Gewinne an der Börse Dax nähert sich Rekordhoch

Der Dax nähert sich seinem Rekordhoch. Siemens und Merck legen nach Zahlen deutlich zu. Dagegen geraten Bayer und Adidas unter Druck. Auch Bitcoin notiert im Minus.
Deutsche Börse in Frankfurt: Der Dax notiert nahe Rekordhoch - wie lange bleibt der Bulle noch obenauf?

Deutsche Börse in Frankfurt: Der Dax notiert nahe Rekordhoch - wie lange bleibt der Bulle noch obenauf?

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Auf dem Höhepunkt der Quartalsberichtssaison der Unternehmen hat der Dax am Donnerstag weiter zugelegt. Der deutsche Leitindex notierte zuletzt 0,5 Prozent im Plus bei 15.744 Zählern. Der Weg zum bisherigen Rekord von 15.810 Punkten ist damit nicht mehr weit. An der Wall Street legten die US-Börsen im frühen Handel zu. In Fernost verzeichneten die Börsen ebenfalls überwiegend solide Entwicklungen. Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Merck und von Siemens mit einem Plus von 5 bzw. 3 Prozent, während das Papier von Bayer um rund 5 Prozent abstürzte.

Dax

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Siemens mit Gewinnsprung, Aktie haussiert

Zahlreiche Geschäftszahlen wie etwa von Siemens, Adidas , Merck KGaA, Continental und Bayer sowie die finalen Resultate der Deutschen Post dürften zur Richtungsfindung des Dax beitragen. Der Technologiekonzern Siemens erhöhte nach einem starken Gewinnsprung im dritten Geschäftsquartal erneut die Ziele für das Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende September). Es ist bereits die dritte Anhebung in diesem Jahr. Die Umsätze nahmen im abgelaufenen Jahresviertel um rund ein Viertel zu. Das Ergebnis nach Steuern wurde mit 1,5 Milliarden Euro fast verdreifacht. Der Auftragseingang kletterte um 47 Prozent. Im frühen Geschäft stiegen die Siemens-Aktien um 0,8 Prozent.

Adidas erhöht Ziele, Aktie fällt

Der Sportartikelhersteller Adidas erhöhte nach guten Zahlen seine Jahresziele. Im zweiten Quartal erzielte Adidas im Vergleich zum pandemiebedingt schwachen Vorjahr ein Umsatzplus von mehr als 50 Prozent. Alle Regionen konnten dabei zulegen - mit Ausnahme von China. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft betrug 387 Millionen Euro, nach einem Verlust von 243 Millionen Euro im Vorjahr. Analysten hatten mit weniger gerechnet. Nach der jüngsten Kursrally von Adidas nahmen Anleger nun nach dem Motto "sell on good news" Gewinne mit - die Papiere fielen um fast vier Prozent.

Bayer kauft zu, Aktie stürzt

Mit dem Zukauf des auf die Analyse krankmachender Proteine spezialisierten US-Unternehmens Vividion will Bayer seine Pharmaforschung vorantreiben. Bis zu zwei Milliarden US-Dollar wird sich der Pharma- und Agrarchemiekonzern die Übernahme laut einer Mitteilung vom Donnerstag kosten lassen. Zudem präsentierte der Konzern seine Halbjahreszahlen. Die Aktie von Bayer gab zuletzt um knapp 5 Prozent nach, fiel deutlich unter die Marke von 50 Euro und notiert damit auf dem tiefsten Niveau seit 9 Monaten.

Merck erhöht Jahresziele

Der Darmstädter Merck-Konzern hat erneut ein starkes Quartal hinter sich. Insbesondere die Laborsparte brummt in der Pandemie, da sie viele Impfstoffforscher beliefert. Im zweiten Jahresviertel hatte der Dax-Konzern auch in seiner Pharmasparte einen sehr guten Lauf und der Halbleiterbereich zog klar an. Das Management um die neeue Konzernchefin Belen Garijo erhöhte daher abermals die Jahresziele. Zuletzt gewannen die Merck-Titel 5,7 Prozent und kletterten auf ein Rekordhoch.

Wall Street startet mit Gewinnen

An den US-Börsen ging es am Donnerstag zunächst weiter bergauf. Der Leitindex Dow Jones legte 0,2 Prozent auf 34 869 Punkte zu. Der technologielastige Nasdaq 100 legte ebenfalls leicht zu und hielt sich oberhalb der Marke von 15.000 Zählern.

Einen Tag vor dem mit Spannung erwarteten, monatlichen US-Arbeitsmarktbericht überwog bei den Anlegern offenbar die Zuversicht. Zudem äußerte sich Goldman Sachs optimistisch zu den Aussichten des weltweit wichtigsten Aktienmarktes. Die Marktstrategen der US-Investmentbank hoben ihr inzwischen übertroffenes Jahresendziel für den marktbreiten S&P 500 von 4300 auf 4700 Punkte an.

Uber unter Druck

Uber-Aktien verloren rund vier Prozent, nachdem der Fahrdienstvermittler im zweiten Quartal zwar eine Umsatzverdoppelung erreicht, aber mit dem bereinigten operativen Verlust von über einer halben Milliarde US-Dollar enttäuscht hatte. Die Anteilseigner des Krankenversicherers Cigna mussten ein Kursminus von fast viereinhalb Prozent verkraften. Hier überwog die erwartete Beeinträchtigung des Jahresergebnisses durch die Corona-Pandemie den überraschend guten Quartalsgewinn.

Die Papiere der Corona-Impfstoffhersteller Biontech und Moderna zollten ihrer Rekordrally mit Verlusten von jeweils rund vier Prozent etwas Tribut. Ähnlich sah es beim erst vor einer Woche an die Börse gegangenen Wertpapierbroker Robinhood aus: Nach einer Kursverdoppelung binnen vier Handelstagen sackten sie nun um siebeneinhalb Prozent ab. Robinhood ist als so genannte Meme-Aktie extrem volatil.

Bitcoin gibt nach

Der Kurs der Digitalwährung Bitcoin war am Mittwoch nach teils kritischen Äußerungen der US-Börsenaufsicht SEC ein wenig gefallen, legte dann in der Nacht zum Donnerstag aber wieder zu. Auf der Handelsplattform Bitstamp notierte die Digitalwährung zuletzt bei rund 38.000 US-Dollar die runde Marke von 40.000 US-Dollar bleibt damit in Reichweite.

Bitcoin

Zuletzt sind Aussagen der amerikanischen Börsenaufsicht Securities Exchange Commission (SEC) in den Fokus der Anleger von Digitalwährungen gerückt. Der neue Chef der Börsenaufsicht, Gary Gensler, hatte Hinweise auf die mögliche Zulassung eines Bitcoin-ETFs geliefert. Das ist eigentlich positiv für den Kurs. Gensler machte aber auch deutlich, dass ein solches Wertpapier den strikten Anforderungen der SEC entsprechen müsse, um den notwendigen Schutz der Anleger zu gewährleisten. Gensler wies ebenfalls darauf hin, dass es bei den Kryptowährungen derzeit nicht genug Schutz für die Anleger gebe. Er beschrieb den aktuellen Zustand als "eher wie im wilden Westen".

Ölpreise stoppen Talfahrt

Die Ölpreise sind am Donnerstag gestiegen und haben damit die jüngsten Kursverluste vorerst gestoppt. Zuvor waren sie an drei Handelstagen in Folge gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 70,60 US-Dollar. Das waren 22 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 24 Cent auf 68,39 Dollar.

Brent

Marktbeobachter verwiesen auf die jüngste Entwicklung der Lagerbestände an Rohöl und Benzin in den USA. In der vergangenen Woche waren die US-Ölreserven zwar überraschend gestiegen, um 3,6 Millionen Barrel auf 439,2 Millionen Barrel. Allerdings fiel ein starker Rückgang der Benzinreserven am Ölmarkt stärker ins Gewicht und stützte die Ölpreise. Wie die US-Regierung am Donnerstag ebenfalls mitteilte, waren die Benzinvorräte in der vergangenen Woche um 5,3 Millionen Barrel auf 228,9 Millionen Barrel gefallen.

Mit dem aktuellen Anstieg konnte eine dreitägige Talfahrt der Ölpreise zunächst beendet werden. Von Montag bis einschließlich Mittwoch war der Preis für US-Öl um etwa sieben Prozent gefallen. Die Sorge vor Einschränkungen der Mobilität in führenden Industriestaaten wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hatte die Notierungen unter Verkaufsdruck gesetzt.

mit Nachrichtenagenturen