenzeitlich mehr als halbiert hatten.

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US-Aktienmärkte ohne klare Richtung, Twitter und Finanzwerte im Fokus

Die wichtigsten Indizes an der Wall Street stiegen am Donnerstag bei der Eröffnung leicht an, nachdem eine Reihe von Banken am letzten Tag einer urlaubsbedingt verkürzten Woche gemischte Ergebnisse vorgelegt hatten, während die Aktien von Twitter nach dem Übernahmeangebot des Milliardärs Elon Musk sprunghaft anstiegen. Leitindex Dow Jones Industrial notierte zuletzt 0,74 Prozent im Plus bei 34.819,37 Punkten, der S&P 500 stieg um 0,06 Prozent. Der technologielastige Nasdaq 100 startete mit einem Minus von 0,05 Prozent bei 14.209,61 Punkten.

Im Anlegerfokus steht neben den Quartalsberichten einiger US-Finanzinstitute eine Übernahmeofferte für Twitter durch Elon Musk. Der Tesla-Chef bietet 54,20 Dollar in bar je Twitter-Aktie. Das seien 54 Prozent mehr als die Papiere am 28. Januar gekostet haben – dem Tag bevor Musk begonnen hatte, in Twitter zu investieren. Erst vor wenigen Tagen hatte Musk auf einen Verwaltungsrats-Posten bei Twitter verzichtet. Die Anteilsscheine des Kurznachrichtendienstes schnellten im vorbörslichen US-Handel zunächst um mehr als 3,5 Prozent hoch und rückte lediglich auf rund 48 Dollar vor. Tesla-Aktien standen vorbörslich mit Verlusten von 1 Prozent hingegen unter Druck.

Nasdaq

Die US-Investmentbank Goldman Sachs konnte ihren Rekordgewinn von Anfang 2021 zum Start des neuen Jahres bei Weitem nicht wiederholen. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre im ersten Quartal ein Überschuss von 3,8 Milliarden US-Dollar und damit 43 Prozent weniger als im Vorjahr. Allerdings schnitt das Finanzinstitut damit immer noch besser ab, als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Die Goldman-Papiere legten vorbörslich um 1,2 Prozent zu.

Die US-Investmentbank Morgan Stanley verdiente zu Jahresbeginn deutlich weniger. Im ersten Quartal sank der Gewinn gegenüber dem Vorjahreswert um rund 11 Prozent. Die gesamten Erträge fielen um 6 Prozent. Trotz der starken Rückgänge übertrafen die Ergebnisse die Prognosen der Analysten. Vor allem das Handelsgeschäft mit Wertpapieren entwickelte sich besser als an der Wall Street angenommen. Die Aktie reagierte vorbörslich mit einem Plus von 0,9 Prozent.

Die US-Bank Wells Fargo startete wegen rückläufiger Einnahmen etwa im Anleihehandel mit einem deutlichen Gewinnrückgang ins Jahr. Im ersten Quartal verdiente das Geldhaus knapp 3,7 Milliarden US-Dollar (3,4 Mrd Euro) und damit fast eine Milliarde weniger als ein Jahr zuvor. Bankchef Charlie Scharf rechnet absehbar wieder mit mehr faulen Krediten. Für die Aktien ging es im vorbörslichen US-Handel um 4,0 Prozent abwärts.

Der Finanzkonzern Citigroup ist ebenfalls mit deutlich weniger Gewinn ins Geschäftsjahr gestartet. Im ersten Quartal fiel der Überschuss im Jahresvergleich um rund 46 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar (4,0 Mrd Euro). Dabei gingen die gesamten Erlöse lediglich um 2 Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar zurück. Insgesamt übertrafen die Quartalszahlen die Erwartungen. Besonders das Handelsgeschäft mit Wertpapieren zeigte sich während des Börsenabschwungs relativ stabil. Die Aktie gewann vorbörslich 1,9 Prozent.

Asiatische Börsen legen ebenfalls zu

Die asiatischen Börsen sind am Donnerstag im Gleichschritt mit der Wall Street gestiegen. Die Renditen der US-Staatsanleihen stabilisierten sich, der Dollar ging zurück und die jüngsten US-Daten weckten offenbar auch die Hoffnungen der Anleger in Asien.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index  lag im Verlauf 1,3 Prozent höher bei 27.183 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,8 Prozent und lag bei 1906 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,6 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,6 Prozent.

Bitcoin erholt sich wieder

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin erholt sich wieder von ihrem jüngsten Kursrutsch. Auf der Handelsplattform Bitstamp  notierte die Cyberdevise zuletzt bei 40.008 US-Dollar. Anfang der Woche rutschte der Bitcoin unter die Marke von 40.000 US-Dollar. Im November vergangenen Jahres erreichte die Kryptowährung noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise geben wieder nach

Die Ölpreise haben am Donnerstag anfängliche Verluste ausgeweitet. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 107,37 US-Dollar. Das waren 1,37 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,21 Dollar auf 103,04 Dollar.

An den beiden Vortagen hatten die Ölpreise noch deutlich zugelegt. Sie waren jeweils wieder über 100 Dollar je Barrel gestiegen. Am Donnerstag setzt eine Gegenbewegung ein. Die Sorge vor einer Angebotsknappheit am Ölmarkt ist zuletzt gesunken. So hatte die Internationale Energieagentur (IEA) am Vortag ihre Nachfrageprognose auch wegen der harten chinesischen Corona-Maßnahmen gesenkt. Sie geht nicht mehr von einer Unterversorgung mit Rohöl aus.

Brent

Die Entspannung erfolgt laut Commerzbank-Experte Carsten Fritsch, obwohl das Ölkartell Opec+ weiter deutlich hinter der angekündigten Angebotsausweitung zurückbleibe. Neben Angola und Nigeria sei auch Russland dafür verantwortlich. Der Trend einer rückläufigen russischen Ölproduktion dürfte sich laut Fritsch in den kommenden Monaten fortsetzen.

Allerdings spricht einiges für ein steigendes Öl-Angebot. So sind die US-Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche überraschend deutlich gestiegen. Zudem haben die Mitgliedsstaaten der IEA nationale Ölreserven freigegeben, um die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs abzumildern.

Mit Nachrichtenagenturen