Börse Dax deutlich im Plus, Dow und Nasdaq bleiben stabil

Der Januar war für die europäischen Aktienmärkte der schlechteste Börsenmonat seit Oktober 2020. In den Februar startet der Dax jedoch mit Gewinnen und steigt wieder über die Marke von 15.600 Punkten.
Vorsichtig optimistisch: Tech-Rallye stützt Dax

Vorsichtig optimistisch: Tech-Rallye stützt Dax

Foto: Fredrik von Erichsen / picture-alliance/ dpa

Erholung an der Börse: Nach dem erfreulichen Wochenbeginn hat der Dax  am Dienstag nachgelegt. Im Einklang mit den neuerdings stabilisierten US-Börsen und einem robusten Handel auch in Tokio startete der deutsche Leitindex mit weiteren Gewinnen in den Februar. Über die Ziellinie ging er 0,96 Prozent höher bei 15.619,39 Punkten. Der MDax  legte um 1,24 Prozent auf 33.735,99 Zähler zu. Der EuroStoxx 50  gewann 0,9 Prozent.

Anleger gingen wie schon am Vortag wieder vermehrt ins Risiko, schrieb Analyst Pierre Veyret vom Handelshaus Activtrades. Dabei griffen sie bei den Aktien zu, die durch abgerutschte Kurse zu vermeintlichen Schnäppchen geworden seien. Bei knapp 15.688 Punkten in der Spitze traten die Anleger im Verlauf allerdings wieder auf die Bremse. Der Broker CMC Markets sprach auf diesem Niveau von "umkämpftem Terrain".

Dax

Die Sorge um eine rasche Straffung der Geldpolitik in den USA hatte die Rallye an den Aktienmärkten zuletzt aus dem Tritt gebracht. Europas Aktien hätten mit dem Januar den schlechtesten Börsenmonat seit Oktober 2020 hinter sich. Der Dax verlor im Januar 2,6 Prozent, nachdem er zum Jahresanfang seinen Rekord vom November bei 16 290 Punkten nur um Haaresbreite verfehlt hatte. Die Indizes der US-Technologiebörse Nasdaq schrammten nur knapp am schwächsten Jahresauftakt ihrer Geschichte vorbei.

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HeidelbergCement, Deutsche Bank und Deutsche Post liefern starke Zahlen

Am deutschen Aktienmarkt gehörte HeidelbergCement mit einem Kursplus von 2,6 Prozent zu den Favoriten. Die starken Geschäftszahlen des Bauindustrie-Zulieferers hätten ihn nicht überrascht, schrieb Analyst Matthew Donen vom Research-Haus Morningstar. "Wir gehen davon aus, dass die staatlichen Konjunkturmaßnahmen die langfristige Nachfrage stützen und ein günstiges Preisumfeld schaffen werden, das dazu beitragen wird, die Kosteninflation sowie potenzielle zusätzliche Umweltkosten auszugleichen."

Deutsche Bank setzten ihren zuletzt guten Lauf im Kielwasser starker Quartalszahlen des schweizerischen Branchenkollegen UBS mit einem Anstieg um 3,1 Prozent fort. Die Papiere des Frankfurter Bankhauses erreichten den höchsten Stand seit 2018. Bankaktien waren europaweit besonders gefragt.

Die Titel der Deutschen Post zogen im Schlepptau des US-Konkurrenten UPS um knapp zwei Prozent an. Dem Wettbewerber hatte der Paketboom im In- und Ausland im abgelaufenen Jahr einmal mehr überraschend viel Gewinn beschert und außerdem kamen die neuen Prognosen der Amerikaner für das laufende Jahr gut an.

Im MDax ließ eine Kaufempfehlung des Investmenthauses Stifel für Hugo Boss den Kurs des Modehändlers um 4,2 Prozent steigen. Im SDax mit den kleineren deutschen Börsenwerten knüpften Atoss Software ganz vorne mit einem Anstieg um 7,5 Prozent an ihre Vortagesrally an.

Die Papiere von Shop Apotheke allerdings zollten im SDax mit einem Minus von 2,3 Prozent ihrer jüngsten Erholungsrally Tribut. Bei der Online-Apotheke dreht sich derzeit alles um den Zeitplan bei der Einführung des E-Rezeptes.

Siltronic legten um 3,9 Prozent zu, nachdem die Übernahme des Waferherstellers durch Globalwafers geplatzt ist. Nun könnten die Investoren wieder auf den Wert als eigenständiges Unternehmen abzielen, hieß es im Handel. Dieser könne höher sein als das Kaufangebot aus Taiwan.

Unter den übrigen Nebenwerten rutschten die Aktien der Reederei Hapag-Lloyd um 11,7 Prozent ab. Hier kam es nach Eckdaten zum Jahr 2021 zu einer Welle von Gewinnmitnahmen.

USA: Dow Jones und Nasdaq kaum verändert

Nach der jüngsten Erholungsrally sind die US-Börsen kaum verändert. Der Dow Jones notierte zuletzt 0,1 Prozent tiefer auf 35.122 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 notierte ebenfalls kaum verändert.

Mehrere Fed-Vertreter sendeten unterdessen beruhigende Signale, die die erhöhte Nervosität seit Jahresbeginn womöglich weiter dämpfen könnten. Sie sagten, sie befürworteten Zinserhöhungen in einem Tempo, das die Wirtschaft nicht unnötig beeinträchtige. Dies sei eine "gute Nachricht", um die Nerven der Anleger zu beruhigen, sagte ein Marktanalyst.

Nasdaq

Die nächsten wichtigen Wirtschaftsdaten stehen unmittelbar bevor, denn kurz nach dem Handelsstart wird der wohl bedeutendste Frühindikator für die US-Wirtschaft veröffentlicht. Dabei handelt es sich um den Einkaufsmanagerindex für die Industrie, den das Institut ISM bekannt gibt. Besonderes Augenmerk dürfte auf der Preiskomponente des Indikators liegen, da die hohe Teuerung von gegenwärtig sieben Prozent der Hauptgrund ist, warum die US-Notenbank (Fed) schon bald mit Zinsanhebungen beginnen will.

Paketdienst UPS mit Kurssprung

Zudem richtet sich der Fokus der Anleger auf die fortgesetzte Berichtssaison, denn die Unternehmensgewinne und -ausblicke sind wichtige Quellen zur Beurteilung der Stärke der wirtschaftlichen Erholung.

Der Paketboom im In- und Ausland bescherte United Parcel Service (UPS) im abgelaufenen Jahr einen überraschend kräftigen Gewinn und zudem übertrafen die Unternehmensziele für das laufende Jahr die Analystenerwartungen. Den Papiere von UPS winkte an der Wall Street mit einem Plus von fast 16 Prozent der größte Tagesgewinn der Firmengeschichte. Sie erreichten zudem ein Rekordhoch von 233,72 Dollar. Das Quartalsergebnis des Paketzustellers habe ihre Erwartungen übertroffen, lobte Analystin Helane Becker vom Vermögensverwalter Cowen. Gleiches gelte für die angehobene Dividende. Im Windschatten von UPS gewinnen die Titel der Rivalen FedEx und Deutsche Post bis zu drei Prozent.

ExxonMobil gab angesichts der Energiepreisrally den größten Gewinn seit 2014 bekannt, was die Aktie vor dem Handelsbeginn um 1,4 Prozent hochtrieb.

Zahlen von Alphabet und AMD nach Börsenschluss

Nach Börsenschluss legen außerdem noch die Google -Mutter Alphabet und der Chip-Entwickler AMD Zahlen vor. Zudem wird der Autobauer General Motors über sein Quartal berichten. Am Mittwoch geht es nachbörslich mit der Facebook-Mutter Meta weiter und am Donnerstag legt Amazon Zahlen vor.

Asien: Nikkei mit moderaten Gewinnen

Die Aussicht auf robuste Firmengewinne haben die Anleger in Japan zu Aktien greifen lassen. Der Nikkei-Index  in Tokio stieg am Dienstag um 0,3 Prozent auf 27.078 Punkte, nachdem er im Januar das größte monatliche Minus seit März 2020 eingefahren hatte.

Wie zuvor an der Wall Street waren nach den jüngsten Verlusten vor allem Technologie-Werte gefragt. "Nach den heftigen Verkäufen in den letzten zwei Wochen haben die Anleger erkannt, dass die Marktaussichten nicht so schlecht waren wie erwartet, und haben begonnen, Aktien zurückzukaufen, allerdings nur selektiv", sagte Koichi Kurose, Chefstratege bei Resona Asset Management.

Sony-Aktien zogen leicht an. Der Elektronik- und Unterhaltungskonzern übernimmt den Computerspielentwickler Bungie für 3,6 Milliarden Dollar. Bungie war unter anderen an den Spielen "Halo", "Myth" und "Destiny" beteiligt. Wegen der Feiertage um das chinesische Neujahrsfest blieben die Aktienmärkte in China sowie in weiteren Märkten in der Region geschlossen.

Bitcoin nimmt Kurs auf 40.000 US-Dollar

Nach den Verlusten der vergangenen Tage legt der Bitcoin am Dienstag wieder zu. Zuletzt notierte die Digitalwährung auf der Handelsplattform Bitstamp  bei knapp 38.700 US-Dollar und nimmt damit wieder Kurs auf die Marke von 40.000 US-Dollar. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise steigen moderat

Die Ölpreise sind am Dienstag im frühen Handel moderat gestiegen.Die Sorte Brent  aus der Nordsee notierte nach zwischenzeitlichen Verlusten am Abend 0,4 Prozent im Plus bei 89,64 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Analysten der Bank Goldman Sachs rechneten mit einer Anhebung der Produktionsquoten um mehr als die zuletzt üblichen 400.000 Barrel pro Tag. Insidern zufolge hat ein Komitee der "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, diese Option bei vorbereitenden Gesprächen aber nicht diskutiert. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) zur März-Lieferung stieg um 25 Cent auf 88,40 Dollar.

Brent

Nach wie vor bewegen sich die Ölpreise in der Nähe ihrer Höchststände seit Herbst 2014. Für Auftrieb sorgen derzeit sowohl wirtschaftliche als auch politische Entwicklungen. So gilt das Angebot an Erdöl als knapp, die Nachfrage ist trotz der um sich greifenden Omikron-Welle solide. Hinzu kommt relativ kaltes Wetter in Teilen der USA, was die dortige Energienachfrage antreibt.

Geopolitisch sorgen vor allem die ukrainisch-russischen Spannungen für Preisauftrieb. Fachleute schätzen den Risikoaufschlag am Ölmarkt auf gegenwärtig etwa zehn US-Dollar. Damit tragen Investoren der Gefahr Rechnung, dass die Ölförderung und der Öltransport durch eine Eskalation der Ukraine-Krise erheblich beeinträchtigt werden könnten. Russland ist einer der weltgrößten Rohölförderer.

Mit Nachrichtenagenturen